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Keimzelle der Kultur

Margitta Decker und ihr Bild "Abkehr": Die 59-jährige Bauingenieurin gehört zu jenen 16 Berufs- und Hobby-Künstlern, die noch bis 15 Mai in Woltersdorf ausstellen. Ihr Werk hat den Leistungsdruck in Kita, Schule und Beruf zum Thema.
Margitta Decker und ihr Bild "Abkehr": Die 59-jährige Bauingenieurin gehört zu jenen 16 Berufs- und Hobby-Künstlern, die noch bis 15 Mai in Woltersdorf ausstellen. Ihr Werk hat den Leistungsdruck in Kita, Schule und Beruf zum Thema. © Foto: MOZ
Manja Wilde / 08.04.2015, 20:26 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Ausstellungen, Lesungen, Treffen - die Alte Schule ist zu einer Keimzelle des kulturellen Lebens in Woltersdorf geworden. Ein Verein hat großen Anteil daran. Allein 2013 organisierte er 200 Veranstaltungen, die von rund 5500 Gästen besucht wurden. Derzeit sind "Traumbilder" von 16 Künstlern zu sehen.

Katrin Fleischer versteht ihr Handwerk. Die 53-jährige ist Projekt-Managerin. Gerade arbeitet sie für das Freizeit- und Erholungszentrum Berlin (FEZ). Dort ist die Entwicklung des Parks ihre Aufgabe. In ihrer Freizeit verwirklicht die Woltersdorferin ebenfalls ein großes Projekt: Sie leitet den Verein Kulturhaus Alte Schule - und bereichert damit das kulturelle Leben im Ort. Mit einigen Mitstreitern rief sie den Verein im April 2011 ins Leben. Im Hauptausschuss der Gemeindevertretung zogen Katrin Fleischer und Schatzmeister Daniel Kämpfe jetzt Bilanz.

Seit der Gründung wuchs die Zahl der Mitglieder von gut 20 auf rund 90 an - auch andere Vereine und Institutionen, wie die Ortsgruppe der Deutschen Rheuma-Liga, die Evangelische Kirchgemeinde und die Volkssolidarität gehören dazu. Der Verein nutzt mehrere Räume in der Alten Schule. Dafür zahlt er laut Kämpfe jährlich 7159 Euro Betriebskosten. Einnahmen werden durch die Mitgliedsbeiträge, pro Person 36 Euro im Jahr, sowie aus Veranstaltungen und der Vermietung der Räume erzielt.

Gerade hat die Gemeinschaftsausstellung "Traumbilder" eröffnet. Gut ein Dutzend Berufs- und Hobby-Künstler ist vertreten. Margitta Decker zum Beispiel schuf die Arbeit "Abkehr". Sie zeigt eine Frau mit roten Schuhen, die durch den Himmel hüpft. Unter ihr sind ein Hamsterrad und ein Stapel Dokumente zu sehen. Der Leistungsdruck in Kita, Schule und Beruf beschäftigt die 59-jährige Bauingenieurin. Hanna Fabarius hat sich für ein erotisches Psychogramm entschieden: Eine Frau wird zur Landschaft. Pelzige Schnecken bilden die Brüste, spanische Reiter winden sich als Gürtel um ihre Taille und ein Drache bewacht den Venushügel. Regina von Orlow hat eines ihrer Werke REM-Phase genannt. Fotografien von gefärbtem Eis und Schnee sind zu sehen. "Sie symbolisieren eingefrorene Erinnerungen, die beim Träumen wieder auftauchen", erklärt die Psychologin, die seit 1993 in Woltersdorf lebt.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Mai zu sehen - zum Beispiel während des Kulturcafés, mittwochs, 9 bis 13 Uhr, mit frischem Kuchen. Donnerstags ist von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

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Alexander von Orlow 13.04.2015 - 19:06:17

Re: Vielversprechendes Objekt

Wer ist mit "Pionierleiterin" gemeint? Und wie sollte die "richtige" Kunst aussehen? Was ist an der Kunst "falsch"?

Auahenne 13.04.2015 - 16:25:47

Vielversprechendes Objekt

Lieber Herr v. Orlow. Kultur ist Geschmackssache. Mein Geschmach ist der Kulturverein Alte Schule nicht. Ich finde seine Aktivitäten , Entschuldigung, einfach Schei... und ich nehme an, weit mehr als 60 Prozent der Woltersdorfer denken ebenso. Wie sonst, müsste Ihr euch immer selber über den grünen Klee loben. Eigenlob, lieber Herr v. Orlow, stinkt, wie das oben angedeutete. Eine wahnsinnig Gute Idee wäre es, die Pionierleiterin (war sie nur SED-Kinderverführerin?) in die Wüste zu schicken und neu anzufangen, mit richtiger Kunst und Kunsthandwerk. Mit freundlichen Grüßen Auahenne

Alexander von Orlow 13.04.2015 - 15:50:44

Eine Woltersdorfer Erfolgsgeschichte

Das Kulturhaus Alte Schule ist momentan sicherlich das vielversprechendste Woltersdorfer Projekt im kulturellen Bereich. Wenn man bedenkt, das es dieses Jahr sein dreijähriges Jubiläum feiern wird, ist es erstaunlich, in welch kurzer Zeit so viel aufgebaut wurde. Um das zu feiern, haben wir uns dieses Jahr für das Kurkonzert in Woltersdorf eine besondere Überraschung ausgedacht! Stay tuned!

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