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Flugbetrieb auf der neuen Süd-Bahn des BER verlagert Geräusch-Teppich über Erkner

In Gosen steigt der Lärm-Pegel

Seit 2. Mai sind die Werte höher: André Organiska zeigt die Tages-Pegel der Fluglärm-Messstation Gosen.
Seit 2. Mai sind die Werte höher: André Organiska zeigt die Tages-Pegel der Fluglärm-Messstation Gosen. © Foto: MOZ
Manja Wilde / 18.05.2015, 19:51 Uhr
Gosen/Erkner (MOZ) Seit 2. Mai ist die neue Südbahn des Flughafens Schönefeld in Betrieb, weil die Nordbahn saniert wird. In Gosen gingen schlagartig die Lärmpegel nach oben. In Erkner verlagerte sich die Geräuschkulisse - in der Bahnhofsiedlung wurde es leiser, am Schützenwäldchen lauter.

Die Situation liefert einen Vorgeschmack auf die Zeit, wenn der Flughafen BER in Betrieb geht. "Nur, dass dann noch die Flüge von Tegel hinzukommen", sagt André Organiska, Vorsitzender der Bürgerinitiative Gosener Wiesen und Erkner. Das heißt: Die Zahl der Überflüge vervielfacht sich von derzeit bis zu rund 130 auf etwa 400 pro Tag. Schon jetzt hat der Betrieb auf der Südbahn Auswirkungen auf den Lärmpegel. "In Gosen haben wir durchschnittlich sechs Dezibel mehr als im Mai 2014", sagt Organiska. Nach subjektivem Empfinden komme das einer Verdopplung gleich, erklärt der 46-Jährige. Er wohnt in der Eichwalder Straße. Auf dem Dach seines Nachbars befindet sich eine Fluglärmmessstation - regelmäßig registriert diese nun Werte von 65 bis 70 Dezibel (A). Das A steht für einen bereinigten Wert, der dem Hör-Empfinden des Menschens angepasst ist.

Noch ein Haus weiter beginnt das Nachtschutzgebiet, in dem Anwohner Anspruch auf Schallschutz hab. Die Grenze teilt Gosen. Die Flughafengesellschaft hat sie rechnerisch ermittelt. Organiska und seine Mitstreiter halten sie für nicht gerechtfertigt. Um irgendwann zu belegen, dass es andernorts in Gosen auch laut ist, stellt die Gemeinde jedes Jahr 25 000Euro für eine eigne Fluglärmmessstation in ihren Haushalt ein. Angeschafft wurde diese bislang nicht, da der Flughafen die Daten ohnehin nicht anerkennen würde, sagt Organiska. Die Messstation des Flughafens wird im Juli/August wieder auf dem Sportplatz stehen.

Vorher kommt sie nach Erkner. "Wir haben einen Standort unter der südlichen Flugroute gefunden", sagt Clemens Wolter, in der Stadtverwaltung für das Thema Flughafen zuständig. Voraussichtlich ab 29. Mai wird das Gerät auf das Gelände des Heimatmuseums platziert. "Am Ende der Datensammlung wird die Frage stehen: Wie kann man die Flugrouten verbessern, insbesondere bei den Landungen", sagt Wolter. Durch den Betrieb auf der Südbahn, der bis Ende Oktober andauern soll, hat sich der Lärm-Teppich über Erkner verschoben. "Bahnhof- und Flakenseesiedlung bekommen weniger ab, Karutzhöhe, Neu Buchhorst und Schützenwäldchen mehr", erklärt Wolter. Mit Zahlen lässt sich das für Erkner nicht belegen, denn eine Fluglärmmessstation gibt es nicht in der Stadt. Was derzeit über Erkner fliege, nennt Wolter "Vorgeplänkel". Wenn der Flughafen eröffnet, werden viele Erkneraner von beiden Flugrouten betroffen sein - die nördliche verläuft über den Bahnhof, die südliche über den Karutzsee, erinnert er.

Für Schöneiche hat der Betrieb über die Südbahn nahezu keine Auswirkungen, sagt Hans-Joachim Schlaak, auf dessen Grundstück in der Mitte der Gemeinde sich eine kalibrierte Messstation befindet. "Die meisten Überflüge, die uns belasten, sind Anflüge auf Tegel bei Westwind", sagt Schlaak. Etwa 20 bis 40 Maschinen sind das täglich. Ansonsten hat sich der End-Anflug von Erkner bis Schönefeld durch die Nutzung der Südbahn etwa zwei Kilometer nach Süden verschoben. Der Abstand zu Schlaaks Messstation erhöht sich von fünf auf sieben Kilometer. Da diese Flüge auch zuvor keine große Auswirkung hatten, ist der Unterschied kaum merkbar.

