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Keine durchgehende Verbindung bis zum Potsdamer Platz

Enttäuschte Bahnfahrer

Rauscht oft durch Biesenthal: der RE 3, hier in Höhe des Biesenthaler Bahnhofs. Mit diesem Zug könnte man in 34 Minuten am Potsdamer Platz sein.
Rauscht oft durch Biesenthal: der RE 3, hier in Höhe des Biesenthaler Bahnhofs. Mit diesem Zug könnte man in 34 Minuten am Potsdamer Platz sein. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 17.01.2015, 06:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) Mit dem Fahrplanwechsel haben sich die Verbindungen von Biesenthal bis zum Potsdamer Platz und Südkreuz drastisch verschlechtert. Nicht nur, dass die Bemühungen der Lokalen Agenda und anderer um einen regelmäßigen Halt des RE 3 nicht zum Erfolg führten. Die bisher bestehende Umstiegsmöglichkeit in Bernau ist noch ungünstiger geworden. Mit einer Wartezeit von 40 Minuten ist das keine Option mehr, sagen die Bahnnutzer. In den Diskussionsveranstaltungen zu dieser Thematik wurde informiert, dass es aber einen kleinen Trost gebe. Die Bahn werde zwei, drei Mal morgens bzw. abends Verdichterzüge einsetzen, die in Biesenthal halten und bis zum Potsdamer Platz bzw. Südkreuz durchfahren. Dies bedeutet, dass die Mitte Berlins in 34 Minuten erreicht werden kann. Doch die Praxis ist eine andere, wie Herbert Noll aus Biesenthal erfahren musste.

Er setzte sich am 13. Januar frohen Mutes in Biesenthal in den Zug und erfuhr erst in Gesundbrunnen, dass der Zug nicht bis zum Potsdamer Platz durchfährt. Zuvor hatte er schon am 8. und 9. Januar erleben müssen, dass dieser Verdichterzug ausfällt. So brauchte er nun nicht 34 Minuten, sondern anderthalb Stunden, um bis nach Biesenthal zu kommen. Zur Begründung sei erklärt worden, dass die Züge, die für diese Verbindung eingesetzt werden, nicht mit Personen durch den Nord-Süd-Tunnel fahren dürfen.

Holger Auferkamp von der Pressestelle der Bahn teilte dazu mit, dass seit 14. Januar die Verdichterzüge wieder durch den Nord-Süd-Tunnel fahren. Es habe durch relative viele Wildunfälle, aber auch Vandalismus in den Toiletten für den Reparaturbetrieb in Lichtenberg sehr viel zu tun gegeben, so dass zeitweise tatsächlich nicht genügend Wagen verfügbar waren, die die technischen Voraussetzungen für den Tunnelbetrieb haben.

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André B 22.01.2015 - 07:58:37

wozu rechnen?

Warum zerfleischt ihr euch hier mit mathematischen Spitzfindigkeiten? Es ist doch sowieso subjektives Empfinden, ob mir 40min Verzögerung nichts ausmachen, weil ich in der Zeit vielleicht noch was einkaufen/essen/lesen kann oder obs mir eben doch was ausmacht, weil ich besseres vorhatte, als auf nem Bahnhof abzuhängen. Fakt ist, solange die Bahn mit Fahrplänen bewußt ein Dienstleistungsversprechen abliefert, dass sie nicht einhalten kann, und die Fahrgäste mit optionalen Verdichtungszügen ruhigstellen will, die bei der ersten besten Gelegenheit geopfert werden müssen, wird es unzufriedenen Bahnnutzer geben, die nicht einsehen, wofür sie Preiserhöhungen hinnehmen müssen. Das passiert halt, wenn weltfremde Informatiker, Prozessoptimierer und vor allem Finanzlurche das sagen haben und ein Kartenhaus errichten, das durch jede Radfahrergruppe, die beim Aussteigen zu lange braucht oder durch ein Rehlein oder eine Schneeflocke auf dem Gleis zum Einsturz gebracht wird.

Benno Koch 21.01.2015 - 23:53:30

Fahrplanauskunft verstehen

Lieber Herr Noll, der gute Adam Ries starb bereits 1559 - zu früh für den ersten Zug oder gar das Internet. Trauen Sie sich doch einfach mal "Biesenthal" und "Potsdamer Platz" unter www.bahn.de einzugeben - Sie werden begeistert sein und nur Fahrzeiten zwischen 32 und 64 Minuten finden. Wie Sie wissen, tagsüber in der Rushhour mit dem Auto nicht annähernd zu schaffen, ganz abgesehen vom Vielfachen des Preises gegenüber der Bahn. Die Daten dazu finden Sie unten links unter "MobilCheck".

Herbert Noll 21.01.2015 - 11:45:07

Einfache Rechung

Herr Koch, wenn der Zug um 17:49 nicht fährt: Die nächste Reisemöglichkeit nach Biesenthal besteht um 18:28 - 39 Minuten später. Diese Verbindung braucht bis Biesenthal 54 Minuten. Die beiden Zahlen addiert - Wartezeit plus Fahrzeit - ergeben 93 Minuten, nach Adam Riese also rund anderthalb Stunden Reisezeit.

Benno Koch 19.01.2015 - 14:09:11

Bahnfahren erklären

Was ist eigentlich so schwer daran, dass die Mitarbeiter der Märkischen Oderzeitung einfach mal in die Fahrplanauskunft schauen? Von Biesenthal brauchen die Züge zwei Mal pro Stunde zwischen 56 und 62 Minuten zum Potsdamer Platz. Plus drei Mal am Tag in der Rushhour morgens und nachmittags ohne Umsteigen in 34 bis 36 Minuten. Immer ohne 40 Minuten Wartezeit und nie "anderthalb Stunden". Einfach mal unter www.bahn.de üben.

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