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Das Mitmach-Musikfestival

Der Ton macht die Musik: Maik Stiebitz, Angelika Schmidt und Richard Lamprecht (v.l.) lernen beim Mundharmonika-Workshop, wie man das kleine Instrument beherrscht
Der Ton macht die Musik: Maik Stiebitz, Angelika Schmidt und Richard Lamprecht (v.l.) lernen beim Mundharmonika-Workshop, wie man das kleine Instrument beherrscht © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 02.02.2015, 07:13 Uhr
Frankfurt (MOZ) Das Besondere am Festival Folk im Fluss ist, dass man selbst mitmachen kann. Zwar nicht abends auf der Bühne. Da stehen auch weiterhin Künstler, die von Gründer und Organisator Thomas Strauch persönlich ausgesucht werden. Aber zumindest am Sonnabend bei den Workshops war das Musizieren ausdrücklich gewünscht.

Mundharmonika und Gitarre waren diesmal die Instrumente der Wahl, und man konnte auch ohne allzu große Vorkenntnisse teilnehmen. "Der Workshop ist Hilfe zur Selbsthilfe", sagt Milan Augustiani, der Mundharmonika-Lehrer. Immerhin konnten einige der Teilnehmer schon nach drei Stunden dem Instrument Töne entlocken, die sich wie Musik anhörten. Einer von ihnen: Richard Lamprecht. Der Schüler aus Cottbus war schon voriges Jahr beim Trommel-Workshop dabei. Diesmal also Mundharmonika. "Man muss alles ausprobieren", sagt er. Das sieht auch Angelika Schmidt aus Eisenhüttenstadt so. Sie ist ganz euphorisch, als aus ihrem Instrument eine Melodie erklingt.

Das klappt auch bei den Gitarren ganz gut. Peter Hofer und Horst Uwe Killa bezeichnen sich selbst als Autodidakten. "Bluegrass, diesen Stil kannten wir noch nicht", sagen sie. "Deswegen sind wir hergekommen." Die Country-Art Gitarre zu spielen, scheint den beiden offenbar zu liegen. Es hört sich gut an nach vier Stunden Workshop.

Gleich wird gefrotzelt, ob man nicht abends gemeinsam auf der Bühne stehen könnte. Gitarrenlehrer Matthias Glatthorn meint mit einem Lächeln, dass man vielleicht in Tübingen auftreten sollte, schließlich kommt er von dort. Spaß gibt es also genug.

Sozusagen die Fortsetzung vom Freitagabend. "Es war ein toller Abend", schwärmt Ursula Suchanek am Sonnabend immer noch. Oftmals steht sie mit Thomas Strauch gemeinsam auf der Bühne, diesmal schaute sie zu. Das große Kurorchester hatte eingeladen und wohl einige überrascht. Auf der Bühne sorgten Göran Souterrain und Putzi Drosch für mehr als einen witzigen Moment. Die beiden, das sind Thomas Strauch und Sören Gundermann inkognito. Sogar verkleidet hatten sie sich, um in ihrer Rolle aufzugehen. "Es war fast Kabarett", meint Ursula Suchaneck schmunzelnd. "Am Anfang spielten sie nur ein Lied und gingen wieder von der Bühne, es hat etwas gedauert, bis die Zuschauer begriffen und Zugabe riefen und das Konzert weiterging."

Auch die Instrumente, wie etwa ein Geigenkoffer, eine Mini-Ukulele oder ein kleines Glockenspiel sorgten für Erheiterung. Danach ging es freilich mit Manfred Wagenbreth und Johannes Uhlmann etwas ernsthafter weiter. Am Sonnabend dann sorgte die Band Hüsch für lustige aber auch ernsthaftere Momente. Ihre Lieder - oftmals im besten thüringischen Dialekt vorgetragen - widmeten sich unter anderem der Jagd, aber auch alten Überlieferungen. Eine neue Form deutscher Folkmusik, so werden sie in Thüringen gelobt und auch den Frankfurtern hat es gefallen.

Thomas Strauch jedenfalls zog ein positives Fazit. Die Abende waren gut besucht, sagt er, und dankt auch den Unterstützern des Festivals, etwa dem Verein Kunstgriff, dem Quartiersmanagement und der Stadt Frankfurt.

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