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Mehr Übernachtungsgäste im Nationalpark

PCK-Chef Jos van Winsen, Nationalparkleiter Dirk Treichel und Lars Boehme von der Verkehrsgesellschaft stellen die neue Buswerbung für 20 Jahre Nationalpark vor.
PCK-Chef Jos van Winsen, Nationalparkleiter Dirk Treichel und Lars Boehme von der Verkehrsgesellschaft stellen die neue Buswerbung für 20 Jahre Nationalpark vor. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Michael Dietrich / 27.03.2015, 07:55 Uhr
Criewen (MOZ) Das Zentrum für nachhaltigen Tourismus der Hochschule in Eberswalde hat nach einer ersten Untersuchung 2007/2008 erneut die ökonomischen Effekte der Besucher im Nationalpark Unteres Odertal erforscht. Die Studie stellt fest, dass zwar die Zahl der Touristen von rund 180000 auf 143000 zurückgegangen ist. Der Anteil jener Besucher, die länger blieben, übernachteten und damit auch mehr Geld ausgaben, stieg jedoch deutlich von 15000 auf 23000 Besucher.

Die Ergebnisse wurden am Donnerstag auf der Sitzung des Nationalpark-Kuratoriums vorgestellt. Studenten der Hochschule hatten von Oktober 2013 an 20 über das Jahr verteilten Tagen eine repräsentative Umfrage durchgeführt und mehr als 4800 Besucher zu exakt den gleichen Fragen und mit der gleichen Methodik interviewt, wie schon vor fünf Jahren. Der Nationalpark Unteres Odertal ist der erste deutsche Nationalpark, der nun über so einen Datenvergleich verfügt.

Die Ergebnisse sind zum Teil erstaunlich. Bewohner der Region sind 2013/2014 deutlich weniger im Nationalpark angetroffen worden als noch 2007/2008. Auch die Zahl der Tagestouristen nahm ab. Kurzeittouristen, die zum Beispiel übers Wochenende blieben, gab es jedoch 6000 mehr, Langzeittouristen rund 2000 mehr. Den Umsatz, der durch Besucher im Nationalpark generiert wurde, bezifferte Professor Hartmut Rein von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung auf rund eine Million Euro. Die Gäste gaben demnach 18 Prozent mehr Geld aus als vor fünf Jahren. Bei Übernachtungsgästen sind es durchschnittlich 48,30 Euro pro Kopf und Tag, bei Tagestouristen 8,70 Euro.

Den größten Anteil an der positiven Entwicklung hätten laut der Studie Nationalpark-Besucher im engeren Sinne. Als solche bezeichnet werden Besucher, die genau wegen des Nationalparks, also seiner unverbauten Landschaft, seiner Natur, der Möglichkeit, hier zu wandern, Fahrrad zu fahren oder zu entspannen, gekommen sind. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Besucher soll in den letzten fünf Jahren deutlich auf 39 Prozent gestiegen sein.

Zugenommen hat laut der Studie auch die Zahl der Wiederkehrer. Nahezu 99 Prozent der Gäste empfehlen den Nationalpark als touristisches Ziel weiter. Es gibt mehr Radtourismus, weniger Anreisen mit Pkw. Kritisiert von den Gästen wurde das gastronomische Angebot, fehlende oder zu wenig Rastplätze, Bänke, Beschilderungen, Infotafeln und Einkaufsmöglichkeiten.

Den Kuratoriumsmitgliedern wurde außerdem die vom PCK geförderte Werbung "20 Jahre Nationalpark" auf sechs Bussen der UVG vorgestellt.

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norbi 28.03.2015 - 19:59:17

In Zukunft ohne Stolpe?

Es ist immer wieder interessant über den Tourismus im Nationalpark zu lesen. Da hilft es sicher auch, dass die Brücke in Stolpe für alle geschlossen ist. Warum soll man denn vom Deich abbiegen und sich einen der wichtigsten Denkmäler im Unteren Odertal ansehen? Das will Angermünde doch gar nicht. Und einen Behelfsübergang, vielleicht von in Stolpe ansässigen Tischler anfertigen lassen? Zu einfach, es muß schließlich alles seinen bürokratischen (nicht sozialistischen) Gang gehen. Hut ab meine Herren vom Nationalpark, streitet Euch doch lieber über Vereine, Vorsitz und Landtausch... P.s Herr Krackow, versuchen Sie doch mal am Sonnabendabend in der Kurstadt Angermünde ein Taxi zu bekommen...

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