Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Experten: Mindestlohn bremst ungleiche Bezahlung von Frauen

Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland dürften sich nach Ansicht von Experten durch den Mindestlohn verringern.
Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland dürften sich nach Ansicht von Experten durch den Mindestlohn verringern. © Foto: dpa
20.03.2015, 07:01 Uhr
Berlin (dpa) Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland dürften sich nach Ansicht von Experten durch den Mindestlohn verringern. "Wenn der Mindestlohn eingehalten wird, werden Frauen davon profitieren, weil eben der größere Teil derjenigen, die unter 8,50 Euro verdient haben, Frauen waren", sagte Christina Klenner vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Hermann Gartner vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet einen solchen Effekt. Wie stark er tatsächlich ausfallen werde, könne man aber noch nicht sagen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass sich durch den Mindestlohn "an der Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen etwas positiv verändern" wird. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack setzt zudem auf das im Koalitionsvertrag vereinbarte Rückkehrrecht aus Teilzeit in eine Vollzeitbeschäftigung, wie sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) sagte.

Frauen verdienen nach wie vor viel weniger als Männer. Auf diesen Missstand soll der Equal Pay Day an diesem Freitag hinweisen. In Deutschland erhielten Frauen im vergangenen Jahr im Schnitt 22 Prozent weniger pro Stunde.

Die Berechnung stützt sich allerdings allein auf den durchschnittlichen Stundenlohn. Dem Statistischen Bundesamt zufolge liegt der Lohn von Frauen bei ähnlicher Tätigkeit und Qualifikation im Schnitt sieben Prozent unter dem ihrer männlichen Kollegen.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) forderte Gewerkschaften und Arbeitgeber auf, "die Tarifverträge einmal genau" zu "prüfen, ob darin nicht eine ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern für die gleiche Arbeit angelegt ist". In der "Berliner Zeitung" (Freitag) zeigte er sich offen für das von Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) geplante Entgeltgleichheitsgesetz: "Die gleiche Bezahlung ist ein richtiges Anliegen. Ich habe es schon in der letzten Wahlperiode bedauert, dass wir da nicht vorangekommen sind", sagte er.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG