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Roman Stähr quittiert Dienst

© Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 09.04.2015, 06:43 Uhr
Oderberg (MOZ) Die jüngsten Kommunalwahlen liegen nicht mal ein Jahr zurück. Da gibt es im Amt Britz-Chorin-Oderberg bereits den zweiten Bürgermeister-Rücktritt und damit einen Wechsel an der Spitze des Parlamentes. Erst Niederfinow, jetzt Oderberg. Roman Stähr hat sein Mandat niedergelegt. Mit sofortiger Wirkung, wie Amtsdirektor Ulrich Hehenkamp auf Anfrage bestätigt.

Der 63-jährige Stähr führt gesundheitliche Gründe für den Schritt an. Trotz vorheriger Krankheit habe er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagt er. Ansonsten wolle er aber nicht viel Aufhebens machen. "Man sollte sich einfach nicht so wichtig nehmen", sagt der Oderberger. "Man muss auch loslassen können." Und: "Jetzt muss die Jugend ran", fügt er hinzu, wohl wissend, dass in der Kommunalpolitik Interessenten nicht eben Schlange stehen in der Kleinstadt an der Oder.

Schon bei der Kommunalwahl 2014 war lange unklar, ob sich überhaupt ausreichend Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung melden. Erst in beinahe letzter Minute fand sich ein Bewerberfeld zusammen. Dank auch des Einsatzes von Roman Stähr.

"Wenn man das Gefühl hat, nichts bewegen zu können, ist die Motivation natürlich eher gering", gibt der Oderberger unumwunden zu. In den vergangenen Jahren hätten sich die Themen, die die Stadtverordneten beschäftigten, ständig wiederholt: Schule, Hangrutsch, Asylbewerber ... Hinzu kam, dies verhehlt Stähr überhaupt nicht, ein beinahe permanentes Kompetenzgerangel. Vor allem mit dem Landkreis Barnim.

Seit der Auflösung des Amtes Oderberg per 31. Dezember 2008 gehört die Stadt zum Amt Britz-Chorin-Oderberg. Stähr macht kein Geheimnis daraus, dass er kein Freund dieser "viel zu großen" Struktur ist. Gleichzeitig betont er aber, dass es zwischen ihm und Amtsdirektor Hehenkamp eine gute Zusammenarbeit gab. Das Stadtoberhaupt kämpfte vor allem um den Erhalt bzw. die Revitalisierung des Rathauses. Vergeblich. Stähr redete stets Klartext, er ist für seine bärbeißige Art bekannt. Diplomatie war seine Sache nie.

Roman Stähr ist seit 2008 für das "Bündnis für Oderberg" ehrenamtlicher Bürgermeister von Oderberg gewesen. Anfang der 1990er-Jahre hatte der frühere Polizist schon mal diese Funktion inne. Damals noch als CDU-Vertreter. Stähr hat zwei Stellvertreterinnen: Martina Hähnel und Jana Neick. So dass die Geschäfte vorerst durch einen Vize fortgeführt werden. Ähnlich wie in Niederfinow steht dann eine Neuwahl des Bürgermeisters durch das Parlament an. Die Stadtverordnetenversammlung muss einen Nachfolger küren, so Hehenkamp. Ein Termin sei aber noch nicht festgelegt. Nachrückekandidaten fürs Parlament stehen nicht zur Verfügung.

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... 30.04.2015 - 07:33:43

Sinn für Ironie

...ich glaube, dass man die Ironie des vorherigen Kommentars doch recht gut erkennen kann.... Was wäre denn die Alternative für die Stadtverordneten gewesen. Für die geringe Wahlbeteiligung können die auch nichts... Ich denke es dürfte klar sein, dass EW kein alzu großes Interesse an einer -von EW doch recht weit entfernten- verschuldeten Kleinstadt hat. Eine Auflösung des Stadtverornetenversammlung hätte eine ganz normale Wahl zur Folge, nicht mehr. Es lässt sich auch leicht sagen, dass die Stadtverordneten unfähig sind...man sollte eher froh sein, dass sich überhaupt noch jemand dafür bereit erklärt. Im Übrigen glaube ich, dass die Entschädigungssatzung vom Landkreis wieder kassiert wurde und eine Bereicherung ist dies sicher auch vorher nicht gewesen. Sie können ja nachlesen welche enormen Zahlungen man da zu erwarten hat als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.

Karsten Förster 24.04.2015 - 07:44:11

Unterschiedliche Warnehmung

Frau Sichern 1. Mit Asylbewerbern, die in einem Übergangsheim untergebracht werden, wird man keine Mietverträge abschließen, die 2. nicht den Tourismus in Oderberg beleben und befördern 3.wünscht man sich in Oderberg den gleichen Aufwand und den gleichen Einsatz finanzieller Mittel für Oderberger 4. "Der Kaiser ist nackt....." oder ist der Zerfall, die Talfahrt und die Unfähigkeit von Oderberg nicht zu erkennen? Augen auf und in der Realität ankommen!

Andrea Sichel 23.04.2015 - 11:40:30

Warum das 5. Rad am Wagen?

Oderberg steht im Mittelpunkt des gesamten Umlandes. In Oderberg wird investiert. Einen so großen Wohnblock nahe des Zentrums am Kanal habe ich lange nicht mehr gesehen. Wie viele neue Mietverträge werden denn dort abgeschlossen? Laut der Einwohnerstatistik sind es von Jahr zu Jahr immer weniger Einwohner. Dem Tourismus wird es sicherlich förderlich sein.

Karsten Förster 12.04.2015 - 22:01:17

…wenn man nichts bewegen kann..

…wenn man nichts bewegen kann.. ..das sollte der Anfang vom Ende sein, denn der Rest vom Stadtparlament kann und konnte auch noch nie etwas Positives für Oderberg bewegen. Mehr als 60% der Oderberger waren nicht wählen, trotzdem fühlen sich die Stadtverordneten legitimiert für die Masse der Oderberger zu entscheiden/oder nicht zu entscheiden. Lakaien der Amts-und Kreisverwaltung - wie Tiger ohne Zähne!!!. Im Stadtparlament sitzen immer noch Leute die mit Ihren „klugen Entscheidungen“ der Stadt Schulden von weit mehr als 4Mio Euro beschert haben. Dafür braucht sich niemand zu verantworten. Es wird den Abgeordneten eine Aufwandsentschädigung gezahlt, von Geld das gar nicht vorhanden ist, also weitere Schulden!! Das Stadtparlament soll sich auflösen und wir bitten Eberswalde ob wir das 5. Rad am Wagen sein dürfen.

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