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Rohbau für Intensivmedizin der Charité steht / Auch das sanierte Bettenhaus soll Ende 2016 in Betrieb gehen

Rettungsstelle wächst

Sanierungsarbeiten and er Charité
Sanierungsarbeiten and er Charité © Foto: MOZ
Maria Neuendorff / 28.01.2015, 19:30 Uhr
Berlin (MOZ) Die Sanierungsarbeiten an der Charité kommen voran. Bis Ende 2016 soll das Bettenhochhaus fertig sein. Auf dem neuen Anbau für die zukünftige Rettungsstelle wurde am Mittwoch Richtfest gefeiert.

Das berühmte Wahrzeichen der Charité ist entkernt und von Kränen umgeben. An den oberen Geschossen des einst braunen Kolosses ist schon die energieeffiziente Aluminiumfassade angebracht. Während der Baufortschritt am Bettenhochhaus in Mitte schon von Weitem sichtbar ist, wuchs der neue Anbau für die Rettungsstation im Schatten des Hochhauses in den vergangenen Monaten weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit empor.

Am Mittwoch konnten die insgesamt 200 Bauarbeiter der Megabaustelle beim Richtfest zeigen, was sie seit der Grundsteinlegung im September schon geschafft haben. Der Rohbau für die Intensivmedizin und die Rettungsstelle steht. Ende 2016 sollen in dem fünfgeschossigen unterkellerten Kubus, der sich farblich an den Sockel des Bettenhauses anpasst, 15 hochmoderne Operationssäle eingeweiht werden. Die Intensivstation wird 70 Betten bereithalten. Im Erdgeschoss soll die neue Rettungsstelle, die von den alten Backsteingebäuden des weitläufigen Campusgeländes umgeben ist, eingerichtet werden.

Ihre Zufahrt wird dann von der Philippstraße erfolgen, was vor allem auch die Luisenstraße entlasten soll. "Wenn alles bezugsfertig ist, werden wir hier das modernste Uniklinikum Europas haben und nicht nur den Berlinern, sondern auch den Brandenburgern in diesem wunderbaren Rahmen exzellente Medizin bieten können", kündigte Charité-Chef Karl Max Einhäupl an.

Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) freute sich, dass er nach sechs Wochen im neuen Amt endlich mal wieder auf einer Baustelle sein durfte. "Ich hatte schon Entzugserscheinungen", sagte der Ex-Bausenator mit einem Augenzwinkern, bevor er das Richtfest für ein erneutes Bekenntnis zur Wissenschaftsstadt Berlin nutzte. "Wir haben begriffen, dass dieser Gesundheits- und Forschungsstandort ein Pfund und ein Wachstumsmotor ist, und das wollen wir jetzt schrittweise ausbauen", versprach Müller. Dazu sei es aber vor allem auch nötig, in die zum Teil marode Infrastruktur zu investieren.

Für die Generalüberholung der Charité, die als zweitgrößter Arbeitgeber in Berlin gilt, sind insgesamt 380 Millionen Euro veranschlagt. Die größte Summe fließt in die Sanierung des 1982 eröffneten Hochhauses mit 600 Betten. Die Bauarbeiten an den heruntergekommenen Gebäuden hatten vor einem Jahr begonnen. Mit dreimonatiger Verzögerung, weil sich erst kein Generalunternehmer gefunden hatte, der das Projekt für die vom Senat bewilligten 185 Millionen Euro anpacken wollte. Nach der Aufstockung auf 202 Millionen Euro übernahmen die Baufirma Zöblin und der Gesundheitsdienstleister Vamed den Auftrag. Die Arbeiten verliefen bisher im Kosten- und Zeitrahmen, hieß es.

Die Patienten sind derzeit in einem provisorischen Bau mit 340 Betten auf dem Klinikgelände untergebracht. Dass die Interimsklinik in Modulbauweise innerhalb kürzester Zeit hochgezogen wurde und später wieder abmontiert und weggefahren werden kann, ist dem roten Viergeschosser weder von außen noch von innen anzusehen. "Ich merke keinen Unterschied zu einer herkömmlichen Klinik", sagt Oliver Matipa, der seit zwei Wochen in einem Zweibettzimmer liegt. Der 48-jährige Patient aus Thüringen lässt sich auf der Dermatologie wegen eines Hautleidens operieren. Der Baustellenlärm vom nahen Bettenhochhaus, der tagsüber deutlich zu hören ist, stört ihn nicht. "Aber für die Ärzte muss es anstrengend sein, wenn sie sich im OP konzentrieren müssen und nebenan gerade der Schlagbohrhammer im Einsatz ist."

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