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SVF weist Vorwurf von Ver.di zurück

Frank Groneberg / 08.05.2015, 06:18 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Geschäftsführung der Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) weist Vorwürfe der Gewerkschaft Ver.di zurück, drei befristet beschäftigte Mitarbeiter genötigt zu haben, den Streik zu beenden und die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Gewerkschaft Ver.di hatte verbreitet, ein Mitglied der Geschäftsführung habe die drei Betroffenen zum Gespräch gebeten und ihnen geraten, sie sollten sich genau überlegen, wie sie sich verhalten. Auch der Landesverband der Partei Die Linke hatte daraufhin verbreitet, dass die Geschäftsführung der SVF "kurz vor der Entfristung ihrer Arbeitsverträge stehende Kollegen zurück an den Arbeitsplatz gezwungen" habe und kommentiert: "Eine solche Vorgehensweise grenzt an Nötigung, das heißt drohen mit einem empfindlichen Übel." Die SVF wurde aufgefordert, "dieses verfassungswidrige Vorgehen sofort zu beenden".

Laut Ver.di soll Andreas Lorenz, Leiter Verkehr bei der SVF, die drei Fahrer Ende vergangener Woche in sein Büro bestellt und sie dort mit dem Verweis auf das bevorstehende Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge genötigt haben, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Marco Pavlik, Streikleiter bei Ver.di, hatte die Mitteilung verbreitet, nachdem ihm eine SMS gezeigt worden war, in der einer der Betroffenen angeblich über das Gespräch berichtete - ohne den Wahrheitsgehalt der SMS geprüft zu haben.

Wolfgang Worf, Geschäftsführer der SVF, hat jetzt mit zwei der drei Fahrer (der dritte ist seit längerem krank) gesprochen. Das Ergebnis: "Dieses Gespräch bei Herrn Lorenz hat nie stattgefunden." Das hätten beide Fahrer, die den Betriebsrat nicht bei der Unterredung dabei haben wollten, bestätigt. Genauso wie Andreas Lorenz. "Wahr ist, dass wir schon am 15. April entschieden haben, alle drei Fahrer unbefristet zu übernehmen", betont Wolfgang Worf, "es fehlte nur noch der formale Abschluss." Es sei "ein Unding, dass solche Lügen verbreitet werden".

Der Geschäftsführer erklärt zudem, dass es auch nicht stimmt, dass es bei der SVF zehn Jahre keine Lohnerhöhung gegeben habe. "Der letzte Tarifabschluss erfolgte im Februar 2013", sagt er. Die Gehälter seien zum 1. Januar 2013, zum 1. Januar 2014 und zum 1. Juli 2014 angehoben worden.

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LEW 09.05.2015 - 20:08:17

Ehrlich währt am längsten!

Leider zwei weitere Unwahrheiten der Gewerkschaft. So kann man keine Sympathie in der Öffentlichkeit erwerben. @ TINA WALLRAFF (05.05.) Man kann nicht per Gesetz festgelegte Anordnungen (Zahlungen an Arbeitgeberverbände, Handwerksrolle,...) mit auszuhandelnden "Kann"-Leistungen (Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder) gleichsetzen. @ ÖFFENTLICHKEIT (05.05.) Wenn Sie nichts dagegen haben, komme ich aus Polen. @ MANUEL DRESCHER (05.05.) Ich spreche der Gewerkschaft ihr Streikrecht keinesfalls ab. Aber bitte Fair (ehrlich) und ohne Gier. Es geht eben darum, ob die geforderten Lohnsteigerungen berechtigt sind. Manchmal ist es besser, den Spatz in der Hand zu halten, als die Taube auf dem Dach zu sehen. Zur Fairness gehört für mich auch, während einer neuen (möglichen) Gesprächsrunde den Streik auszusetzen. Herr Pavlik, Streikleiter der Gewerkschaft, scheint dem Vernehmen nach dazu aber nicht bereit zu sein - schade. Gespannt kann man darauf sein, ob der Streikleiter die "Geister die er rief" (Erwartungen) erfüllen kann. Schließlich müssen ihm seine (neuen) Mitglieder am Ende "grünes Licht" erteilen. Ich bitte zu beachten: Der anrückende Sommer führt stets zu einem geringen Verkehrsaufkommen (Schul- und Semesterferien, Urlaub, Hitzewelle) im öffentlichen Nahverkehr.

D. Wolf 09.05.2015 - 08:23:35

Frage

Ich sagte doch: Die Gewerkschaft hat sich überlebt und gehört abgeschafft. Oder?

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