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Städte verändern mit Fördermillionen ihr Gesicht

dpa / 02.05.2015, 14:36 Uhr
Potsdam (DPA) Zum Tag der Städtebauförderung am 9. Mai wollen Brandenburgs Kommunen ihren Wandel zur Schau stellen. Millionen öffentlicher Fördermittel haben zur Veränderung beigetragen. Die Bevölkerungsentwicklung macht weitere Anpassungen notwendig.

Hier ein frisch herausgeputztes Stadtquartier, dort "tiefer gelegte" Plattenbauten für die weniger werdenden Einwohner - Brandenburgs Kommunen passen sich bestmöglich dem Wandel ihrer Bürgerschaft und deren Bedürfnissen an. Seit 1991 erhielten sie mehr als drei Milliarden Euro an Bundes- und Landesmitteln aus der nationalen Städtebauförderung. Diese Zahl nannte das Potsdamer Bauministerium in einer dpa-Umfrage.

Rund 1,1 Milliarden hat nach Angaben eines Sprechers im Bundesbauministerium der Bund beigesteuert. Das Geld sei sowohl in aufwendige Altbausanierungen, als auch in den Abriss vornehmlich von Plattenbausiedlungen geflossen. Der erstmals veranstaltete Tag der Städtebauförderung am 9. Mai bietet Gelegenheit, Nutzen und Wert der Maßnahmen öffentlich vorzustellen.

"In diesem Jahr wird das Land mit weiteren 41,5 Millionen Euro vom Bund bedacht", sagte der brandenburgische Ministeriumssprecher Steffen Streu. Zusammen mit Landesmitteln könnten die Kommunen dann mit 83 Millionen Euro rechnen. Neben der nationalen Städtebauförderung hätten die Kommunen rund 300 Millionen Euro aus verschiedenen Programmen der Europäischen Union (EU) im Bereich Stadtentwicklung erhalten.

Allein Potsdam habe an direkten Städtebaufördermitteln für verschiedene Programme seit 1991 über 255 Millionen Euro eingesetzt, berichtete der Sprecher der Landeshauptstadt, Jan Brunzlow. Dazu habe sie rund 62 Millionen beigesteuert. Weiteres Geld sei unter anderem aus dem Hauptstadtvertrag zwischen der Stadt und dem Land Brandenburg den Stadterneuerungsgebieten zugutegekommen. Bundesweite Untersuchungen gingen davon aus, dass ein Euro der öffentlichen Hand bis zu sieben Euro private Investitionen auslöst.

In den vergangenen Jahren wurden Brunzlow zufolge viele Bauprojekte erfolgreich umgesetzt, etwa die weitgehend abgeschlossene Sanierung des Holländischen Viertels für gut 21,5 Millionen Euro. "Der Zuschussbedarf für die laufenden Sanierungsgebiete und die Gebiete der Sozialen Stadt beträgt derzeit 30 Millionen Euro." Die künftige Förderung soll auch dafür genutzt werdem, um mehr Wohnraum zu schaffen - denn anders als viele andere märkische Kommunen wächst die Landeshauptstadt vor den Toren Berlins.

In Wittenberge (Prignitz) müssen weiter Plattenbauten in Randlagen schrittweise weichen. Bislang seien fast 2000 Wohneinheiten im Zuge des Stadtumbaus abgebrochen worden, berichtete Stadtsprecherin Christiane Schomaker. Zwischen 1992 und 2014 habe Wittenberge rund 50 Millionen Euro Fördermittel für den Städtebau aufgewendet. Zusätzlich seien EU-Mittel sowie Geld der Wohnraumförderung in die Stadtentwicklung investiert worden.

Wittenberge hat Schomaker zufolge im Februar 2015 mit dem Bauministerium und der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft eine Kooperationsvereinbarung zur Beschleunigung des Stadtumbaus abgeschlossen. Demnach sind weitere rund 14 Millionen Euro der Städtebau- und Wohnraumförderung zugedacht.

Rund 35,5 Millionen Euro inklusive 20 Prozent Eigenanteil hat die Stadt Beeskow (Oder-Spree) seit der Wende an Förderung in den Städtebau gesteckt. Dadurch seien die äußere Sanierung der Kirche St. Marien, der Stadtmauer sowie der Burg vorangetrieben worden, erläuterte die Stadtsanierungsbeauftragte Kerstin Müller. Für künftige Projekte plane die Stadt mit 7,3 Millionen Euro.

"Durch den gezielten Einsatz von Fördermitteln hat sich das Stadtbild enorm verändert", stellte Müller fest. Bei der Verteilung der Mittel sei darauf geachtet worden, neben den kommunalen Bauvorhaben auch privaten Investoren für die Sanierung von Gebäuden Geld zur Verfügung zu stellen. Vor allem seien Hausfassaden instand gesetzt worden.

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