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Klassenreise zur Musik von Rolf Zuckowski

Ständchen auf der Treppe: Seit einer Woche proben Schüler aus Golzow und Kostrzyn in Trebnitz für ein Mini-Musical. Donnerstag besuchte sie Rolf Zuckowski.
Ständchen auf der Treppe: Seit einer Woche proben Schüler aus Golzow und Kostrzyn in Trebnitz für ein Mini-Musical. Donnerstag besuchte sie Rolf Zuckowski. © Foto: Johann Müller
Marco Marschall / 19.02.2015, 19:53 Uhr
Trebnitz (MOZ) Zum nunmehr vierten Mal wurde im Schloss Trebnitz zur Klassenreise zur Musik eingeladen und ein Mini-Musical einstudiert, bei dem deutsche und polnische Schüler Lieder von Rolf Zuckowski einstudieren. Der sieht im Projekt die Chance zu einem europäischen Gemeinschaftsgefühl.

Hinter der großen Flügeltür übt Margozata Gademska mit ihrer Schülergruppe gerade die Choreografie. Nur noch eine Stunde bis zur Generalprobe. Gleich einen Raum weiter singen ein Dutzend Knirpse aus vollen Kehlen: "Wir sind Kinder, der Stoff aus dem die Zukunft ist". Danach folgt der Refrain noch mal in polnischer Sprache. Marie-Laurence Admowicz begleitet sie am Klavier. Die in Frankreich geborene Frau hat polnische Eltern und ist in Deutschland aufgewachsen, beherrscht beide Sprachen. Und auch ihre Gesangsgruppe muss zumindest den Refrain in der jeweiligen Fremdsprache singen können. Das klappt nach einer Woche schon ganz gut. "Die polnischen Kinder haben es etwas leichter, weil sie Deutschunterricht an der Schule haben", verrät die Gruppenleiterin.

Einen prominenten Zuhörer hat der kleine Chor auch. Rolf Zuckowski ist am Donnerstag im Schloss zu Gast und schaut, was die Schüler aus Golzow und Kostrzyn gelernt haben. Es ist in Trebnitz mittlerweile die vierte "Klassenreise zur Musik", die der bekannte Liedermacher in der Begegnungsstätte angeschoben hat. Allerdings nimmt er sich zurück. "Ich fördere hier ein Projekt. Die Arbeit mit den Kindern übernehmen die Leiter der drei Gruppen", sagt Zuckowski. Geprobt werden Schauspiel, Tanz und Gesang. Am Ende entsteht ein 45-minütiges Mini-Musical, das vor Lehrern und Angehörigen aufgeführt wird und im besten Fall eine Schulpartnerschaft führt.

Geglückt ist das zum Beispiel im Falle der Dolgeliner Grundschule, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit einer Klasse der polnischen Grundschule aus Siedlec am Projekt teilnahm. "Wir besuchen uns seitdem gegenseitig. Es ist eine richtige Freundschaft entstanden", berichtet Schulsekretärin Kerstin Kempert, als sie die Proben in Trebnitz am Donnerstag wieder besucht. Erst Freitag vor einer Woche war sie mit den Dolgelinern und den befreundeten Schülern aus Siedlec erneut im Schloss und probte. Nur einen Tag darauf reisten alle nach Hamburg, um ihr Mini-Musical vor der High Society beim "Ball über den Wolken" im Atlantic Hotel aufzuführen. Die Spenden der Veranstaltung gingen in diesem Jahr an die Rolf-Zuckowski-Stiftung "Kinder brauchen Musik".

Die musikalischen Klassenfahrten des 67-jährigen Kinderliedermachers finden mittlerweile in mehreren Städten statt. Einige davon, wie in Trebnitz, zweisprachig. "Kinder können Grenzen singend spielend überwinden", sagt Zuckowski. Das zeige sich schon daran, wie schnell den Schülern die Texte in der jeweiligen Fremdsprache über die Lippen gehen. So entstehe gegenseitige Sympathie. Bei Erwachsenen sei das gerade mit Blick auf die deutsch-polnische Vergangenheit schwieriger. Große Politik wolle er mit den Projekten nicht machen, jedoch kleine, aber wichtige Impulse für ein europäisches Gemeinschaftsgefühl setzen.

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