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Polizei fasst Diebe von Solarmodulen

Dietrich Schröder / 12.05.2015, 20:03 Uhr
Frankfurt(Oder) (MOZ) Sie sollen Solarmodule im Wert von einer halben Million Euro in Deutschland gestohlen haben: Jetzt sitzen sechs Männer aus Polen in ihrem Heimatland in Untersuchungshaft. Die Festnahme erfolgte am Wochenende bei Frankfurt (Oder), wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Dienstag mitteilte.

Die Ermittler nahmen am Sonnabend insgesamt sieben Männer und eine Frau fest. Wenige Stunden zuvor waren die Tatverdächtigen in einen Solarpark im bayerischen Eußenheim eingedrungen. Dort stahlen sie fast 200 Solarmodule. Nach Angaben von Polizeisprecher Dietmar Keck haben die Teile einen Wert von rund 60000 Euro. Was die Beschuldigten auf dem Rückweg nach Polen nicht ahnten: Die Polizei war ihnen dicht auf der Spur. Zivile Ermittler verfolgten einen Transporter und einen Pkw. Die Fahrzeuge wurden auf der Autobahn kurz hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Frankfurt gestoppt. Das Kreisgericht in Zielona Gora verkündete gegen sechs der acht Tatverdächtigen Haftbefehle. Die Ermittlungen wurden in Kooperation mit polnischen Behörden geführt.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) sprach am Dienstag von einem "empfindlichen Schlag gegen die organisierte Kriminalität". Die Polizei stuft die Bande als Spezialisten auf dem Gebiet von Solarmodulen ein. Der Festnahme waren umfangreiche Ermittlungen des Dezernats Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburgs vorausgegangen. Dort gehen die Fahnder davon aus, dass die Bande weitere sechs Diebstähle in Brandenburg und vier in Bayern verübt hat. "Der Schaden aller Straftaten beläuft sich insgesamt auf 500000 Euro", erklärte Oberstaatsanwalt Frank Seidel von der zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität in Frankfurt (Oder). Der Fahrer des Lkw ist wegen einschlägiger Straftaten bei der deutschen Polizei bekannt.

Im Land Brandenburg war die Zahl von Diebstählen in Solarparks in den zurückliegenden Jahren immer weiter gestiegen. So registrierte die Polizei in jedem Jahr mehr als 100 Straftaten. Nur im vorigen Jahr ging die Zahl auf 45 Fälle zurück, wie LKA-Sprecherin Karina Schulter mitteilte. Die Ermittler führen den Trend auf die Festnahme von zwei polnischen Tatverdächtigen zurück, die im Mai 2014 bei einem Einbruch in Fredersdorf-Vogelsdorf (Märkisch-Oderland) gefasst wurden. Sie wurden inzwischen zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Trotzdem bleiben solche Straftaten Schwerpunkt bei der Abteilung für organisierte Kriminalität. Erst vor vier Wochen drangen unbekannte Täter in einen Solarpark bei Jocksdorf (Spree-Neiße) ein. Dort hatten sie rund 300 Solarmodule gestohlen und damit einen ähnlich hohen Schaden wie im bayerischen Eußenheim verursacht. Im aktuellen Fall laufen die Ermittlungen der polnischen Strafverfolgungsbehörden.

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Der Unaufgeregte 13.05.2015 - 16:01:13

Organisierte Kriminalität?

Hat das Landeskriminalamt nichts anderes zu tun, als Diebe strafrechtlich zu verfolgen? Aja ist ja sonst auch kein Anderer mehr da. Als ob es keine wirkliche Organisierte Kriminalität in Brandenburg zu bekämpfen gebe.

Obi Wahn 13.05.2015 - 10:13:22

Ein sooo reiches Land wie Deutschland ...

... kann doch sicherlich auf ein paar Solarzellen für den Weltfrieden verzichten , liebe Leser/innenenenen

Yoda 13.05.2015 - 08:11:08

es reicht...

... Der Fahrer des Lkw ist wegen einschlägiger Straftaten bei der deutschen Polizei bekannt...Aber wozu brauchen wir Grenzkontrollen?? Ich kann nur hoffen, das solche bekannten Straftäter bei den verantwortlichen Politikern einbrechen und richtig Schaden verursachen!!! Damit diese sogenannten Volksvertreter endlich mal aufwachen und anfangen, etwas dagegen zu tun, das solche Kriminellen gar nicht erst nach Deutschland einreisen können!!

robert 13.05.2015 - 07:06:38

Nu is aba ma jut

Diebe, LKW und Module verbleiben natürlich in Polen. Allein schon deshalb, damit nicht auch noch Polen auf den Griechenlandtrichter kommt um noch mehr Reparationsleistungen ein zu fordern.

Susanne Amsel 12.05.2015 - 23:51:30

richtig so!

Es war völlig richtig, sie erst nach Polen reisen zu lassen, in Deutschland hätte man doch nie einen Haftbefehl gegen sie erhalten, wegen unserer historischen Schuld.

der Interessierte 12.05.2015 - 22:07:53

???

Warum wurden die Tatverdächtigen nicht vor der Grenze gestoppt und verhaftet? Sie entwendeten doch deutsches Eigentum?

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