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Gründungsfest des Basdorfer George-Brassens-Vereins zum zwölfjährigen Bestehen

Zeit der Liebeslieder

Stimmungsvoller Abend: Peter Liebehenschel, der als Basdorfer Ortsvorsteher in Frankreich auch als singender Bürgermeister bekannt wurde, wirkt seit Jahren mit Erfolg bei Brassens-Konzerten mit.
Stimmungsvoller Abend: Peter Liebehenschel, der als Basdorfer Ortsvorsteher in Frankreich auch als singender Bürgermeister bekannt wurde, wirkt seit Jahren mit Erfolg bei Brassens-Konzerten mit. © Foto: Renate Meliß
Renate Meliß / 09.03.2015, 05:45 Uhr
Basdorf (MOZ) Poesie musikalisch genießen - Interpreten und Publikum konnten dies am Sonnabend in Basdorf einen ganzen Abend lang. Mit dem Konzert feierte der Verein "Brassens in Basdorf" sein zwölftes Gründungsfest.

"Liebes Publikum - Sie sind wie der Wind in den Segeln dieses Festivals. Und ich bin unendlich glücklich, schon so lange dabei sein zu dürfen." Isabelle Neuenfeldt begeistert ihre Zuhörer schon seit vielen Jahren mit ihrer charmanten Art, moderne französische Lieder vorzutragen.

"Sie hat so ein ganz besonderes Wesen, uns die Lieder von George Brassens nahezubringen, man kann es kaum in Worte fassen", formuliert es eine Zuschauerin. Gemeinsam mit ihr pfeifen die Gäste mit geschürzten Lippen den Refrain vom "Lied der Prinzessin und ihrem Musikanten" mit.

Dann betritt Antoine Villoutreix die kleine Bühne. Der Pariser lebt seit zehn Jahren in Berlin. Und während er noch seine Gitarre stimmt, erzählt er: "Ich war gerade gestern in dieser Flammerie in Bernau. Das ist ja auch ein Stück französischer Kultur." Dann greift er zur Gitarre. "Wer Chansons schreibt, kommt ja automatisch mit Brassens in Berührung. Ich spiel' euch mal ein paar von seinen Hits. Das sind die, mit denen ich aufgewachsen bin." Und während er in die Saiten greift und singt, entstehen diese Bilder, bei denen man die Straße einer kleinen französischen Stadt zu sehen glaubt. Das Ursprüngliche, ein Sommertag, die Hitze, die über Dächern und Kopfsteinpflaster flirrt. Jungs, die um die Hausecken springen. Sie und Er und voll von Liebe. Die Alten, die im Kreis auf der Bank im Schatten der Bäume die Jahre vorüber ziehen lassen - all die Sommer, die es schon gab. Rotwein im Glas und der Duft von frischen Baguettes. "Brassens war es, der dem Volk die Poesie gebracht hat - man kann sich reinfallen lassen in diese Poesie." Anschließend treten Lutz Keller und Isabelle Neuenfeldt im Duett auf.

2003 war es, als eine Delegation aus Frankreich nach Basdorf kam, um das Lager zu besichtigen, in dem der Chansonnier Brassens von 1943 bis 1944 zur Zwangsarbeit verpflichtet gewesen war. Dabei waren auch Musiker und Organisatoren des größten Festivals Frankreichs, des "Vaison la Romaine". "Damals entschloss man sich, hier in Basdorf den Bahnhofsplatz in George-Brassens-Platz umzubenennen", erinnert sich Jürgen Günther, einer der Gründer des Vereins "Freunde der Freunde von George Brassens", der 2004 aus der Taufe gehoben wurde. Das erste Festival zu Ehren George Brassens fand im gleichen Jahr im Lok-Schuppen der Niederbarnimer Eisenbahn in Basdorf statt. Es war ein Riesenerfolg mit vielen französischen und deutschen Künstlern. Auch im ehemaligen Casino auf dem Gelände der einstigen Polizeischule Basdorf fanden Konzerte statt. Und damit am historischen Ort, denn genau dort befand sich einst das Zwangsarbeiterlager, in dem Brassens arbeitete, ebenso wie auch in den Zühlsdorfer Motorenwerken.

Auch das Klavier, auf dem Brassens damals spielte, ist noch vorhanden, fährt Jürgen Günther fort. Heute stehe es im "Barnimer Hof". Dann verweist er noch auf das große deutsch-französische Volksfest, das Brassens-Festival, welches vom 3. bis 7. September 2015 wieder in Basdorf stattfinden wird.

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Jürgen Günther 13.03.2015 - 15:04:10

Gründungsfest

Danke für den einfühlsamen Artikel, der die Atmosphäre bei unseren Konzerten treffend beschreibt. Auf Wiedersehen bei unserem Festival vom 3.-7.September 2015. www.festival-brassens.info Herzlichst Jürgen Günther für Brassens in Basdorf e.V

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