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Verbraucher bevorzugen Honig aus der Heimat / Imker der Region vermarkten ihre Produkte selbst

Qualität im Glas

Eva-Martina Weyer / 09.02.2015, 06:55 Uhr
Schwedt/Angermünde (MOZ) Honig ist ein Naturprodukt. An seine Qualität werden hohe Ansprüche gestellt. Imker der ganzen Ost-Uckermark haben sich auf einer zweitägigen Schulung weitergebildet, um diesen Anforderungen auch in der kommenden Saison zu genügen. Ihren Honig vermarkten sie selbst.

Woher weiß der Kunde, ob im Supermarktregal guter Honig steht? Auf den meisten Gläsern ist "Honig aus EU- und nicht-EU-Ländern" zu lesen. Deutschland kann seinen Honigbedarf nur zu 25 Prozent decken. Der Rest wird importiert. Honig aus der Region, dem viele Verbraucher den Vorzug geben würden, gibt es im Supermarkt nicht zu kaufen. Die meisten Imker betreiben die Bienenzucht zwar aus Leidenschaft, aber eben als Hobby.

"Viele Imkerbetriebe sind zu klein, um an Kaufland oder Real zu liefern. Manche können sich auch nicht mit einem Extra-Stand vor das Einkaufszentrum stellen", weiß Reiner Gabriel. Er ist Vorsitzender im Imkerverband des Landes Brandenburg sowie Ausbilder und hat die Schulung durchgeführt. Für Imker zwischen Tantow, Schwedt und Angermünde führt der Weg zum Kunden über kleine Wochenmärkte oder den Direktvertrieb. "Wir vermarkten ein naturbelassenes Produkt. Darauf sind wir stolz. Da ist Qualität im Glas", versichert Reiner Gabriel. Diese Qualität überprüft die Lebensmittelüberwachung durch unangemeldete Besuche.

Henry Schmidt aus Angermünde ist Ingenieur und arbeitet in Berlin. Die Imkerei ist seit 2013 sein Hobby. Er selbst sagt von sich: "Ich bin im dritten Lehrjahr." Weil das Honigmachen eine Wissenschaft für sich ist, war ihm die Schulung wichtig. Im Juni 2013 hatte Henry Schmidt sein erstes Bienenvolk. Jetzt hütet er sechs Völker. Sie stehen bei seinen Eltern im Schwedter Ortsteil Stendell. "In diesem Jahr will ich in den Ahorn und in die Robinie gehen", blickt er voraus.

Die Schwedter Doreen und Jan Vogel haben den Imkerberuf zu DDR-Zeiten gelernt. Heute betreiben sie die Bienenzucht im Nebenerwerb. Sie haben 80 Völker, die in der Schwedter Kuhheide und am alten Schulgarten in der Berliner Straße stehen. "Wir sind heute hier, weil unsere letzte Schulung schon lange zurückliegt und wir unser Wissen auffrischen wollen", erklärt Jan Vogel. Er und seine Frau wollen demnächst versuchen, dass sie in eine der großen Marktketten reinkommen.

Wenn es dem Kunden um Qualitätsfragen gehe, dann liege er immer dann auf der sicheren Seite, wenn er sogenannte DIB-Gläser kaufe. Dies sind Gläser und Etiketten vom Deutschen Imkerbund. Der hat sogar strengere Qualitätsrichtlinien als das deutsche Lebensmittelgesetz. Doch ob DIB-Glas oder eigenes Glas, dies ist selbst unter Züchtern eine Glaubensfrage. In der ganzen Ost-Uckermark gibt es nur drei Imkervereine. Sie sind in Passow, Casekow und Tantow zu Hause und haben die Wochenendschulung organisiert.

Der Casekower Imker Tino Kisicki hat in der Anfangszeit bei einem erfahrenen Bienenhalter mehrere Monate zuschauen und "mitlaufen" dürfen. Heute sagt er: "Durch unsere Schulungen geben wir jedem Interessenten so viel Hilfe, dass er die Imkerei betreiben kann. Egal, ob er sich drei oder 30 Völker hält."

Nico Heiden, Vereinsvorsitzender aus Passow, hat seit acht Jahren Erfahrung in der Bienenhaltung. "Durch so einen Lehrgang kommt man auf den neuesten Stand. Schließlich will ich meinen Kunden in meinen eigenen Honiggläsern und unter eigenem Etikett hohe Qualität anbieten." Das Vertrauen der Kunden will er auch durch Tage der offenen Tür gewinnen. Regelmäßig öffnen die Heidens aus Kummerow ihre Honigküche. Demnächst wieder zur Brandenburger Landpartie.

Kontakt zu Imkern über www.imkerverein-um.de.

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