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Region um chilenischen Vulkan evakuiert

 Nach dem Ausbruch des Vulkans ChaitÚn im S³den Chiles haben die Beh÷rden in einem Radius von 50 Kilometern alle Menschen evakuiert. Foto: dpa
Nach dem Ausbruch des Vulkans ChaitÚn im S³den Chiles haben die Beh÷rden in einem Radius von 50 Kilometern alle Menschen evakuiert. Foto: dpa © Foto:
07.05.2008, 16:02 Uhr
Santiago de Chile Nach dem Ausbruch des Vulkans Chaitén im Süden Chiles haben die Behörden bis Mittwoch so gut wie alle Menschen aus der Umgebung in Sicherheit gebracht. In einem Radius von 50 Kilometern rund um den Vulkan gebe es nach Kenntnis der Behörden keine Menschen mehr, sagte Rodrigo Rojas, der Leiter des Katastrophenamtes. Es jedoch nicht auszuschließen, dass sich auf dem Land noch einige Menschen aufhielten. Die seien aber nicht mehr zu erreichen, sagte Rojas. Über dem etwa 1000 Meter hohen Chaitén stand eine etwa 20 Kilometer hohe pilzförmig Wolke aus giftigen Gasen und Asche, die sich als dicke, graue Schicht auf Häuser, Wiesen und Wälder legte.

Nach Einschätzung von Experten kann es noch Wochen dauern, bis sich der Vulkan, der nach geologischen Berechnungen mehrere tausend Jahre inaktiv war, wieder beruhigt. Die bisher zwei Krater des Vulkans hätten sich zu einem einzigen vereint, und ein größerer Ausbruch sei nicht auszuschließen. Dann könne alle Vegetation im Umkreis von 30 Kilometern um den Vulkan verbrennen, warnten Experten des chilenischen Vulkanamtes. Die Folgen für die betroffenen Menschen und vor allem für die Natur und die Landwirtschaft seien noch gar nicht abzusehen, schrieb die Zeitung "La Tercera".

Das Vieh der Bauern, die mit Schlauchbooten der Marine zu Kriegsschiffen in Sicherheit gebracht wurden, die vor der Küste ankern, hat kaum eine Überlebenschance. Etwa 40 000 Rinder seien vom Hungertod bedroht, weil sie beim Weiden Asche mitaufnehmen, die ihnen den Magen verstopft. Auch die Böden würden Jahrzehnte brauchen, um sich von den Folgen des Ascheregens zu erholen, schätzte der Bodenexperte Wilfredo Vera. Bis zu 30 Zentimeter hoch liegt mancherorts bereits das graue Pulver, das unter dem Einfluss von Regen zudem zu einer steinharten Kruste erstarrt.

Die Regierung in der Hauptstadt Santiago versicherte, sie werde den Betroffenen unbürokratisch und schnell helfen. José Miguel Fritis, Bürgermeister der nur zehn Kilometer vom Krater entfernten und nun menschenleeren Stadt Chaitén, schloss eine Neugründung des Ortes mit früher etwa 4000 Einwohnern an anderer Stelle nicht aus.

Die Zahl der seit dem Beginn des Ausbruchs am Freitag insgesamt evakuierten Menschen wurde mit mindestens etwa 10 000 angegeben. Auch Teile Patagoniens im benachbarten Argentinien sind von Ascheregen betroffen. Dort wurden die Menschen aufgefordert, die Häuser nicht zu verlassen.

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