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Zuschüsse nach neuen Regeln

Sabine Rakitin / 27.03.2015, 08:00 Uhr
Bernau (MOZ) Mit Hilfe neuer Richtlinien will die Stadt Bernau künftig ihre Zuschüsse für soziale und kulturelle Projekte verteilen. Auch die Förderung des Sports soll neu geregelt werden.

Es sind die Linken, die das Thema Sportförderung am Mittwochabend auf die Tagesordnung ihrer Fraktionssitzung gesetzt haben. Der Andrang ist groß. Kaum ein Bernauer Sportverein, der keinen Vertreter zu der öffentlichen Diskussionsrunde geschickt hat.

Pro Jahr unterstützt die Stadt die Vereine mit insgesamt 50000 Euro. Allein für dieses Jahr gingen Anträge mit einem Volumen von rund 134000 Euro ein. "Momentan haben wir das Gießkannenprinzip. Jeder Antragsteller erhält etwas", sagt Melanie Jitschin, die in der Stadtverwaltung die Anträge bearbeitet. Neue Vergabekriterien sind bereits in der vergangenen Wahlperiode im Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport immer wieder gefordert worden. Nun liegt der Entwurf einer überarbeiteten Richtlinie vor.

Das neue Grundprinzip - die Stadt will künftig "insbesondere den Kinder- und Jugendsport sowie die soziale Integration derer mit Migrationshintergrund" fördern, wird auch von den Vereinsvertretern voll akzeptiert. In der Vergangenheit war nicht immer zu erkennen, dass Vereine, die besonders aktiv in der Kinder- und Jugendarbeit sind, auch entsprechend finanziell unterstützt wurden. So sagt beispielsweise Thomas Werner (Bündnis für Bernau): "Die mitgliedergebundene Förderung finde ich gut". Womit er und andere sich aber überhaupt nicht anfreunden können, ist die Berücksichtung der Anträge nach Eingang. "Das Prinzip: Wer zuerst kommt, malt zuerst, kann man so nicht machen", findet Werner.

Fragen zu der Richtlinie kommen auch in anderen Details, beispielsweise, warum das Ende der Antragsfrist - bislang am 15. November des Vorjahres - künftig auf den 30. Juni vorverlegt werden soll? Melanie Jitschin begründet, das bedeute auch Planungssicherheit für die Vereine, die dann bereits im Januar wüssten, mit welchen Zuschüssen sie im laufenden Jahr rechnen könnten und nicht - wie bisher - erst am Ende des ersten Quartals.

Eine längere Debatte gibt es um die Nutzung von Sporthallen, wie der am Wasserturm, die dem Landkreis Barnim gehört. Die Basketballer und die Handballer haben sich arrangiert, allerdings habe der Direktor des Praetorius-Gymnasiums bei den Hallenzeiten das Sagen. Ob die Stadt die Halle nicht vom Kreis erwerben könne?, fragt ein Vereinsvertreter vom SSV Lok Bernau.

Bürgermeister André Stahl (Linke) nimmt die Anfrage mit Humor. Sicherlich würde der Kreis die Halle verkaufen, er fürchte nur, dass Bernau diesen Preis nicht zahlen könne...

Zuvor hat der Rathauschef seine Vorstellungen von einer Förderung des Sports in Bernau erläutert. "Der Grundsatz muss sein: die Stadt gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Es sind zusätzliche Leistungen der Kommune, um Projekte zu fördern. Sie sind nicht dazu gedacht, um Vereine auszufinanzieren", stellt er klar. Es könne also nicht sein, dass allein mit der städtischen Förderung das Vereinsleben stehe und falle. Die Vereine müssten ihre Eigenanteile erbringen.

"Wir wollen Berechenbarkeit für die Vereine erreichen, und wir wollen für alle weitgehend gleiche Ausgangsbedingungen", sagt Stahl. Und dann erläutert er seine Idee eines "Masterplans Sport 2020". In diesem sollen die "Investitionen der Stadt in die Sportstätten in den nächsten fünf Jahren planbar verankert sein", erklärt der 43-Jährige. Er verspreche sich davon eine "Abminderung des Konkurrenzverhaltens der Sportvereine untereinander", sagt das Stadtoberhaupt. Bis zur Sommerpause wolle er das "Papier geschnürt" haben.

Othmar Nickel, CDU-Fraktionsvorsitzender und im FSV aktiv, sagt zufrieden: "Da können Sie auf die CDU-Fraktion zählen". Die Vereine wüssten dann, woran sie seien.

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