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Flammen befreien Weideflächen im Nationalpark von Trockengras

Feuerlegen mit Vorsatz

Einsatz im Nationalpark: Feuerwehrleute aus Passow sichern den kontrollierten Brand in der Nähe von Stützkow.
Einsatz im Nationalpark: Feuerwehrleute aus Passow sichern den kontrollierten Brand in der Nähe von Stützkow. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Raban Kerschek / 01.03.2015, 07:45 Uhr
Schwedt (MOZ) Im Nationalpark "Unteres Odertal" sind bei Alt Galow und Stützkow Weideflächen vom vorjährigen Aufwuchs befreit worden. Das traditionelle Flämmen wurde unter Anleitung eines Expertenteams zusammen mit Feuerwehrleuten durchgeführt. Ein Feuer mit Vorsatz.

Ein ungewöhnlicher Anblick bot sich dem Betrachter am Donnerstagmittag im Nationalpark "Unteres Odertal". Während die Sonne ihre ersten Frühjahrsstrahlen auf die Erde schickt, erwärmt die Beobachter des traditionellen Weideflämmens das lodernde Feuer. Mitten im Nationalpark, irgendwo in der Nähe von Stützkow, haben sich Feuerwehrleute, Experten und Verantwortliche des Nationalparks auf einer Weidefläche zum diesjährigen Flämmen versammelt.

Beim Flämmen, was früher fester Bestandteil der Weidennutzung war, wird kontrolliert Feuer gelegt, um Weide- und Magerrasenflächen vom nicht mehr verwertbaren, abgestorbenen Aufwuchs zu befreien.

"Es werden rund zwei Hektar geflämmt", sagt Katrin Todt, Arten- und Biotopenschutzexpertin des Nationalpark. Sie weist zudem Bedenken zurück, dass viele Kleintiere und Insekten durch das Feuer zu Schaden kommen würden. "Es wird nur die obere Grasschicht abgebrannt, alles was da drunter liegt wird nur einer geringen Hitzewirkung ausgesetzt", erklärt sie. Unter den isolierenden Moosschichten würden die meisten Tiere überleben und es käme nicht zu Populationsschäden. "Im Gegenteil", sagt Todt. "Die Pflanzen und Tiere profitieren vom Abbrennen der abgestorbenen Gräser." Binnen kürzester Zeit würden viele Arten die Flächen wieder besiedeln.

"Das alles ist natürlich nur mit der Unterstützung der Feuerwehr möglich", sagte Dirk Treichel, Leiter des Nationalpark Unteres Odertal. Die Feuerwehrmänner aus Passow sollen dafür sorgen, dass das Feuer nicht außer Kontrolle gerät.

Im letzten Jahr kam es zu einigen Komplikationen, da sich das Feuer aufgrund ungünstiger Winde schneller ausbreitete als gedacht. Durch den zeitweise außer Kontrolle geratenen Brand entstanden aber keine größeren Schäden.

"In diesem Jahr haben wir extra Fachleute engagiert, die sich auf das Flämmen spezialisiert haben", erklärt Treichel.

Sebastian Klein, der Experte für Feuer zur Biotoppflege, verrät, dass ideale Bedingungen herrschen "Der Wind kommt nur aus einer Richtung und wir haben Schneisen geschlagen, so dass die Flammen sich nicht auf andere Flächen ausbreiten können", sagt Klein.

Nach dem erfolgreichen Flämmen bleibt eine dunkle Fläche, irgendwo im Nationalpark, die im Gegensatz zur leuchtenden Sonne abermals einen ungewöhnlichen Anblick bietet.

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Brötchen 01.03.2015 - 17:06:30

Ich dachte,

menschliche Einflßnahme ist nicht gewollt ?

Heese 01.03.2015 - 11:08:54

Warum nicht überall, wo es erforderlich ist??

Warum nicht überall, wo es erforderlich ist?? Seit Jahrzehnten wird dies in vielen Nationalparks der Welt praktiziert, hier in Brandenburg schafft man dies nicht. Nicht einmal mit Rasenmaht im Sommer. Es wäre mal Sinnvolles für die vielen FFW!

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