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Von Joachim Gauck gewürdigt

Stolz auf sein Lebenswerk: Eberhard Nowotnik half 18 Jahre lang Diabetis-Kranken.Foto: René Matschkowiak
Stolz auf sein Lebenswerk: Eberhard Nowotnik half 18 Jahre lang Diabetis-Kranken.Foto: René Matschkowiak © Foto: René Matschkowiak
Martin Stralau / 22.03.2015, 06:42 Uhr
Frankfurt (MOZ) In einer Serie stellt der Stadtbote jede Woche einen Frankfurter des Jahres vor. Das können Menschen sein, die ehrenamtlich aktiv sind oder die auf andere Weise etwas Besonderes vollbracht haben. Fürs Foto posieren sie auf einem roten Sessel.

Als Eberhard Nowotnik und seine Frau Margrit im Jahr 1997 ein Diabetikerzentrum in Frankfurt gründeten, war dieses das erste überhaupt im gesamten Deutschen Diabetiker Bund (DDB). Neben der bereits bestehenden Diabetiker-Selbsthilfegruppe gab es damit für Zuckerkranke in der Stadt endlich eine Kontakt- und Beratungsstelle mit Fachleuten und festen Sprechzeiten, die ihnen die Hilfe zugängig machte, die sie so dringend brauchten. "An unserem langjährigen Standort in der Fürstenwalder Straße haben wir Betroffene beispielsweise an Diabetes-Schwerpunktpraxen verwiesen", sagt Eberhard Nowotnik. Neben seiner Arbeit im Diabetikerzentrum, das nach dem Tod seiner Frau 2011 aufgelöst wurde, war er bis Ende 2014 auch Schatzmeister der Selbsthilfegruppe und außerdem im Landesverband Brandenburg des Deutschen Diabetiker Bundes in Potsdam engagiert - zuletzt sechs Jahre als dessen Vorsitzender.

Am Mittwoch erhielt Eberhard Nowotnik nun die verdiente Anerkennung für sein ehrenamtliches Schaffen: Oberbürgermeister Martin Wilke übergab ihm im Klinikum Markendorf vor vielen ehemaligen Kollegen des DDB und Mitgliedern der Selbsthilfegruppe die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Offiziell verliehen worden war die Auszeichnung bereits Ende des vergangenen Jahres von Bundespräsident Joachim Gauck.

Martin Wilke lobte das Engagement Nowotniks für Diabetiker in der Stadt, im Land, aber auch auf Bundesebene. "Der Mensch und seine Krankheit standen für ihn immer im Mittelpunkt", sagte Wilke. Dies habe sich exemplarisch gezeigt, als sich Eberhard Nowotnik zusammen mit anderen Landesvorsitzenden des DDB erfolgreich gegen die Übernahme durch eine neue Organisation einsetzte und damit die Unabhängigkeit des Diabetiker Bundes bewahrte. "Das war ein harter Kampf", erinnert sich der Geehrte. Damals war er auch Mitglied des erweiterten Bundesvorstandes des DDB.

Zur ehrenamtlichen Arbeit für Diabetiker sei er durch einen Krankheitsfall in der Familie gekommen. Seine größte Unterstützung in all den Jahren habe er von seiner Frau Margrit erhalten, die das Diabetikerzentrum und die Selbsthilfegruppe bis 2011 leitete. "Sie war eine kompetente Beraterin, vor allem in krankheitsbezogenen Fragen. Ohne sie hätte ich auch die Doppelbelastung durch die Parallelarbeit beim Landesverband in Potsdam nicht gepackt", sagt Eberhard Nowotnik. Ohne sie nicht und auch ohne Jana Behrend nicht, seine Büroleiterin in der Landeshauptstadt, die ihm dort viele organisatorische Dinge abnahm, wenn er in Frankfurt beschäftigt war. Ihr war es schon lange ein Anliegen, Eberhard Nowotnik ehren zu lassen. 2013 reichte sie ihren Vorschlag bei der Staatskanzlei in Potsdam ein.

Mindestens 150 ehrenamtliche Stunden leistete der gelernte Fernmeldebaumonteur, der selbst nicht an Diabetes leidet, in den vergangenen 18 Jahren pro Monat. Im Landesverband vereinte er mehr als 1000 Mitglieder in 42 Selbsthilfegruppen. Allein in der Frankfurter Gruppe waren zu deren Spitzenzeiten 135 Mitglieder organisiert. "Eberhard Nowotnik hat in großem Maße dazu beigetragen, dass der Umgang mit der Krankheit Diabetes für viele Betroffene einfacher geworden ist, da es ein tragfähiges Netz an Beratungs- und Betreuungsstellen gibt", lobte Martin Wilke.

2014 legte Eberhard Nowotnik alle Ämter nieder. "Irgendwann muss man auch loslassen können", sagt der 76-Jährige. Dass ihm das gelingt, wünschte ihm auch Katrin Stoll-Hellert, Leiterin des Regionalbüros des Paritätischen Landesverbandes. "Sie haben in soldatischer Pflicht abgeliefert. Sie dürfen sich jetzt schonen", sagte sie bei der Ehrung.

Die Selbsthilfegruppe Diabetes trifft sich im Haus der Begegnung, Klabundstraße 10. Nächste Termine: 15. April, 20. Mai und 17. Juni jeweils von 14-16 Uhr

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Mal ne Frage 23.03.2015 - 08:17:29

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