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Licht von Brieselang inspirierte

Regen und Schnee stört diese etwa 150 Tage alten Freiland-Schweine überhaupt nicht. Sie wurden draußen geboren und werden ihr ganzes Leben im Freien verbringen.
Regen und Schnee stört diese etwa 150 Tage alten Freiland-Schweine überhaupt nicht. Sie wurden draußen geboren und werden ihr ganzes Leben im Freien verbringen. © Foto: MZV/Euent
Sandra Euent / 31.03.2015, 17:53 Uhr - Aktualisiert 07.04.2015, 20:30
Rathenow (MOZ) Günter F. Janßen ist kein Brieselanger, sondern Ammerländer und wohnte viele Jahre in Nürnberg, er kennt den Ort aber schon seit mehr als 20 Jahren und wohnt seit 2010 dauerhaft in der osthavelländischen Gemeinde, die seit der Wende ihre Einwohnerzahl mehr als verdoppelt hat. Vom sogenannten Brieselanger Licht, das Mitte der Neunziger durch Fernseh- und Printbeiträge einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte, hat er schon früh gehört, wirklich interessiert hat es ihn aber nicht.

Doch Günter Janßen schreibt seit einigen Jahren Bücher, und in einem Interview mit dem Lokalmagazin Brieselang kompakt erwähnte er in einem Nebensatz das Licht. Im Heft war dann zu lesen, dass er als ehemaliger Radiomacher versuchen würde, das Licht zu enttarnen. Brieselanger fingen an, ihn auf der Straße nach dem Buch zum Licht zu fragen. "So bin ich dazu gekommen, wie die Jungfrau zum Kind", erzählt er lächelnd. Er hätte quasi keine Wahl mehr gehabt und sich mit dem Thema auseinander setzen müssen.

Er beginnt mit seiner Recherche. Spricht mit Menschen wie Frau Wulkow, die schon lange Berichte über das Licht sammelt und es auch selbst gesehen hat, befragt Leute, die er auf der Straße trifft, sammelt Legenden und Erklärungsversuche. Schließlich begibt er sich selbst in den Wald. Schreitet bei Tag mehrmals die in Frage kommenden Wege ab und wagt sich dann, meist in Begleitung seiner Hündin Julchen, auch bei Nacht in den Wald nördlich von Brieselang. Rund ein Jahr lang ist er fast täglich dort unterwegs - obwohl er sich eigentlich als Warmduscher und Angsthasen beschreibt.

Und ja, auch er sieht Lichter im Wald - Lichter wohlgemerkt. "Es gibt mehr als eine Sorte Licht im Brieselanger Wald", ist er überzeugt. "Viele lassen sich erklären, einige nicht."

Die einfachste und von den meisten gekannte Erklärung sind Autos, die sich im Wald beziehungsweise auf der Nauener Chaussee an dessen Rand bewegen. Diese können am häufigsten beobachtet werden. "Aber das ist nicht das eigentliche Licht", stellt der Autor fest. Auch die eingebildeten Lichter, die Menschen erfunden haben, weil sie nachts im Wald waren und nichts gesehen haben, aber eine gute Story erzählen wollten, gibt es.

Dann gibt es ein Lichtphänomen, das von vielen ähnlich beschrieben wird - verschiedenfarbig, aufsteigend, oft im November oder Dezember gesehen. "Das könnten sogenannte Irrlichter sein. Gase, die durch Fäulnisprozesse entstehen und sich beim Entweichen aus dem Boden entzünden, könnten in dem ehemaligen Luchgebiet mit seinen feuchten Stellen durchaus vorkommen", so Günter Janßen. Und dann gebe es noch verschiedene, für ihn nicht erklärbare Lichter.

In seinem Buch nimmt er den Leser mit auf (s)eine Reise zu diesen Lichtern und zu den zwei Frauen, von denen zumindest eine in der Legendenbildung um die geheimnisvollen Lichter im Wald eine große Rolle spielt. Während seiner Recherchearbeit ist Günter Janßen auf die Namen von Anna und Lieschen, eigentlich Elisabeth, gestoßen, deren Geschichten ihn nicht mehr losgelassen haben. Ihr Leben und Sterben und das Brieselanger Licht verwebt er in seinem Roman, in dem man so ganz nebenbei viel über die Region erfährt.

Das Buch Lieschens Wald ist im Online-Handel und im regionalen Buchhandel erhältlich. Der Autor liest am 18. April um 17.00 Uhr in der Kirche Peter und Paul in Berge und am 27. April um 19.00 Uhr im Gemeindesaal in Brieselang aus seinem Werk. "Das Titelbild hat übrigens der Zeestower Künstler Wolfgang Schmidt gemacht", ist es ihm noch wichtig zu erwähnen, bevor er sich verabschiedet.

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