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Mit Demonstration heute um 14 Uhr bekundet die Stadt ihre Gastfreundschaft für Flüchtlinge und Asylsuchende

Bekenntnis zu Bunt

Michael Dietrich / 15.01.2015, 21:03 Uhr
Schwedt (MOZ) Unter dem Motto "Schwedt ist bunt" ist für diesen Freitag um 14 Uhr in der Vierradener Straße eine Demonstration angemeldet. Das Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Rassismus hat die Bürger aufgerufen, mit der Teilnahme ihre Gastfreundschaft zu bekunden.

Es gehe um "Menschen aller Länder, Völker, Religionen und Kulturen, die Bürger oder Gäste unserer Stadt sein wollen", heißt es in dem Aufruf. Mit der Teilnahme an der Demonstration sollen die Schwedter öffentlich bekunden, dass sie all diese Menschen gern aufnehmen und in der Stadt herzlich willkommen heißen. So wie der Bürgermeister, der seit vielen Jahren immer das erste Schwedter Baby des Jahres persönlich begrüßt. Diesmal das Kind syrischer Eltern -ein Schwedter Kind.

Schwedt will sich gastfreundlich zeigen, will beweisen, dass es tatsächlich Asylsuchende und Flüchtlinge willkommen heißt. Die Stadt, die in den 90er-Jahren als Hort der Rechten galt und die nach dem Wegzug des Ausländerbeauftragten Ibraimo Alberto noch einmal für ihre angebliche Fremdenfeindlichkeit, ihren Rassismus angeprangert wurde, will das Gegenteil beweisen.

Bürgermeister Jürgen Polzehl, der den Demonstrationsaufruf unterstützt und auf der Kundgebung auch reden wird, ist überzeugt davon, dass Schwedt seine Gastfreundschaft unter Beweis stellen wird: "Schwedt hat bereits einige Flüchtlinge und Asylsuchende aufgenommen, aus dem Libanon, aus Pakistan, die meisten aus Syrien. Von den Sozialarbeitern, Kirchen, Hilfsorgansisationen und vielen hilfsbereiten Nachbarn hören wir, dass in der Frage überwiegend eine sehr positive Stimmung herrscht und die Gäste wirklich gut aufgenommen wurden", meint Polzehl.

Mit Absicht haben die Initiatoren auf Begriffe wie Asylsuchende, Flüchtlinge, Migranten oder gar auf aktuelle Ereignisse in ihrem Aufruf verzichtet. Etwa die aktuelle Pegida-Bewegung gegen eine vermeintliche Islamisierung der Gesellschaft. Oder der Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris, der islamistischen Terroristen zugeschrieben wird. Oder die Flüchtlinge aus Syrien, die in Schwedt in freien Wohnungen untergebracht wurden. Auch nicht die für Freitag angekündigte "Mahnwache gegen Überfremdung" der NPD in Schwedt.

Den Initiatoren der Demo geht es darum, keine Unterschiede zu machen in der Behandlung von Menschen. Aus Schwedt soll der Ruf heraus gehen, dass die Stadt gastfreundlich allen Menschen gegenüber ist, jedweder Kultur, Religion und Herkunft. Schwedt hatte damit gute Erfahrungen gemacht, etwa mit der Zuwanderung der Hugenotten. Schwedt musste sich aber auch lange Zeit vorhalten lassen, rechten Tendenzen oder Stammtischparolen gegen Ausländer nicht früh genug zu begegnen. "Das soll nicht mehr passieren. Wir wollen so früh wie möglich für die Willkommenskultur werben und gegen rassistische Tendenzen auftreten. Ihnen wollen wir gar nicht erst das Feld überlassen", sagt Jürgen Polzehl.

Die NPD hatte vor ein paar Wochen vor dem Netto-Markt im Stadtteil Talsand ihre Hetze gegen Asylbewerber ausgerollt - und war mit einer Handvoll Leute unter sich geblieben.

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ein aufmerksamer leser 16.01.2015 - 21:02:19

voll cool

meine Frau hat schon einen Kuchen gebacken, vielleicht kann ich meinen Nachbarn überzeugen auch mit daran teizunehmen, ihm geht es nicht um die Sache, aber er ist so gerne Kuchen?!

*** 16.01.2015 - 20:21:42

wie zu erwarten, war ...

die linke Gewalt in Leipzig kein Thema in der Aktuellen Kamera des Ersten Deutschen Fernsehens. Das Rauchen auf dem Balkon und ein entsprechendes Gerichtsurteil, nahm einfach zuviel Zeit in Anspruch. ;-) Veröffentlichte Realität gestalten durch Weglassen ist auch eine Form der Medienlügen!

ROTLACKIERT 16.01.2015 - 20:14:46

Es gibt HOFFNUNG, naja wenigsten bei einigen

http://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTELSACHSEN/FREIBERG/CDU-Abgeordnete-sorgt-mit-Aeusserungen-zum-Islam-fuer-Debatte-artikel9088546.php

*** 16.01.2015 - 19:25:27

Mal sehn ...

