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Viadrina-Delegation nimmt erstmals an europäischem Seminar zum Arbeitsrecht teil / Wandel der Tariflandschaft

Das kalte Wasser von Utrecht

Im Ratssaal der Universität Utrecht: Die Studenten Frederik Ladwig, Linh Helena Le, Süleyman Demir und Natalia Lukianets mit Professor Eva Kocher und Clemens Sudhof.
Im Ratssaal der Universität Utrecht: Die Studenten Frederik Ladwig, Linh Helena Le, Süleyman Demir und Natalia Lukianets mit Professor Eva Kocher und Clemens Sudhof. © Foto: Privat
Frauke Adesiyan / 31.03.2015, 06:05 Uhr - Aktualisiert 31.03.2015, 11:45
Frankfurt (MOZ) An den drei Fakultäten der Europa-Universität lernen über 6700 Studenten. Rund 70 Professoren und deren Mitarbeiter forschen in ihren Fachgebieten. In der Reihe "Woran ich arbeite" berichten wir aus dem wissenschaftlichen Alltag der Viadrina.

Es war ein "Sprung ins kalte Wasser" beschreibt Clemens Sudhof die Reise nach Utrecht, die er mit vier Jura-Studenten und der Jura-Professorin Eva Kocher unternommen hat. Zum ersten Mal hat eine Delegation der Europa-Universität an einem der international besetzten Seminare teilgenommen, zu denen die European Working Group on Labour Law (Europäische Arbeitsgruppe zum Arbeitsrecht, EWLL) jährlich einlädt. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Entwicklung von Tarifrecht und Gewerkschaften. Der wissenschaftliche Mitarbeiter Sudhof hatte die Teilnahme mit den Studenten vorbereitet.

"Unsere Studenten haben in der Regel eine Vorlesung in Arbeitsrecht besucht, in anderen Ländern ist das ein mehrjähriger Schwerpunkt", erklärt Clemens Sudhof die besondere Situation der deutschen Teilnehmer. Dennoch hätten sie sich schnell eingearbeitet und sich mit den anderen Gruppen aus England, Spanien, Italien, Frankreich und den Niederlanden ausgetauscht. Geholfen hat dabei ein ausführlicher Report über die deutsche Situation, den sie vorab erarbeitet hatten. In Arbeitsgruppen wurden die nationalen Erfahrungen dann bei dem viertägigen Seminar abgeglichen. "Für viele war es die erste Erfahrung, auf Englisch über solche Fachthemen zu sprechen", lobt Sudhof die Studenten.

Die deutsche Gruppe konnte davon berichten, wie sich die Gewerkschaftslandschaft hierzulande aufsplittet - eine Entwicklung, die mit dem geplanten Tarifeinheitsgesetz eine aktuelle Brisanz bekommt. Eine andere Entwicklung sei die von Flächen- hin zu Haustarifverträgen, berichtet Sudhof.

Die Reise der Viadrina-Delegation wurde möglich, nachdem die Wirtschaftsprofessorin Eva Kocher Mitglied in der EWLL geworden ist. Auch in den kommenden Jahren werden Viadrina-Studierende nun an den internationalen Treffen teilnehmen, um sich über verschiedene Aspekte des Arbeitsrechts auszutauschen. "Wir hoffen das Treffen auch einmal ausrichten zu können", schaut Sudhof in die Zukunft.

Er selbst wird dann aber wahrscheinlich nicht mehr unter den Organisatoren sein. Derzeit arbeitet er an den letzten Änderungen seiner Promotion. Auch darin dreht es sich um Arbeitsrecht. "Es geht um die Rechte von Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeit einseitig zu verändern", beschreibt er sein Thema. Er untersucht, inwieweit die Praxis, durch Verhandlung zu einer Lösung zu kommen, auch im Zivilrecht angewendet werden könnte. Anschließend wird das Referendariat für Sudhof beginnen, voraussichtlich in Frankfurt. Auch für die weitere berufliche Zukunft kann er sich durchaus vorstellen, in Brandenburg zu bleiben. "Aber was ich von den Stellenstreichungen in der Justiz höre, schreckt mich ab", gibt er zu.

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Niklas G 31.03.2015 - 10:53:35

Vor der Veröffentlichung bitte recherchieren

Sehr geehrte Frau Adesiyan, so löblich es auch ist, dass Sie über die Viadrina berichten: bitte recherchieren Sie doch beim nächsten Mal die Fakultät, an der Frau Kocher lehrt. Vielen Dank.

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