Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Spritzenhaus ohne Toiletten

Ulf Grieger / 19.12.2014, 03:28 Uhr
Zechin (MOZ) Ein zwiespältiges Bild der Zechiner Feuerwehr hat Wehrleiter Jens Affelt am Mittwoch in der Gemeindevertretung gezeichnet. Die 25 Mitglieder starke Truppe hat auch in diesem Jahr wieder mit sehr guter Einsatzbereitschaft geglänzt. Aber die materielle Ausstattung sorgt für Unmut.

Eine positive Bilanz konnte Wehrführer Jens Affelt für die Zechiner Feuerwehr ziehen: sechs Dorffeste haben die derzeit 25 Einsatzkräfte abgesichert, waren mehrfach zu Wettkämpfen und haben neue Einsätze geplant. Das meiste waren Hilfeleistungen. Zwei Feuerwehrleute haben sich zu Zugführern qualifizieren lassen, zwei weitere haben die Atemschutzlehrgänge absolviert. Das Löschauto, ein alter LO, wurde gegen einen etwas jüngeren LO umgetauscht.

Wobei Affelt bereits bei der langen Reihe von Problemen angekommen war, die er im Auftrag seiner Ortswehr auf dem Tisch der Gemeindevertretung ausbreiten sollte. Eigentlich sollte die Wehr bereits in diesem Jahr ein neues Löschauto bekommen. Doch durch die Einführung der Digitalfunktechnik war es der Amtsfeuerwehr nicht möglich, den Plan so wie im Konzept von 2011 festgelegt, durchzusetzen. Und ob das neue Auto nächstes Jahr kommt, ist nicht sicher. Viel problematischer ist aus Sicht des Ortswehrführers der Umstand, dass auf dem neuen Auto nur noch sechs statt neun Einsatzkräfte Platz finden sollen. "Wenn wir beim Alarm stets Leute wegschicken müssen, dann kommen die nicht mehr wieder. Wir brauchen wieder ein Gruppenfahrzeug, kein Truppfahrzeug", so Affelt.

Um das im kleinen Spritzenhaus unterbringen zu können, würden die Feuerwehrleute Eigenleistung erbringen. Der kleine Spitzboden könnte zur Garage hinzugenommen werden. Neue Rolltore wären schon aus Gründen der Betriebskosten überfällig. "Dafür gibt es bestimmt auch Fördermittel", betonte der Wehrleiter.

Jens Affelt zählte weitere Gründe dafür auf, dass bereits einige Einsatzkräfte den Dienst quittiert haben. So gibt es für die Feuerwehr gar keine Toiletten. Da auch zwei Frauen zur Wehr gehören, müssten eigentlich getrennte Toiletten und Umkleideräume zur Verfügung stehen. Als Schulungsraum dient ein selbstgebauter Anbau. Das Mobilar besteht aus Partybänken, die so hart sind, dass man nach einer Stunde dort nicht mehr sitzen kann. "Vor allem sind wir stinksauer darüber, dass seit Jahren nichts an dieser Situation geändert wird, obwohl alle darum wissen." Sorgen bereitet der Feuerwehr auch die große Freizeitanlage mit Freibad und Campingplatz. Bislang wurde sie nicht in die Rettungspläne eingewiesen und kenne keine Wasserentnahmestellen.

Die Gemeindevertreter reagierten sehr verständnisvoll auf diese Darstellung. Zechins Ortsvorsteher Jürgen Specht verwies allerdings darauf, dass der Feuerwehr das Gemeindezentrum mit seinen sanitären Anlagen stets offen stehe. Kurzfristig könne dort auch ein Versammlungsraum zur Verfügung gestellt werden. Bei allen technischen Fragen verwies Bürgermeister Dieter Rauer auf die Amtswehrführung und die Amtsverwaltung. Bauamtsleiter Axel Kraetzer erklärte, dass der Umbau des Gerätehauses auf jeden Fall nur mit einer Baugenehmigung möglich sei. Es wurde vereinbart, eine Sondersitzung in der Amtsverwaltung anzuberaumen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG