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Die Stadtverkehrsgesellschaft mbH wird seit Jahresbeginn von Wolfgang Worf geführt. Er ist neuer Geschäftsführer.

Gleisbauer führt den Stadtverkehr

Mit Schienenmodell: Wolfgang Worf ist gelernter Gleisbauer und darf die Bahn, die hinter ihm steht, auch selbst fahren.
Mit Schienenmodell: Wolfgang Worf ist gelernter Gleisbauer und darf die Bahn, die hinter ihm steht, auch selbst fahren. © Foto: Michael Benk
Frank Groneberg / 28.01.2015, 07:32 Uhr - Aktualisiert 28.01.2015, 15:23
Frankfurt (MOZ) Die Stadtverkehrsgesellschaft mbH wird seit Jahresbeginn von Wolfgang Worf geführt. Der gelernte Gleisbauer ist neuer Geschäftsführer des Unternehmens. Als größte Herausforderung sieht er die Herstellung der Barrierefreiheit bis zum Jahr 2022.

Wolfgang Worf ist bekennender Fan des Nahverkehrs. Und als solcher verzichtet er auf Fahrten in einem Dienstwagen. "Ich habe keinen Dienstwagen", sagt er. "Wenn ich in Frankfurt dienstlich unterwegs bin, fahre ich mit dem Bus oder der Straßenbahn - wir haben doch in der Stadt ein gutes Angebot."

Mit "wir" meint Wolfgang Worf die Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF). Seit Jahresbeginn ist er neuer Geschäftsführer des Unternehmens, als Nachfolger Michael Ebermanns. Bei der SVF ist er seit 2012 angestellt, bis zum Jahresende 2014 als Projektleiter Infrastruktur, verantwortlich unter anderem für die Gleise der Straßenbahn. In dieser Position hat er bei der SVF auch den Führerschein für die Straßenbahn gemacht. Warum? "Das erweitert durchaus den Horizont", sagt er. "Und: Als Gleisbauer gewinnt man ja auch ganz andere Erkenntnisse, wenn man selbst mal eine Straßenbahn fährt." So saß er zum Beispiel im vergangenen Jahr selbst am Steuer der Straßenbahn, als die Erneuerung der Unterführung der B 87 abgeschlossen war und die neu verlegten Gleise erstmals befahren werden sollten.

"Ich bin mein ganzes Berufsleben lang Gleisbauer", sagt Wolfgang Worf. Erlernt hat der gebürtige Weimarer den Beruf des Facharbeiters für Eisenbahnbautechnik, mit Abitur, hat fünf Jahre lang in Moskau Eisenbahnbau studiert, wurde 1983 Leiter der Bahnmeisterei Erfurt. 1991 wechselte er in die Privatwirtschaft, baute die Berliner Niederlassung einer Gleisbaufirma auf, die nach mehreren Eigentümerwechseln heute unter dem Namen BB Gleisbau GmbH firmiert. Diese Niederlassung leitete er 20 Jahre lang.

Mit diesem Unternehmen begann auch seine Verbindung zur Straßenbahn und zu Frankfurt, erzählt der 56-Jährige. "Wir haben hier in der Stadt viele Straßenbahngleise verlegt", erzählt er. "Unser erster Auftrag war 1992 die Erneuerung der Gleise in der Wilhelm-Pieck-Straße - da, wo heute das Südring-Center steht. Das war die erste Rekonstruktionsstrecke nach der Wende." Es folgten die Strecken in der August-Bebel-Straße, in der Bahnhofstraße, in Neuberesinchen, um nur einige zu nennen. Als 1993 der Bereich Schienenwartung bei der SVF geschlossen wurde, bekam seine Firma den Wartungsauftrag für das Straßenbahngleisnetz in der Stadt und übernahm das Fachpersonal von der SVF. Und ab 2008 leitetet er mehrere Jahre lang zusätzlich die Russland-Filiale seines Arbeitgebers in Kaluga.

Der Wechsel zur SVF 2012, vom Niederlassungsleiter zum Projektverantwortlichen, war mit Blick auf die berufliche Position ein Schritt abwärts. "Aber das war für mich nicht entscheidend", betont Wolfgang Worf, "mich hat die Aufgabe gereizt. Ich kenne Frankfurt, man kennt mich hier, ich hatte durch die Tätigkeit meiner Firma gute Verbindungen in die Verwaltung."

Mit der Bewerbung um die Stelle des SVF-Geschäftsführers hat Wolfgang Worf "noch mal eine neue Herausforderung gesucht". Die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre ist aus seiner Sicht, "den Status Quo bei Bus und Straßenbahn zu erhalten". Als größte Herausforderung betrachtet er die Herstellung der Barrierefreiheit bis 2022. Dafür wird die SVF u. a. 15 Niederflurbahnen neu kaufen. Um die Fahrzeuge möglichst günstig erwerben zu können, soll mit den Verkehrsbetrieben in Cottbus, Brandenburg/Havel und Schöneiche ein Konsortium gebildet werden. Die vier Unternehmen könnten dann zusammen Bahnen desselben Typs in größer Anzahl kaufen. Er erwarte, dass sich Bund und Land an den Kosten für die Beschaffung neuer Fahrzeuge beteiligen, sagt Wolfgang Worf. Denn die bundesgesetzlich geforderte Herstellung der Barrierefreiheit sei eine Aufgabe der Allgemeinheit.

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