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Pflege im Selbstversuch

Unterwassermassage: Azubi Nadine Müller behandelt Azubi Kevin Rein. Julia Limburg und Eva-Maria Kleinschmidt (v. l.) erklären am Tag der offenen Tür die Arbeitsschritte
Unterwassermassage: Azubi Nadine Müller behandelt Azubi Kevin Rein. Julia Limburg und Eva-Maria Kleinschmidt (v. l.) erklären am Tag der offenen Tür die Arbeitsschritte © Foto: Irina Voigt/MOZ
Irina Voigt / 19.04.2015, 17:38 Uhr
Strausberg (MOZ) Seit 24 Jahren gibt es die Sozialwirtschaftliche Fortbildungsgesellschaft mbH Strausberg (SOWI) und hat sich um Aus- und Weiterbildung sowie Umschulung verdient gemacht. Am Sonnabend ermöglichten Auszubildende Einblicke in ihr neues und modernes Ausbildungszentrum.

"Ich hätte sein Leben gerettet, zwar hat das Opfer gebrochene Rippen, aber es würde leben", stellt Bürgermeisterin Elke Stadeler fest. Sie hatte am Tag der offenen Türen bei der SOWI eines der zahlreichen Mitmachangebote und Selbsterkundungstests angenommen. So wie sie taten das am Sonnabend sehr viele Besucher der Einrichtung. Da hatten die Auszubildenden, die die Gäste engagiert und sachkundig herumführten, viel zu erklären, zu erzählen und hinzuweisen.

Julia Limburg und Eva-Maria Kleinschmidt ist die Begeisterung für ihren künftigen Beruf anzumerken. Zumal sie vorherschon Erfahrungen mit einem ungeliebten Studium und einer nicht begeisternden Berufsausbildung sammelten. Sie sähen sich daher auch nicht als gescheitert, sondern nun auf dem richtigen Weg. "Ich wollte lieber was mit und für Menschen machen, wo man wirklich helfen kann und das auch erlebt", sagt Julia Limburg, nun im zweiten Ausbildungsjahr zur Physiotherapeutin. Auch Eva-Maria Kleinschmidt freut sich auf ihre künftige Tätigkeit als Physiotherapeutin. "Die werden dringend gebraucht", wissen beide, denn schon die vorherigen Absolventenjahrgänge hätten allesamt bereits vor der letzten Prüfung ihre Arbeitsverträge in der Tasche gehabt.

Einen Grund dafür sehen sie aber auch in der Ausbildung an ihrer Einrichtung. "Hier ist an alles gedacht, wir müssen jeden Schritt am eigenen Leib selbst erfahren - als Patient einerseits und als Fachkraft andererseits", sagen sie. Und so heißt das auch, dass sich Kevin Rein aus dem ersten Ausbildungsjahr in die Wanne legt und Azubi Nadine Müller ihm im 37 Grad warmen Wasser eine Unterwassermassage verpasst. Und das nicht nur, weil Tag der offenen Tür ist. "So lernt man viel besser, was gut tut und welche Reaktionen erwartet werden können und kann sich auf die unterschiedlichsten Patienten einstellen", sagt Julia Limburg. Das bewähre sich auch in den zahlreichen Praktika in den Einrichtungen, Krankenhäusern und Praxen der Umgebung, die zu absolvieren sind.

Viel zu zeigen haben aber auch die anderen Ausbildungsgänge. Manuela Schäffer verweist aufs Blutdruckmessen und erklärt gleich auch, warum an diesem Tag Schwestern in historischen Ordenstrachten aus verschiedenen Jahrhunderten im neuen Haus an der Ecke zur Artur-Becker-Straße unterwegs sind. Die Entwicklung der Altenpflege ist auch den Bildern im Treppenaufgang abzulesen.

Derweil sich die Gäste im Café bei frischem Kuchen stärken können, laufen in anderen Räumen kurze Kurse und sportliche Einlagen.

Derzeit sind bei der SOWI 151 Azubis in der Ausbildung zu Altenpflegern und Altenpflegerinnen und 54 zu Physiotherapeuten, wobei die Ausbildung teilweise neben Bafög oder Bildungskrediten auch selbst finanziert werden muss. Die Altersspanne reicht bei den Azubis von 16-jährigen Schulabsolventen bis zum 58-jährigen Umschüler.

"Genau diese Altersmischung und der Umgang auf Augenhöhe miteinander machen die Ausbildung attraktiv", heißt es immer wieder. Man werde ernst genommen und die Jüngeren profitierten von der Lebenserfahrung der Älteren.

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