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Gremium kritisiert Behinderungen der schriftlichen Abiturprüfungen durch Streik im Nahverkehr

Landeselternrat nimmt Ver.di unter Beschuss

Andreas Wendt / 28.04.2015, 19:44 Uhr
Potsdam (MOZ) Der Landeselternrat übt scharfe Kritik an der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Wie deren Sprecher Wolfgang Seelbach am Dienstag sagte, fehle jegliches Verständnis dafür, dass der Streik im Brandenburger Nahverkehr ausgerechnet mit den zentralen Abiturprüfungen zusammenfalle. "Wir hätten von der Gewerkschaft erwartet, dass die Zeit der Abiturprüfungen berücksichtigt und ausgeklammert wird", sagte Seelbach. Die knapp 9000 Abiturienten hätten zwar die Möglichkeit, die Prüfungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, seien dadurch aber zum einen psychischem Druck ausgesetzt und zum anderen gegenüber jenen benachteiligt, die nicht unter den Streikauswirkungen zu leiden haben und ihre Prüfungen wie geplant ablegen könnten.

Für Dienstag waren Prüfungen in Mathematik geplant. Am Donnerstag stehen die Prüfungen im Fach Deutsch an. Vorsorglich hat das Bildungsministerium schon Ersatztermine im Juni für die Examen angesetzt.

Nach Angaben des Bildungsministeriums nutzen in Brandenburg mehr als 90 000 Schüler öffentliche Verkehrsmittel für den Schulweg. Wie viele vom Streik betroffen sind, kann das Ministerium nicht exakt sagen, da sich nicht alle Verkehrsbetriebe am Ausstand beteiligen und einige Schüler auch die Bahn nutzen. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hatte sich in den vergangenen Tagen in Gesprächen mit beiden Parteien vergeblich um eine Abmilderung der Streikfolgen für die Schüler bemüht.

Beim Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Brandenburg ist man zumindest froh, seit Beginn der Streikaktivitäten am Montag einen Notverkehr aufrechterhalten zu können. "Wir hoffen, dass dadurch alle Abiturienten pünktlich den Prüfungsort erreicht haben", sagt KAV-Verbandsgeschäftsführer Klaus Klapproth am Dienstag. Wie viele Schüler durch den Streik im Nahverkehr an der Teilnahme gehindert wurden, konnte Florian Engels, Sprecher des Bildungsministeriums, am Dienstag nicht sagen. "Wir haben da keinen Rücklauf."

Für Bernd Wölfel, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Bus, ist der Streik "zum Zeitpunkt der schriftlichen Abiturprüfungen an Rücksichtslosigkeit kaum zu überbieten." DB Regio bedient Buslinien in den Kreisen Märkisch-Oderland sowie Oder-Spree und ist ab heute vom Streik betroffen.

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Gernot Rahl 29.04.2015 - 09:17:39

So ist das Leben

Streik ist Streik. da lernen die Schüler mehr über das Leben, wie in der Abiprüfung. Es ist geradezu lächerlich, was an Krokodilstränen geweint wird, wenn Arbeitnehmer um ihre Rechte und ihren Lohn kämpfen. In unserer Gesellschaft soll alles abgemildert und gepampert werden, ja keinem wehtun. Wer zur Abiturprüfung muss, kann das in Zeiten des Individualverkehrs durchaus selber organisieren und sollte nicht irgendwelche Verbände und Organisationen zum Ausgreinen vorschieben. Was ist, wenn der Bus zur Fahrt zum Abi einen Unfall hat, weil der Fahrer übermüdet ist?

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