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Der Zoll findet bei Kontrollen immer öfter gefährliche Elektroschocker aus Polen, die als Taschenlampen getarnt sind.

Stromschlag aus der Taschenlampe

Gefährlich: Als greller Lichtblitz ist der Elektroschock, der sich mit einer Million Volt entlädt, an der Taschenlampe erkennbar.
Gefährlich: Als greller Lichtblitz ist der Elektroschock, der sich mit einer Million Volt entlädt, an der Taschenlampe erkennbar. © Foto: Michael Benk
Frank Groneberg / 04.04.2015, 07:45 Uhr - Aktualisiert 04.04.2015, 17:51
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Mitarbeiter des Zolls finden bei Kontrollen immer öfter Elektroschocker, die als Taschenlampen getarnt sind. Verkauft werden diese gefährlichen Waffen auf Märkten in Polen.

Sie sehen aus wie normale Stabtaschenlampen, leuchten auch wie solche und sind doch gefährliche Waffen: Elektroschocker, die als Taschenlampen getarnt sind. Der erste Eindruck ist harmlos. Wird der Druckschalter betätigt, fangen eine oder mehrere LED an zu leuchten. Legt man aber den kleinen Sicherungshebel am Batteriefachdeckel um und betätigt dann den zweiten Druckschalter, schießen plötzlich mit lautem, heftigem Knallen grelle Lichtblitze aus dem Metallring oben am Kopf der Taschenlampe. Dort sind nämlich - gut getarnt - zwei Elektroden eingearbeitet. Über diese werden Hochspannungs-Blitzentladungen abgegeben - mit Spannungen von bis zu einer Million Volt oder noch höher. Diese Elektroschocks sollen mögliche Gegner abschrecken und sie außer Gefecht setzen. Werden die Geräte direkt an den Körper herangebracht, lösen die Elektroschocks schwere Muskellähmungen aus und können - bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen - auch zum Tod des attackierten Menschen führen.

Seit etwa zweieinhalb Jahren sind die knapp 19 Zentimeter langen schwarzen Metalllampen, die oft die Aufschrift "Police" tragen und für die Energieversorgung Hochleistungsakkus statt herkömmlicher Batterien in sich haben, auf Grenzmärkten in Polen erhältlich. Und werden immer öfter nach Deutschland eingeführt - obwohl deren Besitz hier verboten ist. "Allein im vergangenen Jahr haben unsere Kontrolleinheiten 53 dieser Elektroschocker-Taschenlampen beschlagnahmt", sagt Andreas Behnisch, Sprecher des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder), das für den gesamten Osten Brandenburgs bis zum Berliner Stadtrand zuständig ist. Zuletzt sei so ein Gerät Mitte März bei einem Autofahrer in Oderberg (Märkisch-Oderland) gefunden worden. Und da der Zoll nur Stichproben durchführt, "dürfte die Zahl der tatsächlich eingeführten Geräte viel höher sein".

Das Waffengesetz verbietet diese Elektroschocker zum einen deshalb, weil sie als Waffe nicht erkennbar sind. Laut Anlage 2 des Gesetzes sind Waffen verboten, "die ihrer Form nach geeignet sind, einen anderen Gegenstand vorzutäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind". Zum anderen müssen Elektroimpulsgeräte - wie Elektroschocker fachlich korrekt heißen - laut Waffengesetz ein Prüfzeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) tragen. Nur dann dürfen sie von Volljährigen erworben und besessen werden.

Vor allem Jugendliche kaufen solche Elektroschocker-Taschenlampen auf Grenzmärkten in Polen. Produziert werden die gefährlichen Waffen in China. Erst zu Jahresbeginn hatte der Zoll im Hamburger Hafen einen Container aus China mit 2000 solcher Geräte, die für den Weitertransport nach Polen bestimmt waren, entdeckt. Die Kontrolleinheiten des Zolls in Ostbrandenburg finden die Taschenlampen meist bei Autofahrern, welche diese zur Selbstverteidigung mitführen. "Viele wissen gar nicht, dass sie eine Straftat begehen", erklärt Andreas Behnisch. Gegen die Besitzer würden Strafverfahren eingeleitet wegen Verstoßes gegen die Abgabeverordnung (also wegen einer Steuerstraftat) und gegen das Waffengesetz. "Jeder einzelne Fall wird an die Staatsanwaltschaft abgegeben und landet in der Regel auch vor Gericht", betont der Behördensprecher. Im Allgemeinen werde letztlich ein Bußgeld von 150 Euro verhängt. Das Waffengesetz sieht eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft vor.

