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Der blaue Storch hat eine Freundin

09.04.2010, 13:32 Uhr
Der blaue Storch aus Biegen Bei den Menschen sorgt er für Verwunderung, auf Artgenossen wirkt er aber offensichtlich attraktiv.

hat jetzt eine Partnerin gefunden. Und der Rummel in dem Ort hält weiter an. Am Ende ging alles ganz schnell. Kaum hatte der blaue Storch seinen Horst vorbereitet, mit Stroh und Pflanzenresten ein „Bett“ für das geplante Gelege bereitet, flog seine Partnerin ein. Nach kurzem Geklapper begann gestern Morgen das Liebesspiel. „Um 7.30 Uhr ist die Gattin eingeflogen, seitdem ist richtig Betrieb da oben“, sagt Martin Pfeiffer, der vis a vis des Storchennestes in einem alten Gutshof wohnt. Es sei sogar ein dritter Storch angekommen. „Den haben beide schnell verjagt.“

Wieder lockte der vermutlich eingefärbte Adebar gestern zahlreiche Schaulustige nach Biegen (Oder-Spree). Pfeiffer glaubt, dass die Liebesromanze noch mehr Leute anzieht. Jetzt sucht der Tischlermeister einen Pächter für die derzeit geschlossene Gaststätte auf dem Hof.

„Schon jetzt fragen viele Storchenfreunde nach Kaffee und Kuchen. Die kommen selbst aus Sachsen hierher.“ Zusammen mit Ortsbürgermeister Manfred Wilke entwickelte er noch eine weitere Idee: Der blaue Storch soll bald eine Ansichtskarte schmücken, „mit schönen Grüßen aus Biegen“, sagt er.

Endgültige Gewissheit, ob sich der Storch auf einer Müllhalde mit blauer Farbe besudelt hat, gibt es weiterhin nicht. Feuerwehrleute beförderten am Morgen zwar Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde mit einer Drehleiter zum Nest, „aber wir konnten keine Mauserfeder aufsammeln“, sagt Lutz Ittermann, Artenschutz-Fachmann in der Kreis-Behörde. Einen weiteren Versuch werde es nicht geben, man wolle den Storch nicht stören. „Schon gar nicht während der Paarungszeit.“

„Die sind Kulturfolger und Menschen gewöhnt.“ Einen blauen Adebar hat auch der bekannteste Storchen-Experte in Brandenburg noch nicht gesehen. Einen roten schon, „der hatte sich auf einer Müllkippe bei Rangsdorf mit Farbe beschmutzt“, berichtet Ludwig. „Doch so viel Trubel wie in Biegen gab es lange nicht.“

Ohnehin können die Storchen-Experten bislang zufrieden sein: Im einigen Regionen der Mark seien schon drei Viertel der Horste besetzt. Bis Ende April kommen noch Störche aus dem Süden an. „Dann wird schnell zur Paarung geschritten, bis zum August muss der Nachwuchs groß gezogen sein.“ Im besten Storchenjahr seit der Jahrtausendwende wurden in der Mark 1400 Brutpaare gezählt, 2009 waren es nur 1190.

Ortsbürgermeister Wilke gewinnt dem Trubel vor allem positive Seiten ab. „Alle kommen wegen des Storches“, sagt er. „Andere Kommunen werden uns darum beneiden.“ Auch ein Name wurde im Dorf schon gefunden: Der Rotschnabel heißt jetzt „Der blaue Biegener“. Schließlich kann der Sensationsstorch auch dazu beitragen, das Dorffest zu finanzieren. „Sämtliche Erlöse aus dem Postkartenverkauf werden dafür verwendet.“

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