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Landschaftspflegeverband und Jugendökohof Crussow fertigen Nisthöhlen für bedrohten Vogel

Willkommen für den Wiedehopf

Komforthöhle für den Wiedehopf: Jan Noack vom Landschaftspflegeverband (l.) befestigt mit Wolfgang Andrzyczick vom Jugendökohof Crussow und den jungen Projektteilnehmerinnen Nicole und Swantje selbst gebaute Nisthöhlen in Crussow.
Komforthöhle für den Wiedehopf: Jan Noack vom Landschaftspflegeverband (l.) befestigt mit Wolfgang Andrzyczick vom Jugendökohof Crussow und den jungen Projektteilnehmerinnen Nicole und Swantje selbst gebaute Nisthöhlen in Crussow. © Foto: MOZ
Daniela Windolff / 02.04.2015, 04:45 Uhr
Crussow (MOZ) Jedes Kind kennt ihn aus dem Lied "Die Vogelhochzeit". Doch kaum jemand hat ihn je zu Gesicht bekommen: Der Wiedehopf gehört zu den schönsten und zugleich seltensten heimischen Vögeln. Ein aktuelles Projekt des Nabu und des Landschaftspflegeverbandes Uckermark-Schorfheide will dem Wiedehopf beim Überleben helfen.

Am östlichen Dorfrand von Crussow mausert sich ein kleines Naturparadies und lädt zum Spazierengehen ein. Der Jugendökohof gestaltet derzeit in den Schildbergen Wanderwege mit Bänken zum Verweilen und herrlichem Ausblick in die offene Hügellandschaft. Infotafeln sollen über Besonderheiten der Landschaft und der Flora und Fauna Auskunft geben. Mit etwas Glück können Wanderer hier künftig einen ganz besonderen Vogel hören oder gar sehen. Der Wiedehopf soll in den Schildbergen bei Crussow wieder heimisch werden. Der scheue Exot unter den heimischen Vögeln ist akut vom Aussterben bedroht. Nur noch 350 Brutpaare sind in Deutschland gezählt worden. Brandenburg ist durch seine offene Kulturlandschaft Vorreiter beim Schutz des seltenen Vogels.

"Durch intensive Landwirtschaft, Einsatz von Pestiziden und den dramatischen Rückgang von Schafhaltung sind Lebensräume und Nahrungsquellen für den Wiedehopf extrem eingeschränkt worden", berichtet Jan Noack. Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Uckermark-Schorfheide organisiert und koordiniert Projekte zur Landschaftspflege und zum Artenschutz. Zu seinen Partnern gehört der Jugendökohof Crussow, der in den Schildbergen Landschaftspflegemaßnahmen mit Mini-Rindern durchführt. Die relativ kleine und leichte Rinderrasse wird die Trockenrasenflächen beweiden und von wucherndem Strauchwuchs und Verbuschung frei halten. Das Gebiet bietet idealen Lebensraum für den Wiedehopf, der hier angesiedelt werden soll. Durch die Rinderhaltung werden nicht nur Flächen offen gehalten, sondern obendrein Insekten angelockt, die für den Wiedehopf willkommene Nahrung sind.

Der Landschaftspflegeverband errichtet derzeit Nisthöhlen für den Wiedehopf in Crussow, in den Gartzer Silberbergen und auf dem Trockenrasen in Jamikow. "Der Wiedehopf liebt warme, sonnige und offene Flächen wie Trockenrasen, lichte Waldränder und Streuobstwiesen und findet in alten Baumhöhlen natürlichen Unterschlupf", berichtet Doreen Volsdorf. Die freie Landschaftsplanerin betreut verschiedene Trockenrasenprojekte in der Uckermark und hat mit dem Nabu auch die Wiedehopfhilfe ausgearbeitet. Jugendliche vom Ökohof Crussow haben dafür in den Werkstätten Nisthöhlen für den Vogel gebaut und im FFH-Naturschutzgebiet der Schildberge montiert. Die Jugendlichen sind Teilnehmer eines Projektes mit dem Namen MOVE, was für Motivation, Orientierung, Vertiefung und Eingliederung steht. Träger ist das Jobcenter Uckermark. "Es sind junge Menschen aus sehr schwierigen sozialen Verhältnissen, teilweise ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss, die in dem Projekt durch praktische, sinnvolle Arbeit Selbstvertrauen, Verantwortung und Motivation erwerben sollen", erklärt Sozialpädagogin Simone Mantei vom Ökohof Crussow. Im Wiedehopfprojekt können die jungen Leute nicht nur ihre handwerklichen Fähigkeiten erproben, sondern lernen auch die Natur kennen und erfahren ökologische Zusammenhänge und erleben hoffentlich bald, dass ihr Projekt Erfolg hat und der scheue Wiedehopf in den Schildbergen sein rohrflötenartiges "Hup-Hupp-Hupp" ruft. Am 16. April wird Einweihung des Wanderrundweges zum Wiedehopf in Crussow gefeiert.

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Jan Noack 02.04.2015 - 10:43:37

Kleine Richtigstellung

Der NABU war am Projekt nicht beteiligt. Zudem wird am 16. April kein Schild zu einem Wanderrundweg eingeweiht, sondern eine Infotafel zum FFH-Gebiet "Trockenrasen Schildberge".

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