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Fahrgäste sollen 
am Stadtrand 
umsteigen

Annette Herold / 20.04.2010, 08:00 Uhr - Aktualisiert 20.04.2010, 13:13
Frankfurt (In House) Zur kombinierten Bus-Straßenbahnhaltestelle will die Stadtverkehrsgesellschaft die Haltestelle Markendorf-Ort umbauen. Ziel ist es, dass Fahrgäste aus dem Umland dort vom Bus in die Straßenbahn einsteigen. Die Stadt soll damit vom Busverkehr entlastet und zugleich die Straßenbahn besser ausgelastet werden.

„Es gibt einen Lärmaktionsplan und einen Luftreinhalteplan für Frankfurt. Aus gutem Grund“, sagt Hartmut Huwe, Geschäftsbereichsleiter Technik bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF). Mit ihrem Vorhaben, die Haltestelle am Technologie- und Gewerbecenter auszubauen, wolle die SVF zum Erreichen der in den Plänen festgelegten Ziele beitragen – und es Fahrgästen möglicherweise bequemer machen. „Wir wissen, dass der Bus vor allem von Fahrgästen aus Müllrose genutzt wird“, berichtet Hartmut Huwe. „Und wir wissen auch, dass sie gerade morgens in den Spitzenzeiten vor allem zu den Haltestellen Bahnhof und Kleist Forum wollen.“ Ziel der SVF sei es, dass diese Fahrgäste in Markendorf in die Straßenbahn umsteigen, so dass der Bus aus dem Landkreis Oder-Spree gar nicht erst in die Stadt hineinzufahren bräuchte. Für die SVF hätte das auch den Vorteil, dass die beengte Situation auf dem Bahnhofsvorplatz entspannt würde.

Das Thema soll an diesem Donnerstag erneut in der Arbeitsgruppe Nahverkehrsplan besprochen werden, wie Hartmut Huwe ankündigt. Darin arbeiten auch der Landkreis Oder-Spree und die Busverkehr Oder-Spree GmbH mit, mit beiden Gremien müsste das Vorhaben abgestimmt werden. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir uns einig werden“, sagt Hartmut Huwe.

Befürchtungen, dass mit dem veränderten Angebot Fahrgäste wegbleiben könnten, setzt die SVF eigene Erfahrungen aus der Vergangenheit entgegen. Weder bei Einstellung der Straßenbahnlinie 7 (die von Neuberesinchen nach Markendorf fuhr) noch bei der der Linie 6 (von Neuberesinchen zur Europa-Universität) seien die Fahrgastzahlen gesunken, berichtet Hartmut Huwe und hat eine ganz andere Vermutung: „Vielleicht kommen wir Fahrgästen sogar damit entgegen, wenn sie von Markendorf aus gleich die Straßenbahn nehmen könnten.“

Mit dem Projekt würde auch eine Vorgabe des Frankfurter Nahverkehrsplans erfüllt. Darin heißt es, dass Parallelverkehre auf Bus und Schiene langfristig abgebaut werden sollen. Hinzu kommt, dass es an der 1988 in Betrieb genommenen Haltestelle nach SVF-Angaben ohnehin Baubedarf gibt. Die für das Halbleiterwerk eröffnete Haltestelle mit vier Gleisen sei für heutige Bedürfnisse deutlich überdimensioniert, heißt es. Hinzu komme, dass sie nicht mehr dem heutigen Standard entspreche und dass die Bahnanlage dringend erneuert werden müsse. Die Kosten für das Projekt werden auf 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Die SVF rechnet mit einer 75-prozentigen Förderung von Land und Bund.

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Michael Busse 20.04.2010 - 15:44:00

Das ist doch mal ne schöne Meldung

12 Regionalbusse rollen werktags von Markendorf nach Frankfurt, am Wochenende kein einziger. Denke, diese Zeitung kann bald titeln: "Frankfurter Luft nun endlich sauber" wenn diese 12 Busse nicht mehr in die Stadt fahren. Dann sind Frankfurts Probleme endlich gelöst! Wenn Herr Huwe meint, er käme den Fahrgästen mit dem zusätzlichen Umsteigezwang sogar entgegen, dann sollte er doch in Markendorf mal nachsehen, wie viele Fahrgäste dort heute in die Straßenbahn umsteigen, die Möglichkeit hat man nämlich bereits heute. Es geht wohl wie immer ums einsparen. Und wie immer wird der Verbraucher verhöhnt, in dem man ihm jede vielleicht nötige Sparmaßnahme als Verbesserung verkauft statt zuzugeben, dass man ein paar Euro einsparen muss. Wenn wir Pech haben, entschließen sich 20, 30 Regionalbusfahrgäste von heute, dass sie statt umzusteigen künftig das Auto nehmen wollen. Dann haben wir für 1,3 Mio. eine neue Umsteigehaltestelle und für Straßen und Luftverschmutzung hat sich nichts geändert.

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