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Kampf ums Kulturhaus Kruge

Seit Jahrzehnten Ort für Vereinstreffen und Feierlichkeiten: Das Kulturhaus Kruge. Wegen unzureichender Brandschutzvorrichtungen droht dem unter Denkmalschutz stehenden Objekt eine Sperrung der oberen Etage
Seit Jahrzehnten Ort für Vereinstreffen und Feierlichkeiten: Das Kulturhaus Kruge. Wegen unzureichender Brandschutzvorrichtungen droht dem unter Denkmalschutz stehenden Objekt eine Sperrung der oberen Etage © Foto: Karin Fritsche
Wiebke Wollek / 11.02.2015, 07:10 Uhr
Kruge (MOZ) Dem Kulturhaus Kruge droht die Sperrung der oberenen Etage. Das hatte die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises für den Fall angekündigt, dass die Gemeinde kein Brandschutzkonzept vorlegen kann. Ein solches ist nun in Auftrag gegeben worden.

Fehlende Brandmelder, zu lange Fluchtwege und ein Rettungsweg, der nicht den Anforderungen des Landkreises genügt - diese Defizite könnten dem Kulturhaus Kruge zum Verhängnis werden. Die Untere Bauaufsichtsbehörde hatte mit der Sperrung der oberenen Etage gedroht, wenn beim Thema Brandschutz in dem 60 Jahre alten Gebäude nicht bald etwas passiert.

"Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass die obere Etage nicht mehr genutzt werden kann, wäre das eine Katastrophe für viele Vereine", stellt Karin Fritsche (SPD) klar, die den Kulturausschusses im Amt Falkenberg-Höhe leitet. Weil ihr die Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes besonders am Herzen liegt, setzt sie seit Wochen alle Hebel in Bewegung, um die Sperrung abzuwenden.

Betroffen sind in erster Linie die Vereine, die sich regelmäßig im Kulturhaus treffen. Vor allem für den Schützenverein wäre es sehr schwierig, eine vergleichbare Lokalität zu finden. Rund ein Drittel der 60 Mitglieder sind Jugendliche, an denen der Gemeinde sehr viel liegt. Wichtig ist die Etage auch für die Kruger Kita, die in dem Gebäude ihre Sportstunden abhält. Auch der Computerverein Eastlan und die Sportfrauen bangen um ihre Vereinsräume.

Doch das Kulturhaus ist nicht nur Angelegenheit der Kruger Einwohner. "Es ist der größte Saal im Amt Falkenberg-Höhe", betont Karin Fritsche. Wegen der guten Akustik wird das Gebäude seit Jahren für den Karneval und andere Festveranstaltungen genutzt, die auch von Bewohnern der umliegenden Gemeinden besucht werden. "Wir brauchen das Kulturhaus", sagt Karin Fritsche, die gleichzeitig Ortsvorsteherin von Falkenberg/Mark ist.

Im November hat Amtsdirektor Holger Horneffer das Problem zur Chefsache gemacht. Das Amt hat im Auftrag der Gemeinde ein Brandschutzkonzept in Auftrag gegeben, Kostenpunkt: etwa 4000 Euro. Da die Gemeinde für die Erfüllung der erwarteten Auflagen mit weiteren hohen Ausgaben rechnet, ist die Hilfe der Bevölkerung gefragt. Ab Anfang Juni sind mehrere Benefizveranstaltungen geplant, bei denen sich die Vereine präsentieren. Der Tanzverein möchte außerdem einen Charity-Ball auf die Beine stellen. Karin Fritsche ist gerade im Gespräch mit dem Berliner Bundespolizeiorchester, das sie als besonderen Besucheranreiz für einen Auftritt in die Kurstadt einladen möchte. "Wir haben schon mehrfach telefoniert, man denkt gar nicht, wie viel Aufwand dahinter steckt", sagt die 58-Jährige. "Die Chemie muss auch erst einmal stimmen."

Für die umfangreichen Planungen hat sich ein Festkomitee mit elf Mitgliedern gegründet, das sich nächstes Mal kommende Woche Dienstag um 18 Uhr trifft. Bis dahin soll auch geklärt sein, ob das Bundespolizeiorchester spielt. Vorsitzender des Komitees ist Maik Hölzer, Ortsvorsteher von Kruge/Gersdorf. Karin Fritsche ist für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Das Geld aus den Benefizveranstaltungen soll in den Brandschutz des Kulturhauses fließen, den die Gemeinde wohl nicht aus eigener Kraft finanzieren können wird. Denn der Fokus liegt nach wie vor auf der Erhaltung von Grundschulen und Kitas, die die Orte für Familien mit Kindern lebenswert machen.

Sollte die Gemeinde die Brandschutzauflagen nicht erfüllen können, würde das weitere Probleme nach sich ziehen. Das Gebäude müsste abgesichert werden. Dass unter diesen Umständen ein Käufer gefunden werden könnte, hält Karin Fritsche für unwahrscheinlich und nicht in Erwägung zu ziehen.

Neben den Benefizveranstaltungen sollen Spenden das Kulturhaus retten. Dazu wurde bei der Stiftung Oderbruch ein Konto eingerichtet. Amtsdirektor Holger Horneffer, der kommende Woche Donnerstag seinen 50. Geburtstag feiert, teilt mit, dass er statt Blumen und Geschenke um eine finanzielle Unterstützung bittet. Die Zuwendungen sollen der Initiative der Vereine zur Erhaltung des Kulturhauses bereitgestellt werden. Diese bemühen sich mit einer Vielzahl von Aktivitäten, das Objekt zu beleben und Mittel einzuwerben, die unter anderem zur Umsetzung der Brandschutzauflagen benötigt werden. "Jede Hilfe ist willkommen, auch wenn es nur wenige Euro sind", sagt Karin Fritsche.

Spendenkonto: Sparkasse MOL DE 97 1705 4040 3000 6499 20 bzw. Raiffeisenbank Fürstenwalde DE 62 1709 2404 0004 3082 55, Verwendungszweck: Spende 50. Geb. Holger Horneffer.

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