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Im März ziehen als erstes Flüchtlinge aus dem Tschad in Haus Bucheneck ein

"Ist gar nicht so schlimm"

In Haus Bucheneck: Karin Matlik (l.) stellt Besuchern die Wohnungen vor. Der Flur führt zu den künftig doppelt belegten Zimmern, die mit Möbeln aus dem Sozialen Möbellager ausgestattet werden.
In Haus Bucheneck: Karin Matlik (l.) stellt Besuchern die Wohnungen vor. Der Flur führt zu den künftig doppelt belegten Zimmern, die mit Möbeln aus dem Sozialen Möbellager ausgestattet werden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 26.02.2015, 05:45 Uhr
Lobetal (MOZ) Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal vermietet drei Wohnungen für Flüchtlinge an den Landkreis Barnim. In der ersten Märzwoche soll die erste Gruppe in das Haus Bucheneck einziehen. Geplant ist, dass bis Ende März die insgesamt vorgesehenen 26 Personen eingezogen sind.

Um über den bevorstehenden Einzug zu informieren, hatte der Ortsbeirat alle Einwohner aus Lobetal am Dienstagabend eingeladen. Und es kamen viele. Die Stühle im Saal Alt Lobetal waren fast alle belegt, das Interesse groß. Und auch in Lobetal wiederholte sich eine Erfahrung, die insbesondere die Mitarbeiter des Landkreises wiederholt machen. Auf der einen Seite werden Fragen gestellt, wie die künftigen Bewohner begrüßt werden können, welche Unterstützung sie benötigen und wie ein ehrenamtliches Engagement gestaltet werden kann. Auf der anderen Seite stehen aber auch Befürchtungen, Skepsis und Ängste.

"Ein Grund ist, dass man sich nicht zutraut, mit den neuen Bewohnern eine Nachbarschaft wie zu deutschen Nachbarn aufzubauen", sagte die Barnimer Sozialdezernentin Silvia Ulonsak und führte ein Beispiel aus Zepernick an. Dort habe es Befürchtungen gegeben, dass Gewerbeeinrichtungen im Umfeld der Übergangswohnstätte mit Umsatzeinbußen zu rechnen hätten. Nach einiger Zeit habe sich die Skepsis gelegt, "Ist gar nicht so schlimm", habe es geheißen. Zwei junge Syrer hätten sogar Kontakt zu einem Handwerksbetrieb gefunden.

Wie Karin Matlik von der Barnimer Kreisverwaltung informierte, stammen die ersten acht Bewohner aus dem Tschad und werden jetzt noch in Oderberg betreut. 2013 kamen sie nach Deutschland, drei von ihnen sprechen "sehr gut deutsch", begleiten andere Flüchtlinge als Dolmetscher bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Der Barnimer Integrationsphilosophie entsprechend, wurden sie in Oderberg zunächst auf das Leben in Deutschland und die hiesigen Gepflogenheiten vorbereitet, erläuterte Silvia Ulonska. Das reicht vom Deutschkurs über den Einkauf bis hin zur Aufklärung der Eltern über die Schulpflicht ihrer Kinder. Jetzt stehen die acht Afrikaner in Lobetal vor dem Schritt in ein eigenständiges Leben. Mitte März werden dann acht Flüchtlinge aus Syrien in das Haus einziehen, die zumindest teilweise recht gut Deutsch sprechen. Zum Abschluss wird Ende März eine Familie die Wohnung im Obergeschoss beziehen.

Die große ehrenamtliche Unterstützung in anderen Orten stellte Petra Stabenow vor, die die Einrichtungen des Landkreises in Wandlitz, Zepernick und Eberswalde leitet. Das Engagement reicht von Vereinen über Schulen bis hin zu einzelnene Personen und umfasst ein ersten gemeinsames Kaffeetrinken zum Willkommen ebenso wie die Erkundung gezielter Hilfen.

Auf die Frage, ob in Lobetal Fahrräder künftig angeschlossen und vor den Häusern Zäune gezogen werden müssten, reagierte Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung, mit dem Hinweis, dass auch bisher Räder gestohlen wurden und Einbrüche vorkamen. Bernaus Bürgermeister André Stahl verwies darauf, dass es in der Umgebung von Flüchtlingswohnstätten keinen Kriminalitätsanstieg gebe. Er begrüße es, dass die Hoffnungstaler Stiftung Wohnungen und damit kleinere Einrichtungen angeboten habe.

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aische rotkohl 27.02.2015 - 01:27:52

Drücker-Lohn

Herr Lohn, sie drücken sich so romantsich aus. "Paarungsmarkt" hört sich fast wie "Pferdemarkt" an. Und das Tierische hat es Ihnen scheinbar angetan. Alte deutsche Urängste vor dem Nebenbuhler kommen da hoch, Versagensängste, die nach Therapie schreien. Woher nur kommt in Ihrer Phantasie der enorme MÄNNER-Überschuss bei den 20- bis 40-jährigen??? Ihre riskanten Freizeitvergnügen (inklusive Komasaufen und rasante Nachtfahrten) dezimieren ja die männliche Anzahl deut(sch)lich. Also lohnt es sich, auch unter dem genetisch und kukturell bereichernden Faktor das Deutschtum aufzufrischen. Danke für die Anregung!

Thorsten Wirth 26.02.2015 - 18:59:58

Prima Satire

@Lohn. Glückwunsch. Ihr Beitrag hat mich fast überzeugt. Aber am Ende fand ich es doch etwas zu übertrieben und damit hat er sich als Satire geoutet. Oder doch nur traurige Realsatire? @Daniel SuSa Angesichts solcher Kommentare ist m.M. die Durchmischung der "teutschen Rasse" noch nicht weit genug fortgeschritten. Wenn Sie sich Sorgen machen, bei Frauen keinen Stich zu landen, weil sie von einem Mann mit farbigem Familienhintergrund, ohne Geld und Karriere etc. vom Thron gestoßen werden, sollten Sie die Ursache schon bei sich selber suchen. Bis dahin freue ich mich, wenn Menschlichkeit siegt und in Lobetal und anderenorts Einheimische und Zuwanderer gemeinsam zueinander finden, Ängste überwinden und sich kennenLERNEN.

Lohn 26.02.2015 - 10:04:27

Die...

allerwenigsten der männlichen muslimischen Flüchtlinge haben eine Frau, die sie nachholen könnten. Daher werden sie sich hier eine einheimische Frau nehmen und Kinder zeugen und damit auf den Paarungsmarkt drücken, auf dem in der Altersspanne zwischen 20 und 40 in D ohnehin schon ein riesiger Männerüberschuss herrscht. Daher werden zukünftig die meisten einheimischen Männer in D gezwungenermassen frau- und kinderlos, sexlos (ausser Bordell) bleiben. Zudem werden die weiblichen Mitglieder aus der muslimischen Bevölkerung konsequent vom Paarungsmarkt abgeschirmt und für Ehen mit Partnern aus dem Heimatland aufbewahrt, die dann über den Familienzuzug nach D in die Sozialsysteme kommen. Bei bi-nationalen Partnerschaften zwischen Deutschen und Muslimen ist der deutsche Teil fast ausschliesslich weiblich. Es bleibt daher sozial- und gesellschaftspolitisch weiterhin ungemein spannend in D.

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