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Das Tiefbauamt hatte Ende 2010 angekündigt, den Baumschulenweg zu sanieren. Dazu kam es nie.

Anwohner fordern Lärmschutz

Kaputte Straße: Der Baumschulenweg ist ein Ärgernis - nicht nur für die Anwohner.
Kaputte Straße: Der Baumschulenweg ist ein Ärgernis - nicht nur für die Anwohner. © Foto: Michael Benk
Frank Groneberg / 29.04.2015, 07:11 Uhr - Aktualisiert 29.04.2015, 09:00
Frankfurt (MOZ) Mehrere Anwohner des Baumschulenwegs haben die Stadtverwaltung erneut dazu aufgefordert, den Lärmschutz zu gewährleisten. Die Fahrbahndecke müsse dafür dringend saniert werden.

Die Anwohner des Baumschulenwegs sind sauer. Die Fahrbahnen in ihrer Straße bestehen aus großen Betonplatten. Im Laufe der Jahrzehnte sind Risse entstanden, wurden Löcher immer größer. Vor allem aber gibt es Abbrüche an den Übergängen zwischen den Betonsegmenten. Einzelne Platten haben sich gehoben oder gesenkt, so dass an den Kanten einzelner Betonplatten Stufen entstanden sind. Die Folge: Fährt ein schweres Auto über die Fugen oder über Risse und Löcher, gibt es jedesmal einen donnernden Knall, der in den Wohnungen selbst bei geschlossenen Fenstern unangenehm laut zu hören ist.

Mehrere Anwohner nahmen jetzt die Gelegenheit wahr, sich während der Sitzung des Wirtschaftsausschusses der Stadtverordnetenversammlung zu Wort zu melden und ihrem Ärger Luft zu machen. Ihrem Ärger zum einen über die Situation und zum anderen darüber, dass trotz anderslautender früherer Versprechungen bisher durch die Stadtverwaltung nichts unternommen wird, um die Situation für die Anwohner zu verbessern.

"2009 haben wir der Stadtverwaltung 120 Unterschriften übergeben und auf den schlechten Straßenzustand und die ungeheuerliche Lärmbelastung hingewiesen", sagte eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht veröffentlicht haben möchte, während der Einwohnerfragestunde. "Die Fahrbahn sollte längst saniert werden, passiert ist nichts. Wird die Sanierung nun in den Haushalt aufgenommen?" Die Anwohner hätten ein Fahrverbot für Lkw gefordert nach der Sanierung der Leipziger Straße - "Wann wird dieses Verbot endlich realisiert?"

Das Tiefbauamt hatte Ende 2010 angekündigt, den Baumschulenweg in zwei Abschnitten 2011 und 2012 zu sanieren. Bauarbeiten gab es bis heute nicht. Im Herbst 2010 war auf der gesamten Straße Höchsttempo 30 angeordnet worden, zum Schutz vor Lärm. "Doch daran hält sich kaum jemand", beschwerte sich die Anwohnerin, "nicht nur Lkw, auch die Linienbusse und die Taxis fahren viel zu schnell." Sie forderte mehr Kontrollen und schlug vor, als Übergangslösung "höhergewölbte Schwellen, die auch mit Bussen befahren werden können", aufzubringen. Baudezernent Markus Derling antwortete, dass die Sanierung bis 2018 nicht in der Haushaltsplanung enthalten sei. Er schlug vor, sich bei einem Vor-Ort-Termin über mögliche Maßnahmen zu verständigen. Der Ausschussvorsitzende René Wilke (Die Linke) erklärte, die Verwaltung müsse auf der nächsten regulären Sitzung am 3. Juni über den Vor-Ort-Termin berichten.

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Achim H 29.04.2015 - 22:56:39

