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Personenzug nach Posen fährt wieder auf Probe

© Foto: MOZ/Martin Stralau
Dietrich Schröder / 29.01.2015, 19:01 Uhr
Frankfurt (Oder)/Posen (MOZ) Eine Jungfernfahrt wird es nicht mehr sein, wenn am kommenden Freitag um 15.16 Uhr wieder ein Personenzug von Frankfurt (Oder) ins polnische Posen fährt und unterwegs in zwölf Orten Station macht. Denn die feierliche Eröffnung dieser Linie mit Politikeransprachen und einer Flasche Taufsekt hatte es bereits im vergangenen August gegeben.

Allerdings auch das völlig überraschende Aus, als der polnische Partner "Przewozy Regionalne" (vergleichbar mit DB Regio) nach nur vier Monaten die Verbindung für nicht rentabel erklärte und seine Beteiligung zum Jahreswechsel kündigte. "Die Linie war für zahlreiche Polen, die zur Arbeit oder auch zu Geschäftstreffen nach Deutschland fuhren, nicht nur eine preiswerte Alternative zu den Euro-City-Zügen. Es war auch die einzige Frühverbindung aus Posen nach Deutschland", sagt Angelika Menze, die als Partnerschaftsbeauftrage des Landes Brandenburg in Posen und der Wojewodschaft Wielkopolskie (Großpolen) wirkt.

Andererseits nutzten Studenten der Europa-Uni, aber auch einige Brandenburger Schüler, die ein Gastjahr an polnischen Schulen verbringen, sowie Touristen, die etwa nach Swiebodzin fuhren, um dort die größte Jesus-Statue der Welt in Augenschein zu nehmen, die Verbindung.

Der polnische Partner begründete die Streichung vor allem mit der Kürzung staatlicher Zuschüsse aus Warschau. Dies hatte zu Jahresbeginn Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke in seiner Funktion als Polen-Beauftragter der Bundesregierung kritisiert. Deutsche und polnische Grüne hatten zudem vor zwei Wochen in einem offenen Brief an die Warschauer Infrastrukturministerin Maria Wasiak verlangt, die Finanzierung wieder sicher zu stellen.

Offenkundig mit Erfolg: "Przewozy Regionalne" verkündete jetzt, dass die beiden Zugpaare ab dem 6. Februar wieder fahren sollen. Allerdings nur freitags bis sonntags und auch erst für eine Testphase bis zum 14. März. "Ich freue mich über diesen ersten Teilerfolg. Um das Angebot für grenzüberschreitende Studierende und Arbeitnehmer jedoch wirklich attraktiv zu machen, braucht es aber eine tägliche Verbindung", sagte dazu am Donnerstag die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Annalena Baerbock. Die Abfahrtszeiten ab Frankfurt haben sich auch geändert und sind jetzt 12.14 und 18.21 Uhr.

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Roland Totzauer 31.01.2015 - 00:24:11

Völlig falsche Abfahrtszeiten!

Das Scheitern des ersten Versuchs auf dieser Strecke zwischen Frankfurt und Posen geht eindeutig auf die falschen Abfahrtzeiten zurück. Auch der zweite Versuch wird an den falschen Abfahrtszeiten wieder scheitern. Für deutsche Touristen sind diese Abfahrtszeiten völlig ungeeignet. Ich erwarte, dass ein Zug in Richtung Posen zwischen 07 und 08 Uhr in Frankfurt startet und dass ein Zug ab Posen zwischen 20 und 22 Uhr in Richtung Frankfurt zurück fährt! Wer immer sich die alten und die aktuellen Abfahrtszeiten ausgedacht hat, ist höchstwahrscheinlich Autofahrer und hat keine Ahnung, welche Bedürfnisse und Erwartungen bahnfahrende deutsche Tagestouristen haben, die Polen besuchen sollen. Es ist und bleibt eine tragische Posse, wie uninspiriert und oberflächlich hier mit Steuergeldern experimentiert wird! Ich hoffe, dass dieses Experiment schnell scheitert. Vielleicht fangen danach endlich mal Politiker in Deutschland und in Polen an, sich nach den wahren Bedürfnissen von bahnfahrenden Touristen zu erkundigen. Vielleicht finden sich sogar ein paar Euros, um ein kritisches Gutachten über diese seltsamen Abfahrtszeiten dieser seltsamen Bahnverbindung zu erstellen? Mir als radfahrendem Polenbesucher nutzt ein "Personenzug nach Posen" nichts, wenn er erst gegen Mittag in Frankfurt/Oder startet!

Hans Traurig 30.01.2015 - 06:47:01

typisch Brandenburg

Die ländlichen Regionen vom ÖPNV abschneiden, aber eine Linie nach Posen einrichten. Was soll das? Wie komme ich nach Frankfurt bzw. wieder zurück? Die spinnen, Woidke, Vogelsänger und Co.

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