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Salsa ist kein Discofox - RA-Reporterin probiert Tanzkurs aus

Mal ein Tanzstil, der Spaß macht: Trainer Pelao und ich tun mal so, als ob ich schon richtig gut bin. Das ist nach einer Stunde Reinschnuppern natürlich nicht möglich. Pelao aber ist der beste Beweis dafür, dass auch ein Deutscher Rhythmus im Blut haben k
Mal ein Tanzstil, der Spaß macht: Trainer Pelao und ich tun mal so, als ob ich schon richtig gut bin. Das ist nach einer Stunde Reinschnuppern natürlich nicht möglich. Pelao aber ist der beste Beweis dafür, dass auch ein Deutscher Rhythmus im Blut haben k © Foto: MZV
Anna Fastabend / 19.02.2015, 10:21 Uhr
Neuruppin (RA) Salsa ist mehr als ein Tanz, es ist ein Lebensgefühl. Feurige Rhythmen und wilde Umdrehungen vermischen sich zu einem einzigartigen Lebensgefühl. Trainer Pelao hat den Tanz nach Neuruppin gebracht. Derzeit sucht er für seinen Kurs vor allem Männer. Anfänger sind willkommen.

"Versuch mal eine Brücke zu schlagen", sagt Tanzlehrer Pelao zu mir, als wir für das Foto posieren. Damit meint er, dass ich meinen Oberkörper so weit wie möglich nach hinten biegen und mich in seinen ausgestreckten Arm fallen lassen soll. Das Foto soll schließlich nach etwas aussehen. Doch bei seiner Idee hat er nicht mit meiner Unsportlichkeit gerechnet. Da ich das Gegenteil von locker bin, hören Pelao und ich ein lautes Knacken in meinem Rücken. Dabei ist die Figur nur in Bewegung etwas für Fortgeschrittene, im Stehen ist sie eigentlich ein Kinderspiel. Pelao überspielt den peinlichen Moment aber gekonnt und bietet mir eine Pose an, die selbst ich problemlos hinbekomme.

Ich gebe zu, ich habe mich nicht uneingeschränkt auf die Salsa-Schnupperstunde am Mittwochabend im Irish Pub gefreut. Ich habe seit einem verkorksten Balletttraining in Kindertagen verflixte Berührungsängste vor dem Tanzen entwickelt. Die verschlimmern sich noch in dem Moment, in dem ich den improvisierten Tanzsaal betrete. Das Training hat vor Kurzem begonnen und die Tanzpaare üben bereits ein paar kompliziert aussehende Schrittfolgen einschließlich der dazugehörenden Drehungen. Sofort muss ich an diesen verkrampften Standardtanzkurs mit verschwitzten Händen, verknoteten Beinen und Schamesröte im Gesicht denken, den ich mitten in der Pubertät besuchen musste.

Dann die pure Erleichterung. Schon nach fünf Minuten merke ich, Salsa ist kein Discofox, Pelao das Gegenteil eines aalglatten, spießigen Tanzlehrers und die Teilnehmer haben richtig Spaß bei der Sache. Ich entspanne mich.

Tanzlehrer Pelao weiß um die Berührungsängste vieler Deutscher mit dem Salsa und geht bei seinem Training gezielt darauf ein. "Zum Beginn mache ich immer ein Rhythmusstudium mit meinen Schülern", erklärt er. Warum wir Deutschen das brauchen, ist völlig einleuchtend. Ich erkläre das jetzt mal in meinen eigenen Worten. Denn Pelao ist ein äußerst taktvoller Mensch und hat das Folgende natürlich viel sensibler ausgedrückt. Doch es ist nunmal so: Nehmen wir zum Beispiel die Kubaner. Die wachsen mit den schnellen Gitarren- und Trommelklängen auf und die passenden Bewegungen dazu wurden ihnen in die Wiege gelegt. Wir Deutschen hingegen haben meistens Schützenfestzelt-Musik und Discofox im Blut. Meine Generation vielleicht noch ein bisschen Techno, zu dem sie unkoordiniert im Berghain stampft.

Pelao, gutgelaunt, witzig und total entspannt, wohnt in Berlin und trägt in Wirklichkeit einen deutschen Vornamen. Wegen seiner Herkunft kann er sich natürlich besonders gut in jemanden wie mich hineinversetzen. Und er ist der lebende Beweis dafür, dass auch Deutsche wahre Salsameister werden können. Er kam während seines Spanischstudiums mit der lateinamerikanischen Musik und dem Tanzstil in Berührung und fing sofort Feuer. Und wurde nicht nur Perkussionist (Schlagzeuger für verschiedenste Schlaginstrumente), seit Ende der 1990er-Jahre bietet er zudem in Brandenburg und Berlin Salsakurse im kubanischen und im New Yorker Stil an.

Leider herrscht wie in allen Tanzkursen Männermangel. Das bedauern Doreen Ellfeldt, die neu dazugekommen ist, Liane Schlüter, deren Tanzpartner heute krank ist, und ich sehr. So tanzen die beiden Frauen abwechselnd mit Pelao. Ich übe derweil am Rand immer wieder den Grundschritt, den mir Liane Schlüter zwischendurch gezeigt hat. Alleine klappt der schon ganz gut, nur bei der Drehung hapert es noch. Dabei ist gleichzeitig bis Acht zählen und im Kreis gehen doch eigentlich gar nicht schwer. Da es aber nur wenige Menschen gibt, die so talentfrei beim Tanzen sind wie ich und ich das Rhythmustraining nicht mitgemacht habe, klappt das normalerweise bestimmt viel schneller.

Immer wenn Pelao die Trockenübungen beendet und Musik einlegt, machen die Bewegungen so richtig Spaß. "Ein bisschen lockerer aus der Hüfte", gibt mir Liane Schlüter als Tipp. Sie ist schon richtig gut. Und siehe da, so langsam bekomme ich ein Gefühl für die Musik, die wirklich ausgesprochen gute Laune und süchtig zu machen scheint. Liane Schlüter jedenfalls hört seit ihrem ersten Tanzkurs auch zu Hause ständig Salsamusik. "Wenn die läuft, muss ich durchs Zimmer tanzen", erzählt sie. Und Ivonne Lorenz, die den Kurs mit ihrem Mann Patrick Lorenz besucht, verrät mir: "Zum ersten Kurs musste ich meinen Mann noch überreden, am zweiten hatte er richtig Freude und beim jetzigen war er es, der uns angemeldet hat."

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Team Salsaland 24.03.2015 - 23:14:43

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