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Denkmalbereich größer als gedacht

Aus dem Park wird wohl nun kein Wald

Brigitte Horn / 28.04.2015, 03:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) Anstatt Biesenthals Stadtpark als Waldfläche deklarieren zu können, wurde der Stadt jetzt vor Augen gehalten, dass es ein Gartendenkmal ist. Doch nicht nur das. Der Denkmalbereich ist größer als die ursprüngliche Fläche des Stadtparks.

Mit einem überraschenden Ergebnis endete eine Ortsbegehung im Biesenthaler Stadt Park. Daran hatte Dirk Krone als Stadtverordneter der Grünen zusammen mit der Denkmalbehörde und dem zuständigen Mitarbeiter der Amtsverwaltung teilgenommen. Das Ziel sei eigentlich gewesen, abzuklären, ob dieses mit vielen Bäumen bestandene Gelände als Wald ausgewiesen werden kann. Hintergrund ist, dass ein Förster den Biesenthaler Bauausschuss über eine Menge Totholz in dem Bereich informierte und die Stadt an ihre Verkehrssicherungspflicht erinnerte, erläuterte Krone. Werde der Bereich als Wald ausgewiesen, sei dies kostengünstiger für die Stadt, hieß es.

Doch statt eines positiven Bescheids über die Einordnung als Wald brachte der Stadtverordnete der Grünen eine ganz andere Erkenntnis in die jüngste Sitzung des Hauptausschusses mit: Das könne kein Wald werden, weil der gesamte Stadtpark als Gartendenkmal ausgewiesen ist. Zunächst war er so wie zu DDR-Zeiten in die Denkmalliste übertragen worden, berichtete Andreas Krone. Im Jahr 2008 habe es eine Fortschreibung der Denkmalliste gegeben und nach der ist nicht nur die eigentliche Stadtpark, sondern die gesamte Fläche dieses Bereiches zwischen der Bahnhof- und der Breitscheidstraße als Denkmal erklärt worden.

Dies sorgte bei den Ausschussmitgliedern zunächst für ungläubige Gesichter. Man war einigermaßen konsterniert. Das wäre mehr als der ursprüngliche Denkmalbereich und konterkariert insbesondere ein Vorhaben, dem man sich verstärkt zuwenden wollte - einer möglichen Nutzung des alten Wasserturms. Der sei recht marode und es bestand die Hoffnung, ihn zusammen mit einem Grundstück zu verkaufen. Dies dürfte nun sehr schwierig werden und für die Stadt teuer. Denn damit ist die Stadt nun für die Verkehrssicherungspflicht für den gesamten Bereich zuständig. Sie muss also auch dafür sorgen, dass der Bereich rund um den Wasserturm abgesperrt wird, damit dort niemand zu Schaden kommt, so der Tenor der Beratungen. Nicht ganz klar wurde, ob das frühere Ferienobjekt des Kraftverkehrs Schwedt noch mit zu diesem Denkmalbereich gehört.

Die Hauptausschussmitglieder Andreas Jahn (CDU) und Dirk Siebenmorgen (Linke) schlugen vor, das Verfahren für die Eintragung in die Denkmalliste zu prüfen, um möglicherweise einen Anhaltspunkt zu finden, die Ausweitung des Denkmalbereiches rückgängig zu machen.

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