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Infotafel klärt über Geschichte des Waggonaufzugs auf / Weitere Pläne nehmen Formen an

Koloss erwacht zu neuem Leben

Würdigung eines Industriedenkmals: Hartmut Ginnow-Merkert (l.) und Attila Pasztor erklären die Infotafel.
Würdigung eines Industriedenkmals: Hartmut Ginnow-Merkert (l.) und Attila Pasztor erklären die Infotafel. © Foto: Sören Tetzlaff
Simon Rayß / 16.03.2015, 04:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Was für ein Koloss! Die Teilnehmer der ersten Finowkanal-Geschichten-Wanderung 2015 stehen am Fuße des Waggonaufzugs im Kupferhammerweg und staunen. Eine gewaltige Stahlkonstruktion, sechs Meter hoch, mehr als 100 Jahre alt - und nun wieder voll im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Den Anlass dazu bietet die Initiative "Unser Finowkanal", die sich neben der Rettung der Kanal-Schleusen auch die Wahrung der Industriedenkmäler an seinen Ufern vorgenommen hat. Nach der Borsighalle hat am Sonnabend auch der Waggonlift eine Infotafel bekommen.

"Das Vereinsmitglied Kristin Pilz hat sie gestaltet", sagt der Vorsitzende Hartmut Ginnow-Merkert, als er gemeinsam mit Attila Pasztor die Tafel am Kopf des Aufzugs enthüllt. Dass Pasztor dabei ist, kommt nicht von ungefähr. Das Gründungsmitglied des Vereins übernimmt auch eine sogenannte Patenschaft für diesen Teil des Kanals.

Es ist das erste Mal, dass der Verein einen Paten benennt. Nach englischem Vorbild, wie Ginnow-Merkert sagt. Pasztor verpflichtet sich, einmal im Monat auf dem Gelände nach dem Rechten zu sehen und Müll aufzusammeln. Im Gegenzug darf er einen Sticker auf die Tafel ankleben, der ihn als Paten benennt und auf seine Firma im Kupferhammerweg hinweist.

"Erfahrungen in England haben gezeigt, dass die Leute viel weniger geneigt sind, den Ort hier zu vermüllen, sobald ein Name dran steht", erklärt Ginnow-Merkert. Respekt vor der Arbeit des Vereins wünscht sich der Vorsitzende nicht ohne Grund, war doch die Tafel an der Borsighalle erst vor zwei Wochen beschädigt worden.

So verärgert er darüber war, so positiv überrascht ist Hartmut Ginnow-Merkert über die Resonanz, die die elfte Wanderung des Vereins findet. Knapp 70 Teilnehmer bahnen sich nach der Enthüllung ihren Weg hinab auf das Gelände der früheren Hufnagelfabrik. "Unsere bisherige Bestmarke waren 60", freut sich Ginnow-Merkert.

Unten angekommen übernimmt Stadtführerin Karen Oehler das Wort und klärt die Runde über die Geschichte der Fabrik auf. 1871 in Eberswalde gegründet, stellte sie lange Jahre Nägel für Pferdefuhrwerke her. Die Nähe zum Kanal als Transportweg auf der einen und der Eisenbahn auf der anderen Seite machte den Standort attraktiv. 1908 kam der Aufzug dazu, mit dem der Höhenunterschied zu den Gleisen überbrückt werden konnte. 1977 ist das Werk endgültig stillgelegt worden.

Doch nun kommt wieder Leben in den Aufzug. Auf Betreiben des Vereins soll die Hydraulikpumpe restauriert werden. Das Oberstufenzentrum hat Interesse bekundet, die verwitterte Steintreppe wiederherzustellen. Doch all diese Vorhaben brauchen noch eine Menge Gespräche mit allen Beteiligten, nicht zuletzt den privaten Eigentümern des Geländes. Mit der Schautafel ist aber schon mal eine weitere Etappe geschafft.

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New-eberswalder 16.03.2015 - 23:52:12

Ja schick :)

Auja was für ein Koloss , der Jahre vernachlässigt wurde. Aber schon mal wieder schick zu lesen das es nur um den Verein geht und nicht um die Helfer die es ermöglicht haben diesen freizulegen, dabei waren die Berufsfeuerwehr und auch die GeoCacher der Stadt und aus dem Umland, aber das wird ja immer zugerne unter den Teppich gekehrt , denn unsere Truppe ist ja nur böse und taugt nix :( Immer schön mit Blumen der anderen schmücken .... klatsche Beifall ...

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