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Golzower Gärtnerei geschlossen

Aus und vorbei: Kein frisches Gemüse mehr aus der Landwirtschaft Golzow Betriebs GmbH.
Aus und vorbei: Kein frisches Gemüse mehr aus der Landwirtschaft Golzow Betriebs GmbH. © Foto: Johann Müller
Ulf Grieger / 02.03.2015, 23:11 Uhr - Aktualisiert 03.03.2015, 10:01
Golzow (MOZ) Erstmals seit der Bildung der Groß-LPG vor 40 Jahren wird es keine Gemüseproduktion auf den Felder rings um Golzow geben. Das hat die Geschäftsführung der Odega, der Mutterfirma des Landwirtschaftsbetriebes, entschieden. Wichtigster Grund ist die Marktpreisentwicklung im Verhältnis zum Mindestlohn.

"Frischgemüseproduktion ist ein hartes Geschäft", erläutert Odega-Geschäftsführer Detlef Brauer die Entscheidung, in diesem Jahr diesen Produktionszweig zunächst einmal stillzulegen. "Wir haben es uns damit wirklich nicht leicht gemacht", sagt er mit Blick auf Andreas Weinberg, der die Geschicke vor Ort leitet. Bereits in den vergangen beiden Jahren sei es schwierig gewesen, die Gemüseproduktion wirtschaftlich zu gestalten. Zuletzt waren bis zu 20 polnische Arbeitskräfte zur Unterstützung vor Ort. Von den bis zu zehn deutschen Mitarbeiter dieses Bereiches seien bereits im Vorjahr einige in die Milchproduktion gewechselt. "Wir bieten allen Mitarbeitern Stellen in unsrem Unternehmen an. Schließlich gibt es bei Odega ja auch noch eine Gemüseproduktion", so Brauer. "Wir haben ohnehin eine angespannte Personalsituation und die Gemüseproduktion ist ja auch eine schwere Arbeit."

Bei der Anbauplanung für dieses Jahr musste Odega den Mindestlohn einkalkulieren. "Wir haben errechnet, das wir dadurch mit unserem Gemüse einen um 25 Prozent höheren Preis erzielen müssen. Darüber haben wir mit unseren Abnehmern gesprochen. Die konnten uns aber bisher diesen Preis nicht zusichern", erläutert der Geschäftsführer. "Wir können aber nicht einfach mal 230 000 Euro für Jungpflanzen ausgeben, um dann hohe Defizite einzufahren."

Erst vor drei Wochen sei die Entscheidung gefallen, in diesem Jahr erst einmal die Preisentwicklung zu beobachten. Es bestehe die Sorge, dass das Gemüse aus den Ländern, die keinen Mindestlohn zahlen müssen, den deutschen Markt mit preiswerteren Produkten besetzen wird. Einige Handelsketten, die damit werben, Produkte aus der Region im Angebot zu haben, würden inzwischen wöchentlich über den Preis verhandeln, so dass die Betriebe kaum verlässliche Berechnungen anstellen könnten.

Der Umstand, dass die Frostung in Manschnow nicht mehr das Gemüse aus dem Oderbruch aufkauft, habe hingegen nicht zur Entscheidung beigetragen, betont Brauer. Und auch die Tatsache, dass der Golzower Betrieb aus Odega-Sicht in den zurückliegenden Jahren die Entwicklung im Bereich der Energieproduktion versäumt habe, sei weniger entscheidend gewesen. "Wenn, dann geht es ohnehin nur um die Freilandproduktion", sagt Brauer. Der Gemüseanbau in den Gewächshäusern sei defizitär gewesen und habe lediglich der Direktvermarktung im Hofladen gedient.

Die ausgebaute Infrastruktur für die Gemüseproduktion werde in Golzow zunächst erhalten, versichert der Geschäftsführer. Zudem sei man mit Interessenten im Gespräch, die möglicherweise die Gärtnerei in Golzow zwischenzeitlich mieten.

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Egal 04.03.2015 - 15:57:24

RICHTIG!!!

"Vielleicht ist das sogar besser, wenn man sich mal auf der Zunge zergehen lassen würde, was da auf den Feldern jedes Jahr verspritzt wird und sich in unseren Gewässern und im "Trinkwasser" anreichert." Genau das ist ein Punkt von vielen!!! Aber so ist man das ja von damals (DDR) gewohnt und was sollen wir denn machen. Immer rauf mit der Sauce und in 10 Jahren regen sich die 1. auf huch mein Kind ist deformiert.

Isenhagen 04.03.2015 - 13:28:43

das ist der Lauf der Welt

Gemüse aus Golzow ist zu teuer. Das kauft keiner und punkt und aus. Die Kosten sind zu hoch. Die Menschen wollen das teure Zeug nicht. Ein paar Schritte noch bei dieser Entwicklung und man wird wieder selber anbauen im Garten. Der Staat will mit den gesetzten gegenwärtigen Rahmenbedingungen einfach zu viel mitverdienen. Grundsteuern, Mehrwertsteuern, Energiesteuern man mag gar nicht drüber nachdenken aber so geht eben nicht. Die Konsequenzen werden folgen.

Thomas 04.03.2015 - 13:02:49

Gärtnerei Golzow

Ich frage mich welche Rolle der Konsument bei solchen Entscheidungen spielt... Wenn das so weiter geht, werden bald kostengünstige Roboter die Traktoren bedienen und die Felder vollautomatisch und effizient bewirtschaften. Die Menschen verlieren immer mehr den Bezug zum Boden. Vielleicht ist das sogar besser, wenn man sich mal auf der Zunge zergehen lassen würde, was da auf den Feldern jedes Jahr verspritzt wird und sich in unseren Gewässern und im "Trinkwasser" anreichert. Schade, das Geld die Welt regiert!