welche Bedeutung die linke Gewalt in Leipzig der letzten Nächte heute in den Hauptnachrichtensendungen des Deutschen Fernsehens einnehmen(darf). ;-) Immer wieder schlüssig und treffend: “Die neuen Faschisten werden nicht sagen: ‘Ich bin der Faschismus!’, sie werden sagen: ‘Ich bin der ANTIfaschismus!'” (Ignazio Silone, ital. Sozialist und Schriftsteller) ein Kommentator unter dem LVZ-Artikel schreibt: "Habe es in der Windmühlenstraße vorhin selbst miterlebt: Der Aufzug hatte ca. die Hälfte der Länge von Härtelstraße zu Bayrischer Platz. Sagen wir mal grob 80-100 Meter. 4-5 Leute nebeneinander. Pro Meter vielleicht einer. Damit kommen wir auf ca. 500. Das ganze in Schwarz und im Laufschritt. Ist sowas wirklich „spontan“? Oder vielmehr straff organisiert?" Erst vor gut einer Woche war es am Polizeiposten in Leipzig-Connewitz zu schweren Ausschreiten gekommen. Rund 50 Autonome hatten die Fassade der Außenstelle in der Wiedebach-Passage mit Steinen und Farbbeuteln beworfen. Auch ein Polizeiauto wurde dabei angezündet. Später war im Internet ein Bekennerschreiben aus der linksextremen Szene aufgetaucht. Ob die Ausschreitungen vom Donnerstag auch mit dem Anschlag in Verbindung stehen, wird nun ermittelt. .... Übrigens hat der sächsiche Polizeipräsident Bernd Merwitz anschließend die Polizeiwache in Leipzig-Connewitz besucht und Sympathien für Autonome bekundet.

vollhonk 16.01.2015 - 19:04:44

ahnungslos?

Ist unserer Stadtführung eigentlich bekannt, mit wem sie sich da für morgen gerade verbündet hat?

*** 16.01.2015 - 18:50:41

Was ist eigentlich "bunt"? Wer mit denen marschiert, sollte sie kennen!

Linksextreme bekennen sich zu Randalen in Leipzig – Polizei beschlagnahmt Handys http://www.lvz-online.de/leipzig/polizeiticker/polizeiticker-leipzig/grossaufgebot-der-polizei-beendet-spontan-demo-im-leipziger-sueden/r-polizeiticker-leipzig-a-270833.html

Le Baron 16.01.2015 - 17:12:49

Mir fehlt Zivilcourage

Leider fehlt mir seit Herbst '89 die Zivilcourage, auf staatlich organisierte Demos zu gehen. Das wäre hier vielleicht anders gewesen, wenn Hr. Polzehl vorher Winkelemente verteilt hätte...

LPHDF 16.01.2015 - 10:36:08

Aja..

Zitat: "Das Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Rassismus hat die Bürger aufgerufen, mit der Teilnahme ihre Gastfreundschaft zu bekunden." Da der Ort ja auch soo überaus bekannt ist für seine "Bunten", am meisten rockt aber "gegen Gewalt und Rassismus". Wer sich damit mal auseinander gesetzt hat,weiß das das total Quatsch ist! Zeigt sich ja langsam das wahre Gesicht. Die Menschen die vom Herz aus links sind,sind doch mittlerweile vor dem *Aussterben* bedroht.Deren "Ruf" wird hier immer mehr in den Dreck gezogen..

Leser 16.01.2015 - 09:36:10

XXX

Freitag um 14.00 Uhr ? Wo sind da wohl die meisten Leute noch, dreimal könnt Ihr raten ! Ja richtig, auf Arbeit ! Wer so einen Termin ansetzt, will doch eigentlich nicht, dass die breite Masse der Bevölkerung die Möglichkeit der Teilnahme hat ! Und mal ehrlich, haben wir nicht ganz andere bedeutende Probleme?

Onlineleser 16.01.2015 - 08:45:29

Kann sein,

dass ein paar ( echte ) Flüchtlinge nach Schwedt kommen, dagegen wird auch keiner protestieren, ansonsten wird diese Stadt für einen " Bunten " eher kaum ein Ziel sein. Auf welche "Bunten" wartet ihr denn in Schwedt, macht euch doch nicht lächerlich.

Reni 16.01.2015 - 08:08:35

Ich bin zum Glück nicht geistig verwirrt, aber bunt

Zum Glück ist mir bescheinigt, dass ich nicht geistig verwirrt bin. Und ich nehme trotzdem an der "bunt"-Demo teil. Und... ich wurde nicht rekrutiert. Auch ich glaube, dass wir andere Probleme angehen sollten (immer wieder Erhöhung der Diäten, steigende Hartz IV Empfänger, Jugendarbeitslosigkeit, PKW-Maut usw.).

Karl Butzke 16.01.2015 - 00:39:18

@Langerkerl

Die Zensurkeule kommt garantiert. Junge junge und wir dachten als man uns in der ddr das Maul verboten hat war schlimm, als man uns zu Demos gezwungen hat war schlimm, als die Presse gleichgeschaltet war..usw. Wer ist den heute auf solchen "bunt" Demos, 2/3 befohlene Leute und der Rest lebt von "bunt"....plus eine Handvoll geistig Verwirrter. Dafür sind wir 89 nicht auf die Strasse gegangen....

LANGERKERL 16.01.2015 - 00:32:19

Kommentarfunktion noch nicht deaktiviert?

Mich wundert es, dass zu diesem Bericht die Kommentarfunktion noch nicht gesperrt wurde, ist doch in den letzten Tagen Methode geworden.

Gast 15.01.2015 - 22:10:13

NPD???

Mir fällt da wieder das Wort das Jahres ein.....ach nein war ja Unwort des Jahres.(die Wahrheit ist oft negativ und hart) Wieso wundert sich Presse und Politik unserer tollen bunten Diktatur über "Lügenpresse", wenn wir es doch jeden Tag hören, sehen und lesen können was unter einem Gutmenschendeckmantel verzapft wird, und mit der Realität der Menschen verglichen wird.... Es wird Zeit das der Wind sich dreht und Flüchtlinge sind in diesem Land das allerkleinste Problem!!! Der Fisch stinkt vom...... Na sie wissen schon:))

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