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Fünf-Megawatt-Speicherwerk auf dem Flugplatz Neuhardenberg soll für Netzstabilität sorgen

Batterie bereit zum Einschalten

Abstimmungen in luftiger Höhe: Obermonteur Mario Meinhardt (l.) und Tino Marx vom Bauherren Upside Services besprechen den Stand der Arbeiten über den Containern im ehemaligen Flugzeughangar.
Abstimmungen in luftiger Höhe: Obermonteur Mario Meinhardt (l.) und Tino Marx vom Bauherren Upside Services besprechen den Stand der Arbeiten über den Containern im ehemaligen Flugzeughangar. © Foto: MOZ
Marco Marschall / 25.03.2015, 18:32 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Ende 2014 rollten die ersten Lkw an. Nun steht das Batterie-Speicherwerk im Hangar des Neuhardenberger Flugplatzes kurz vor dem Einschalten. Der Standort inmitten des riesigen Solarparks bedeutet allerdings nicht, dass dort allein Sonnenenergie gespeichert wird.

Statt aus einer großen Batterie besteht das Fünf-Megawatt-Lithium-Ionen-Werk, das binnen weniger Monate auf dem Flugplatz Neuhardenberg entstanden ist, aus mehreren kleinen. Tino Marx vom Bauherren Upside Services betritt den Container, in dem einige davon hinter Metallplatten versteckt verbaut sind. "Man muss sie sich ähnlich wie eine Autobatterie vorstellen", sagt er im Batterie-Raum, der genauso steril und unscheinbar wirkt wie das Äußere des Containers. Von den technischen Details eines der leistungsstärksten neuen Speichersysteme in Brandenburg sieht der Besucher des ehemaligen Flugzeughangars wenig, nur klobige Container, die sich auf der 350Quadratmeter großen Fläche aneinander reihen und über deren Dächern dicke Kabel liegen. Noch sind Monteure der Firma Pfenning mit Messungen und Restarbeiten beschäftigt. "Aber im Grunde sind wir einschaltbereit", sagt Tino Marx.

Dass sich die Mega-Batterie mitten auf der Fläche von Deutschlands größtem Solarpark befindet, heißt allerdings nicht, dass dort ausschließlich grüner Strom aus der Sonne ankommt. Es gibt keine direkte Leitung vom Park zur Batterie. "Im Grunde handelt es sich um Graustrom", sagt Tino Marx - also Strom unbekannter Herkunft, der vom nächstgelegenen Umspannwerk zum Netzverknüpfungspunkt auf dem Flugplatz geleitet wird. Der Bauherr erklärt, dass es beim Stromspeicher, ungeachtet des Namens, eher um Netzstabilität und den Ausgleich von Stromschwankungen geht. Diese würden mit den erneuerbaren Energien verstärkt auftreten. Allerdings habe es sie auch vorher immer gegeben. Die Neuhardenberger Batterie gewährleiste einen konstanten Stromfluss. Eine Stunde lang könnte sie fünf Megawatt ins Netz einspeisen. Dann muss sie wieder geladen werden. Der Stromfluss zum Speicherwerk auf dem Flugplatz funktioniert daher in beide Richtungen.

2,85Millionen Euro haben EU und das Land Brandenburg sich das kosten lassen. Die Batterie ist mit EFRE-Mitteln gefördert worden. Auch die waren ein Grund dafür, das insgesamt 6,25Millionen Euro teure Projekt in Neuhardenberg umzusetzen. Ein anderer war die thematische Ergänzung zum Riesen-Solarpark - Anreiz für Delegationen aus der ganzen Welt, den Standort am Rande des Oderbruchs zu besuchen und die technische Umsetzung der Energiewende zu besichtigen.

Allein zwei weitere Batterie-Projekte werden im Rahmen einer EU-geförderten Speicherinitiative umgesetzt. Eines davon befindet sich in Alt Daber bei Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) und basiert auf Blei-Säure-Akkus. Das andere entsteht im Energie autarken Vorzeigedorf Feldheim (Potsdam Mittelmark), wie in Neuhardenberg, ebenfalls auf Lithium-Ionen-Basis. Diese Technologie sei flexibler als beispielsweise Turbinen-Speicherwerke und hätte ein höheres Leistungspotenzial, erklärt Tino Marx. Und, der Batterie-Speicher brauche vergleichsweise wenig Platz - selbst wenn ein ganzer Flugzeughangar notwendig ist, um die Technik unterzubringen.

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