Tut nix..... 04.03.2015 - 12:40:25

Danke

Gut ich denke nicht alleine So... Wenn es an den 8,50€ scheitern soll und das ein Grund sein soll, ist das eine Frechheit! 8,50€ sind ca. 1400€ Brutto = ca. 1000€ Netto (Steuerkl. 1) Wie weit man damit kommt brauch ich keinen zu sagen. Und das hier im "Osten" alles günstiger ist, ist doch vollkommener Quatsch. Wieviel bekommen den die Geschäftsführer der Odega die ja keine Holländer sind (sondern von hier wenn ich mich nicht täusche)? Ich bin mal gespannt was auf den Feldern gepflanzt wird Mais oder Raps? Und auf dem Gelände der Gärtnerei kommt eine Biogasanlage drauf. Und das wird damit begründet das die Häuser in Golzow weiter ihre Fernwärme brauchen. Und hurra es werden 3 Arbeitsplätze geschaffen damit geht dann alles zu begründen! Und die gehen dann für 8,50€ in schichten arbeiten und dürfen doch zufrieden sein arbeit zu haben.

Th.Schlatz 04.03.2015 - 10:16:34

@TUT NIX

Tja, das ist eine gute Frage. Sich ehrlich gegen eine Sache stellen, ist nicht der Sinn eines Ossis. Ertragen und hinter vorgehaltener Hand meckern geht gut. Aber sich wirklich gegen Missstände äußern, öffentlich protestieren, den feinen Damen und Herren mal in den Allerwertesten treten, das sollte man.

Tut wirklich nix zur Sache 03.03.2015 - 23:01:53

Das eine Noch

Und noch zu dem einem Kommentar am Anfang... Das platt machen gestallten die Leute hier vor Ort ganz alleine. Wieviel Holländer sitzen denn im Vorstand der Odega?? Dieser Opfergedanke geht einen auf den Geist. Alle die hier wohnen machen doch fröhlich mit!

Tut nix zur Sache 03.03.2015 - 22:59:13

Immer die Anderen

Das ist echt eine Frechheit! Wenn ich mir überlege das ich beim Werksverkauf weniger für das Gemüse bezahlt habe (verbunden mit der Qualität ) als bei Lidl und Co wo es nicht einmal Ansatzweise so schmeckte frage ich mich, wo die Kompetenz der Marketing Abteilung her kommt? Manschnow produziert seid Jahren mit erfolg Tomaten und Gurken und die sind bei weitem nicht günstig! Der einzige Grund der mir da einfällt, es gibt keine Subvention. Sämtliche Äcker sind mit Raps, Mais bzw. Sonnenblumen bepflanzt (und nein das ganze Zeug ist bestimmt nicht Gen verändert ganz bestimmt nicht). Dazu wird zum besseren Ertrag der Acker mit Glyphosat voll geballtert (nur EIN Mix der eingesetzt wird). Aber ich vergas Glyphosat ist ja Bio immerhin hat man es ja in Backwaren nachgewiesen somit kann es nicht soo schlimm sein. Und da kommen wir zur Biogasanlage wo ja das meiste hin kommt was da so nachhaltig wächst fragt sich nur wie lange? Ich möchte mal jeden dazu einladen das zu riechen wenn das Glyphosat verspritzt wird. Oder noch besser wenn die Abprodukte der Biogasanlage in der Nacht schnell auf den Äckern verteilt und unter gegraben werden, dann riecht man es ja nur das das nicht i.O. sein kein. Diese 8,50€ Sache ist doch nur vorgeschoben, der Laden sollte doch schon letztes Jahr dicht gemacht werden. Wieviel Hektar haben sie denn jetzt mehr für Mais und CO? Und jetzt können wir wieder gegen CO2 Verpressung sein. Oder Windkraftanlagen weil dann schaut man wenigstens nicht hin was vor der Tür geschieht.

Neue Asylantin 03.03.2015 - 15:42:12

unmoralisches freiheitliches Leben

Die Worte der Wahrheit fehlen einem. Der Einführung des Euro sei gedankt. Wir ernähren uns gesund und werden wieder unsere Lobby wählen. Ich könnte erbrechen mit dem wie wir belogen werden!!!

Viktor 03.03.2015 - 10:57:31

Rentabilität

Es ist eben rentabler, Enten mit Mistgabeln zu erschlagen und unter unwürdigsten Verhältnissen zu halten, als auf ehrliche Weise Gemüse anzubauen. Das hat der wendige Unternehmenschef sehr gut erkannt.

Leser 03.03.2015 - 04:29:23

na das wundert mich,

wo doch am Montag im RBB groß gebracht wurde, dass sich alle Unternehmen in der Region darüber gefreut und es begrüßt haben, dass der Mindestlohn eingeführt wurde. Wurde die ODEGA nicht gefragt oder wie soll man die Aussage im RBB / bei Antenne Brandenburg werten? Belügen wir uns hier selbst? Es wäre schön, wenn die MOZ mal darüber etwas schreiben würde.

Heese 03.03.2015 - 00:05:55

Es ist zum Kotzen....

Es ist zum Kotzen....Hier im Osten wird alles platt gemacht! Nur noch verseuchten Dreck der Holländer und genmanipulierten Mist bietet man uns an! Wir sind hier im Osten zum Abschuss freigegeben!

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