Auch im Internet sind die Geräte leicht erhältlich. Mehrere Online-Händler in China, aber auch in Frankreich bewerben sie ganz offen, mit bis zu fünf Millionen Volt Entspannungsladung. Andere umschreiben die Elektroschocks mit Tarnbezeichnungen. "Wir wollen die Menschen für diese Problematik sensibilisieren", sagt Behnisch. Die Mitarbeiter des Zolls sähen sich bei Kontrollen Taschenlampen auf jeden Fall genauer an.

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Anstaltsleiter Stoll 05.04.2015 - 00:35:34

schlecht recherchiert

Taschenlampen mit integrierter Elektroimpulswaffe sind im Waffengesetz bzw. seiner Anlage2 weder genannt noch wegen dieser Eigenschaft als solche verboten. Wer Elektroimpulsgeräte ohne Prüfzeichen erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt, handelt lediglich ordnungswidrig. Waffengesetz (WaffG) Anlage 2 (zu § 2 Abs. 2 bis 4) Waffenliste 1.3.6 i.V.m. Waffengesetz (WaffG) § 53 Bußgeldvorschriften (1) 2. Insofern ist das im Artikel Geschriebene falsch. Zitat: "Das Waffengesetz verbietet diese Elektroschocker zum einen deshalb, weil sie als Waffe nicht erkennbar sind. Laut Anlage 2 des Gesetzes sind Waffen verboten, "die ihrer Form nach geeignet sind, einen anderen Gegenstand vorzutäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind" Einen Passus wie diesen, der sich pauschal auf Waffen bezieht, gibt es dort nicht. Dies ist lediglich für Schusswaffen(1.2.2 ) bzw. Hieb- und Stoßwaffen (1.3.1) definiert.

.... 04.04.2015 - 20:49:45

EU = ein freier Markt :)

Warum also nicht dieses polnische Zaubergerät kaufen ... Ich bin zwar kein EU-Fan, wer aber A sagt muss auch mit einem B leben ;-)

Lutz Behmke 04.04.2015 - 14:35:43

@Georg Sobotta

Wenn sie den Artikel ordentlich gelesen hätten, dann wüssten sie, dass sie Unsinn behaupten. Weder sind solche Taschenlampen mit integrierter Elektroimpulswaffe Standardausrüstung der amerikanischen Polizei, noch sind Elektroimpulswaffen in Deutschland generell verboten. Im Artikel geht es um nicht-geprüfte bzw. zugelassene "Elektroschocker", die als Taschenlampe getarnt sind. Wer sich in D selbst verteidigen will und nicht Gefahr laufen will jemanden umzubringen, kann sich ein zugelassenes Gerät kaufen. Sparen sollte man an der eigenen Sicherheit bzw. Unversehrtheit nie.

Georg Sobotta 04.04.2015 - 12:59:02

Seltsam ist ...

In der USA Grundausstattung der Polizei, in Deutschland als Waffe verboten. Weil jemand ev sterben könnte. Ich fahre ein Auto, definitiv eine tödliche Waffe, tödlicher und gefährlicher als jeder Teaser. Wieso ist das nicht verboten? Fakt ist, in DE ist alles verboten, womit man sich effektiv selbst verteidigen kann. Angst vor dem eigenen Bürger oder Verfolgungswahn der Regierenden? Der Deutsche darf wie ein dummes Karnickel immer nur warten, bis er zum Opfer wird.

MOZ-Leser 04.04.2015 - 10:52:54

was läuft hier falsch?

Da frage ich mich doch "warum führen denn Autofahrer solche Geräte zum Selbstschutz mit sich?". Besteht nicht eventuell ein Defizit an Schutz durch jene welche offiziell dafür zuständig wären? Am Besten doch noch ein paar Stellen bei der Polizei eingespart und dafür dann "Selbstschützer" abkassieren; nur so kann man die Staatskassen füllen.

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