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Illegale Haufenbildung

Hässlicher Anblick: In den vergangenen Tagen hat sich der Müllhaufen im Außenbereich der Röblinsee-Siedlung auf wundersame Art und Weise vergrößert - zum Ärger der Anwohner.
Hässlicher Anblick: In den vergangenen Tagen hat sich der Müllhaufen im Außenbereich der Röblinsee-Siedlung auf wundersame Art und Weise vergrößert - zum Ärger der Anwohner. © Foto: MZV
Thomas Pilz / 30.03.2015, 20:37 Uhr
Fürstenberg (pilz) Illegal entsorgter Müll im Wald ist auch im Fürstenberger Seenland eine unendliche Geschichte - seit Jahren schon. Vor wenigen Tagen ist ein neues Kapitel hinzugefügt worden.

Wie der Fürstenberger Michael Adebahr informiert, ist der Müllhaufen in der Röblinsee-Siedlung außerhalb der Ortslage, wo Unbekannte etliche Asbestdach-Elemente entsorgten (wir berichteten), vor einigen Tagen erneut angewachsen. Es sei eben absolut zutreffend, dass Vandalen solche Möglichkeiten ausnutzen, "wo ein Müllberg entsteht, kommt eben immer neuer hinzu". Diesmal sei dort unter anderem eine große Tüte mit etlichen augenscheinlich benutzten Baby-Windeln beseitigt worden.

Doch damit nicht genug. Unweit des Weges, in unmittelbarer Nähe alter Fahrzeughallen des russischen Militärs, wurde ein neuer Müllhaufen geschaffen.Missetäter haben diverse blaue Plastiksäcke dort abgeworfen, außerdem Baumaterial, Dachpappe, Fußbodenelemente, alte Furnier- oder Pressspan-Möbel und erneut Inline-Skater. "Das ist schon ein riesiges Ärgernis, lässt aber Rückschlüsse zu", betont der Fürstenberger.

Allenthalben laufen die Saison-Vorbereitungen, und auf dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen in nächster Nähe Touristen wieder entlang radeln. Es wolle ihm einfach nicht in den Kopf, dass die öffentliche Hand da machtlos sei.

Leider habe es eine lange, ungute Tradition, dass in dem Gelände zwischen der Straße nach Steinförde und dem Hubschrauberlandeplatz Hausmüll oder Bauschschutt verklappt wird. "Da gibt es sumpfartige Gebiete, wo die Hinterlassenschaften bereits eins mit der Natur geworden sind, ein hässlicher Anblick", meint der Fürstenberger.

Eigentlich habe er es sich seit Jahr und Tag zu einer guten Angewohnheit gemacht, auf dem Radfernweg zwischen Steinförde und der Röblinsee-Siedlung spazieren zu gehen, um die Naturnähe zu genießen. Als passionierten Langstreckenläufer lockt ihn auch der Weg in Richtung Peetschsee. Doch leider stelle er umso mehr fest, dass die Leute alles Mögliche selbst im Winter in dieser Gegend entsorgen. "Wenn ich beispielsweise in dem Waldgebiet am Peetschsee laufe, entdecke ich häufig leere Flaschen", erläutert der Fürstenberger. Weil dies aus seiner Sicht einfach unerträglich ist, nehme er regelmäßig in jede Hand eine Flasche, und laufe derartig bewaffnet nach Hause. Was sicher merkwürdig aussehe, aber einen guten Zweck erfüllt. "Anders verhält es sich da mit Pfandflaschen, die ich entdecke, aber weil ich volle Hände habe, nicht mitnehme." Die würden in der Wildnis nicht lange liegenbleiben und werden von Unbekannten sofort mitgenommen.

In den Vorjahren war es dagegen eine gute Tradition von einem Kreis von Leuten in der Röblinsee-Siedlung, regelmäßig im Frühjahr im Wohngebiet und ebenso in angrenzenden Grünflächen Müll zu sammeln. Weil sich aber die Interessengemeinschaft Röblinsee-Siedlung zum Jahresende 2014 auflöste, wird es nach den Worten von Adebahr dieses Jahr keine solche Aktion geben. "Sehr bedauerlich, denn nötig wäre es", erklärt der Fürstenberger und zeigt auf einen kleinen Haufen Bierdosen und leerer Flaschen am Wegesrand. "Das habe ich allein in den vergangenen Minuten gesammelt", merkt Adebahr an.

Bleibt nur die Hoffnung auf den kommunalen Frühjahrsputz. Der soll Mitte April stattfinden. Wobei sich die Akteure auf Bereiche konzentrieren, die für den Tourismus von Bedeutung sind. Beispielsweise Rastplätze für Wasserwanderer. Wie auch immer: Adebahr hält die Augen weiter offen.

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