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Über die Grenzen

Hier gehts rein: Die alte Remise soll neues Zentrum des Lebens in Trebnitz werden. Am Freitag wurde die Fertigsstellung gefeiert.
Hier gehts rein: Die alte Remise soll neues Zentrum des Lebens in Trebnitz werden. Am Freitag wurde die Fertigsstellung gefeiert. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 21.03.2015, 05:55 Uhr
Trebnitz (MOZ) Schloss Trebnitz stand am Freitagnachmittag Kopf. Drei Ereignisse gab es zu feiern. Ministerpräsident Dietmar Woidke übernahm die Schirmherrschaft für ein deutsch-polnisches Schulprojekt, die Remise mit Dorfladen und Café wurden übergeben sowie eine Ausstellung eröffnet.

Um "Lust auf Nachbarschaft" geht es im neuen deutsch-polnisches Schülerprojekt Translimes" (Über die Grenzen). Dass sich Deutsche und Polen in der Grenzregion heute so selbstverständlich nahe gekommen sind, sei auch ein Verdienst solcher Stätten wie Trebnitz, würdigte Ministerpräsident Woidke. Das sei keine Selbstverständlichkeit. Es brauche immer wieder neuer Ideen, um dies weiter zu entwickeln. Mit dem "Translimes" sollen deutsche und polnische Schulen in Dolgelin, Seelow, Kostrzyn, Stettin und Görlitz näher zusammenrücken, in Begegnungen die Chancen der Nachbarschaft herausarbeiten und nutzen. Die Polin Beata Rauch wird das Projekt im Schloss Trebnitz koordinieren. Er habe sehr gern darüber die Schirmherrschaft übernommen, versicherte Dietmar Woidke.

Kinder aus Golzow und Kostrzyn sangen "Europa Kinderland - wir geben uns die Hand" in Deutsch und Polnisch. Die vielen Gäste sowohl aus Polen als auch Deutschland klatschten begeistert im Takt zum Lied von Rolf Zuckowski.

Zu den Gästen gehörte auch Polens Botschafter Jerzy Marganski. Er lobte Woidke für sein Engagement bei der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Die Übernahme der Schirmherrschaft zeige einmal mehr, welcher Stellenwert dem Miteinander in Brandenburg eingeräumt werde. Schloss Trebnitz stehe seit Jahren für Begegnungen, vor allem von polnischen und deutschen Jugendlichen. "Der Verein ist ein Musterbeispiel des Jugend- und Bildungsaustausches", würdigte der Botschafter. Wer schon in der Kindheit Toleranz erfahren, der sei weniger empfänglich für Hass und Intoleranz, betonte Landrat Gernot Schmidt. Er gehörte zu den Gründern des Vereins, in dem auch Märkisch-Oderland und der polnische Partnerkreis Gorzow Mitglied sind. Für das enge Miteinander steht die deutsch-polnische Schülerfirma "Café zum Glück". Das Café zieht mit Saisonbeginn um. Es passte zum Tag, dass die sanierte Remise an der Dorfstraße offiziell übergeben werden konnte. Darius Müller als Leiter der Begegnungsstätte sowie Vereinsvorsitzender Christoph Berendt dankten dem Planungsbüro Pro Drei aus Seelow und den am Bau beteiligten Firmen für das kleine Wunderwerk. Ralf Meier von Pro Drei erinnerte daran, dass dieses Gebäude noch vor einem Jahr zu verfallen drohte. Es wurde unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten aufwendig saniert.

Sabine Pohl vom Vorstand der Lokalen Aktionsgruppe Oderland, die das Vorhaben zu 75 Prozent förderte, gratulierte zur Fertigstellung. "So stellen wir uns regionale Entwicklung vor", sagte sie. "Ein Ort, der viele interessante Facetten und Möglichkeiten der Begegnung bietet." Möglich ist dies im künftigen Dorfladen, "Café zum Glück" sowie in der Ausstellung im Obergeschoss der Remise. Sie zeigt Bronzefiguren und Werken von Gustav Seitz. Er zählt zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern der Nachkriegszeit, gilt als Meister der figürlichen Plastik. Die Gustav Seitz Stiftung Hamburg will mit dem Verein ein Seitz Zentrum in Trebnitz etablieren. Die Ausstellung ist der Auftakt dafür. Am kommenden Sonnabend werden der Dorfladen, das Café und die Ausstellung für jedermann öffnen.

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