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Neue Ausstellung in der Galerie wird am Sonnabend eröffnet / Werke von 32 Künstlern sind zu sehen

Museum zeigt Kunstschatz der Stahlstadt

Aus dem Bürgermeisterbüro ins Museum: Seine "Ansicht von Stalinstadt" malte Walter Womacka im Jahr 1958.
Aus dem Bürgermeisterbüro ins Museum: Seine "Ansicht von Stalinstadt" malte Walter Womacka im Jahr 1958. © Foto: MOZ
Janet Neiser / 12.02.2015, 06:33 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Mehr als 700 Bilder, Skizzen sowie Skulpturen und Plastiken gehören zur Kunstsammlung von Eisenhüttenstadt. Ein wahrer Schatz, der Jahr für Jahr größer und wertvoller wird. Ein Teil dieser Kunstwerke wird ab dem Wochenende in der Galerie des Städtischen Museums gezeigt - in der neuen Ausstellung "Malerei, Grafik, Plastik".

In den vergangenen zehn Jahren wurde die Kunstsammlung durch Schenkungen von Kunstwerken durch Mäzene stets erweitert, erzählt Hartmut Preuß, der Museumsleiter und Herr über die Kunstschätze von Eisenhüttenstadt. Zudem habe das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen der Galerie Arbeiten namhafter Künstler der DDR als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. "Aber auch Maler überlassen uns hin und wieder Bilder, wenn sie bei uns ausgestellt haben, weil es ihnen bei uns so gut gefallen hat", sagt der Museumsleiter.

Werke von 32 Künstlern aus der Stadt, der Region, aber auch von weiter her schmücken nun bereits die Galerieräume und sind zugleich ein Diskurs durch die Kunstgeschichte. Da gibt es zum Beispiel das Bild "Ansicht von Stalinstadt" aus dem Jahr 1958. Gemalt wurde der Blick vom Rosenhügel auf Stadt und Roheisenwerk von Walter Womacka (1925-2010), der damals gerade seinen ersten großen Kunstauftrag für die neue Planstadt beendet hatte. Gleich neben dem Gemälde, das normalerweise im Büro der Eisenhüttenstädter Bürgermeisterin hängt, hat Hartmut Preuß ein weiteres Zeitdokument aus dem Jahr 2004 platziert. Damals war Womacka für das Goldene Buch der Stadt Eisenhüttenstadt vorgesehen. Folgende Worte des Künstlers sollten darin erscheinen: "Für meine künstlerische Entwicklung war Eisenhüttenstadt sehr wichtig. Als noch Unbekannter erhielt ich große Aufgaben, die meinen späteren Weg als Maler bestimmten. Für dieses Vertrauen bin ich sehr dankbar." Doch aus dem Eintrag wurde letztlich nichts. Die Verantwortlichen im Rathaus machten kurzerhand einen Rückzieher. Es gab plötzlich Bedenken wegen Womackas Haltung zur DDR-Politik.

In der Ausstellung lassen sich aber viele weitere Bezüge zu Eisenhüttenstadt herstellen. So ist in der Galerie beispielsweise auch ein abstraktes Bilder von Walter Wichmann (1916-1972) zu sehen. "In den 1950er- und 60er-Jahren war er ein führender Maler in Ostberlin", sagt Hartmut Preuß. Er gehörte zu einer Gruppe von etwa 30 Künstlern, die ihre Handschrift in der Planstadt hinterlassen haben, und zwar als Auftragskünstler in der Aufbauzeit. Von Wichmann stammen die Wandmalereien, die im Treppenaufgang zum Foyer des Friedrich-Wolf-Theaters zu sehen sind.

Aber auch kleine Werke wie "Amtsschimmel" und "Baulöwe" von Peter Müller, die Gipsfigur ohne Titel von Herbert Burschik sowie das großformatige Bild "Demonstrant" von Heinrich Tessmer machen die neue Ausstellung zu einem echten Hingucker.

Vernissage, Sonnabend, 11 Uhr, mit Musik von Elena Welker, Galerie des Städtischen Museums

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