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Gemeinschaftshaus-Verfechter ziehen ins Brandenburgische Viertel / Suche nach Zentrumslage geht weiter

Zusage für drei Monate

© Foto: Sören Tetzlaff
Sven Klamann / 05.01.2015, 08:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Initiative "Leerstand kreativ nutzen" streichelt den Spatz in der Hand und schaut nach der Taube auf dem Dach. So lässt sich die Reaktion der Gemeinschaftshaus-Verfechter auf das Kompromissangebot der Stadt Eberswalde werten.

Bereits seit März vorigen Jahres hatten die Vertreter von wandelBar, Hebewerk, Tauschring, Alnus und Freiraum mit der Rathausspitze um die Immobilie am Kupferhammerweg 1 verhandelt, die sie nach dem Vorbild der in Österreich erfolgreichen Offenen Technologie-Labore zu einem Freien Kulturzentrum mit angeschlossener Werkstatt entwickeln wollten. Das Haus sei ausreichend groß, um ein vielfältiges Angebot vorzuhalten, und vor allem zentral gelegen, hieß es. Doch mit dem dringenden Mietbegehren der NEB Niederbarnimer Eisenbahn AG genau für dieses Gebäude nahe am Bahnhof und an den Schienen änderte sich die Sachlage im November gewaltig: Die Stadtverordneten stimmten einem Vertragsabschluss mit dem Unternehmen zu, das eine Monatskaltmiete von 800 Euro zahlt und alle Sanierungskosten trägt.

Den Vertretern der Initiative wurde die bittere Pille des Verzichts auf ihren Lieblingsstandort mit dem Angebot versüßt, sie könnten stattdessen mietfrei knapp 400 Quadratmeter im Vereinshaus der Wohnungsbaugenossenschaft an der Havellandstraße 15 im Brandenburgischen Viertel nutzen. Vorstellbar sei ein Jahreszuschuss von bis zu 10 000 Euro, verlautete im November im Stadtparlament. Zudem erklärten sich die Fraktionsvorsitzenden bereit, den Verfechtern des Gemeinschaftshaus-Projektes bei der Suche nach einem zentraler gelegenen Quartier zu helfen.

Während die NEB zum 1. Dezember im Haus am Kupferhammerweg 1 ihre innerbetriebliche Meldestelle einrichtete, zogen sich die Anhänger eines Freien Kulturzentrums für Wochen aus der Öffentlichkeit zurück. Keine Stellungnahme war zu erhalten, ob sie das Kompromissangebot der Stadt annehmen würden.

Jetzt hat Christoff Gäbler, Sprecher des Gemeinschaftshaus-Projektes, das Schweigen gebrochen. "Die Initiative ,Leerstand kreativ nutzen' will das Vereinshaus in der Havellandstraße 15 im Februar 2015 beziehen. Die Nutzung soll für drei Monate erfolgen und die Stadt stellt Gelder für Miete und Nebenkosten in Höhe von mindestens 10 000 Euro pro Jahr dafür bereit", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung, die der Initiativen-Sprecher verschickt hat. Da das im Oktober vorgelegte Konzept im Brandenburgischen Viertel jedoch nicht vollständig umgesetzt werden könne, würden die Verhandlungen mit der Stadt, der Wohnungsbaugenossenschaft und der Wohnungsbau- und Hausverwaltungs GmbH weiter laufen, um ein geeigneteres Gebäude in der Innenstadt zu finden. Das große Ziel bleibe es, im Stadtzentrum von Eberswalde ein offenes und kreatives Zentrum für alle Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Gruppen und gemeinnützigen Vereine zu schaffen. "Die Lebensqualität in Eberswalde würde damit steigen und engagierten Menschen die Möglichkeit geben, Räume unabhängig von finanziellen Mitteln zu nutzen", geht aus der Pressemitteilung hervor. Nach wie vor sei die Immobilie am Kupferhammerweg 1 eine Option. Da die NEB nur wenige Räume in dem dreistöckigen Gebäude brauche, sollten Gespräche über eine gemeinsame Nutzung aufgenommen werden. Parallel dazu werde zusammen mit der Stadtverwaltung nach Gebäuden in der Innenstadt geforscht, in denen die Initiativen eigenständig ihre Konzeptvorstellungen darüber verwirklichen könnten, Eberswalde kreativ zu bereichern.

Zwei der fünf Mitglieder des Gemeinschaftshaus-Bündnisses haben allerdings erklärt, nicht mit ins Vereinshaus im Brandenburgischen Viertel zu ziehen: der Tauschring Eberswalde und die Freiraum-Initiative. Beide Gruppierungen halten die Zentrumslage für unverzichtbar.

Der Zuschuss von jährlich bis zu 10 000 Euro sei nicht von einem Mietvertrag für die Räumlichkeiten im Brandenburgischen Viertel abhängig, betont Eberswaldes Baudezernentin Anne Fellner. Der Betrag könne bezahlt werden, sobald der Haushalt für 2015 beschlossen sei.

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