Wiederlicher Egoismus

Die Haltung dieser „Anwohner“ ist einfach unverständlich und widerlicher Egoismus! Seit dem Bau der Häuser am Baumschulenweg gibt es diese Straße. Jeder, der am Baumschulenweg eine Wohnung bezog, war sich bewusst, dass vor seinem Haus eine Straße lang führt. Eine Straße dient nun einmal dazu, damit man möglichst gut und schnell von A nach B kommt! Der Baumschulenweg ist keine Wohngebietsstraße sondern eine Hauptstraße, die mehre Wohngebiete miteinander verbindet! Auf Hauptstraßen in geschlossenen Ortschaften ist nun einmal die erlaubte Höchstgeschwindigkeit 50 km/h! Ich glaube, dass ist der "Anwohnerin", die auch noch nicht mal ihren Namen nennen möchte, bewusst! Was sollen da erst Anwohner der Leipziger Straße sagen?! Sie wohnen an einer Hauptdurchgangsstraße!! Sicher, der bauliche Zustand des Baumschulenweges ist nicht der Beste, doch sollten diese Leute, die so einen Aufriss über diese schlechte Straße machen, sich einmal zum Beispiel die Bardelebenstraße ansehen! Ich bewundere die Ruhe der Anwohner. Die hätten allen Grund auf die Barrikaden zu gehen! Wenn es der Dame ohne Namen am Baumschulenweg nun zu laut ist, wie wäre es sich einfach eine andere Wohngegend zu suchen? Dann haben Sie Ihre Ruhe!!

Cordula fischer 29.04.2015 - 19:06:47

@nachrechner

forsches auftreten, aber blanke demagogie. so manipulieren die , welche behaupten, dass ihr handeln alternativlos sei. reparaturen, betriebskosten,wartung und pflege,...., wird alles bei straßenunterhaltung fehlen. warum lügen sie so selbstbewusst?

Nachrechner 29.04.2015 - 18:50:54

@REICH-Zwei Töpfe

Machen sie sich doch mal bei einem Abendkurs in der Volkshochschule über die Kameralistik im Haushalt einer Stadt schlau. Dann wird es ihnen bei einem erfolgreichen Abschluss sicher nicht mehr passieren, dass sie Äpfel und Birnen in einen Topf werfen. Wenn das weiter so gemacht wird, dann kommt so ein Aussagenmus heraus, wie in ihrem Beitrag. Schweigen ist oftmals klüger.

REich 29.04.2015 - 17:55:01

Verantwortung der Stadt???

Die Stadt sieht ihre Verantwortungen woanders. Erst mal braucht man Geld für das Restaurantschiff! Strassen sind Nebensache.

M. Wegner 29.04.2015 - 16:12:12

Mehr Eigenverantwortung - mehr Rücksichnahme

@RUMPEL Jeder Autofahrer darf im Baumschulenweg gerne 30 km/h schnell oder langsam fahren, nur halten sich wenige daran. Ich würde immer erstmal an die Eigenverantwortung der BürgerInnen denken, bevor ich nach staatlichen Instituionen rufe.

Rumpel 29.04.2015 - 15:27:08

Wie will . . . ?

Wie will eine Stadt in der es kaum materielle Wertschöpfung gibt, die Steuereinnahmen nicht nennenswerte Summen erreichen, solche Wohngebietsstraßen sanieren? Ehrlich muss man bekennen, hier handelt es sich um eine Wohngebietsstraße. Die Bedeutung für den fließenden Versorgungsverkehr ist nicht gegeben. Ähnliche Straßen sind der Hellweg, die F.-Ebert-Straße und andere Straßen. Kurzfristig helfen hier im Baumschulenweg nur Verkehrseinschränkungen wie max.30 Km/h , eine Begrenzung für LKW (Tonnen) oder auch Bodenwellen, um die Fahrzeugführer zum langsamen Fahren zu zwingen. Das alles hätte bei mehr Aufmerksamkeit für die Belange der Bürger, schon passieren können. Wer hat denn da geschlafen, die Bürger nicht. Sie können es bei dem Lärm nicht!

Frankfurterin 29.04.2015 - 12:12:39

Diese Straße

kann sich in eine glorreiche Reihe von katastrophalen Straßen in Frankfurt einreihen. Es ist einfach nur eine Zumutung, nicht nur für Anwohner, sondern auch für die Autofahren. Im übrigen hat man das Gefühl, dass es einen Linienbus zerreißt, wenn er über die Straße hoppelt. Ich würde mir für alle wünschen, dass die frankfurter Führung mal wichtige und richtige Entscheidungen trifft. Ich bin kein Anwohner dieser Straße und dankbar, dass ich nicht gezwungen bin diese Straße zu nutzen. Anders sieht es mit der Markendorfer und dem Weinbergweg, aber die haben es ja auch nicht nötig gemacht zu werden. MFG

Lotta 29.04.2015 - 07:57:13

Zweckmäßig reagieren

In dieser Straße leben Menschen mit Mietverträgen. Fluktuationen sind dort nur wenige. Demzufolge halten es die Bewohner aus. Wem es absolut nicht gefällt, der hat die Möglichkeit, in eine andere schöne Wohnung umzuziehen.

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