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Asylunterkunft: Demos verliefen friedlich

Die Befürworter der Asylbewerberunterkunft protestierten gegen rechte Gruppierungen.
Die Befürworter der Asylbewerberunterkunft protestierten gegen rechte Gruppierungen. © Foto: Faltin
Norbert Faltin / 14.03.2015, 19:38 Uhr - Aktualisiert 14.03.2015, 19:55
Nauen (MZV) Durchweg friedlich verliefen die beiden zeitgleichen Asylheim-Kundgebungen am Sonnabendvormittag im Wohngebiet Nauen-Ost. Die im Internet angekündigte und von der Polizei genehmigte Demo unter der Federführung der NPD gegen das Asylbewohnerheim rief indes prompt eine Gegenkundgebung der Heim-Befürworter auf den Plan.

Beobachter zählten rund 80 Sympathisanten der rechten Szene, die Spruchbänder mit Parolen wie „Nein zum Heim – wir stellen uns quer“ oder „Nauen sagt ‚Nein zum Asylantenheim‘“ trugen. Eine Parole, die bereits lautstark während der Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung im Februar von den Asylheimgegnern zu hören war. Ein Kenner der Szene, dessen Name der Redaktion bekannt ist, sagte dieser Zeitung: „Eine Hand voll Nauener sind wohl unter den Protestierern dabei. Bei den meisten Demonstranten handelt es sich um Rechtsradikale aus Bad Belzig, Ketzin und Neuruppin – also aus ganz Brandenburg“.

Indes hießen zahlreiche Vertreter von Initiativen, darunter die Bündnisse "Tolerantes Nauen" und "Nauen für Menschlichkeit", per Gegendemonstration die zukünftigen Flüchtlinge willkommen und erteilten ihrerseits der Panikmache von Neonazis eine deutliche Absage. Ihre Gruppe umfasste rund 40 Teilnehmer, darunter Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann, der Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Hartmut Siegelberg (beide SPD), sowie eine überschaubare Zahl Stadtverordneter aus Nauen. Auch der Bundestagsabgeordnete der Linken, Harald Petzold, setzte mit seinem Protest gegen Neonazis ein Zeichen. Die Gruppe der Gegendemonstranten wurde zudem zivilgesellschaftlich von Engagierten aus Falkensee unterstützt. Sie zeigten gleichfalls Flagge. Spruchbänder wie "Rassismus ist ekelhaft" oder "Bunt statt braun" waren unter anderem zu sehen.

Für zwei Stunden wurden die beiden Demonstrationen genehmigt, die unter starkem Polizeischutz stattfanden. Etwa zehn Streifenwagen und Einsatzfahrzeuge waren vor Ort. Die Gruppe der Gegner der Asylbewerberunterkunft hielt ihre Kundgebung im Bredower Weg ab – in Sichtweite zu den Gegendemonstranten. Die Bewohner des Wohngebietes beobachteten das Geschehen von ihren Fenstern aus, hielten sich ansonsten mit einer Beteiligung an den Demos allerdings auffallend zurück.

 

 

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Leidmedienleser 15.03.2015 - 10:19:13

PR vs. Propaganda

Ein Kenner der Szene, ... „Bei den meisten Demonstranten handelt es sich um Rechtsradikale aus Bad Belzig, Ketzin und Neuruppin ...“. > Die Gruppe der Gegendemonstranten wurde zudem zivilgesellschaftlich von Engagierten aus Falkensee unterstützt.

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