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Anwohner 22.05.2015 - 06:49:28

Gleichgültigkeit bei den meisten

sie wachen erst auf,wenn der Lärm genau über,oder neben ihnen ist..sonst herrscht die Devise..was geht mich das an..betrifft mich nicht direkt...leider...Zusammenhalt der Lärmgeplagten könnten vieles erreichen aber.....tja

anonym 22.05.2015 - 06:17:33

wir Menschen haben keine Lobbyisten

...LÄrmel ist gefährlich...siehe Internetseite Umweltministerium! die Meisten haben aufgegeben......denn, die machen doch was sie wollen. Verwaltungen vertreten Gesetze und Parteien vertreten sich.....Und die Ausrede, die diese haben...wir haben kein Geld...zählt nicht...Von Gemeindeverwaltung bis ganz nach oben wird Viel Geld verschwendet, Hinweise von Bürger werden ignoriert, ja man wird für dumm verkauft und zeigt uns....du hast gar nichts zusagen, bist einer von vielen! Ich gehöre keiner Partei an und bin auch kein Rechter....eben ein Anonymer, wie die meisten.

Alexandra 21.05.2015 - 12:02:18

Augen und Ohren auf

Was wir hier erleben ist nur die Overtüre, das eigentliche Theater beginnt doch erst bei der Eröffnung und dann wenn Tegel umgezogen ist. Der Schallschutz wird sehr lausig ausfallen, insofern man ihn überhaupt bekommt. Alle Außenbereiche lassen sich sowieso nicht Schützen. Irgendwie scheint es die meisten interessiert es nicht, aber das kommt noch, spätestens bei der Eröffnung werden vielen hier die Augen geöffnet. Arrangiert euch...heute sitzt ihr noch in "fast Ruhe" im Garten, demnächst sieht das sehr wohl anderst aus... Alexandra Riedel aus Müggelheim

Anwohner 20.05.2015 - 11:14:21

@Elke

Neuzelle ist keine offizielle Umleitung für die A12..da liegt der Haken....wir müssen Rennstrecke bleiben,solange die Murkserei auf der A12 noch dauert....und leider kann jedes Straßenverkehrsamt und Gemeinde doch noch teilweise selbst entscheiden,was es beantragt und genehmigt...und da liegen die Unterschiede..Vorurteile sind es nicht denke ich,aber viele Bürger haben schlicht keinen Mut/Elan mehr...in Neuzelle sind es vielleicht mehr Bürger und auch die Gemeindevertreter,die alle dahinterstehen,dann lässt sich sowas auch gut umsetzen...aber danke fürs Mutmachen

Elke 20.05.2015 - 10:20:30

@Anwohner

Nehmt doch noch am besten gleich heute Kontakt zu Neuzelle auf . Fragt dort, wie die das gemacht haben. Beide Straßen, in Hangelsberg und Neuzelle, sind Landesstraßen. Also eine gesetzliche Grundlage. Und wenn Ihr Infos habt, einfach hier einstellen. Über die Verwaltungen führt kein Weg vorbei. Vorurteile wollen die aber auch nicht hören. Also nochmals Luft holen, und los gehts. Viel Glück.

Anwohner 20.05.2015 - 09:34:00

@Elke

gute Fragen,die wir als BI oft gestellt haben....leider ohne Erfolg...gegen bestimmte Lobbygruppen kommt man nicht an....egal ob Grenzwerte überschritten werden..man kann ja als Bürger klagen ist die Einstellung,so meine Erfahrung,in bestimmten Orten wird eben für Alle Bürger entschieden,in manchen Orten nur für bestimmte,die am lautesten schreien...

Elke 20.05.2015 - 07:32:52

@Entäuscht + Anwohner

Soweit ich das gesehen habe, gibt es doch noch einen Blitzer im Ort in Richtung Fürstenwalde. Weshalb wird der nicht aktiviert, zumal, wenn Ihre Angaben rechtens sind, permanente Verstöße gegen Geschwindigkeitsregelungen vorliegen? Auch die Geschwindigkeitsregulierung nachts auf 30 kmh sollte machbar sein. In Neuzelle klappt es doch auch. Bin selbst mal 40 kmh gefahren und durfte vor Ort so um die 35 Euro zahlen. Wenigstens waren die Polizisten nett. ...

Anwohner 20.05.2015 - 07:09:35

wir drehen uns im kreis

Lärm wird uns bald alle so sehr belasten das fast keiner mehr wegschauen kann.aber dann was zu ändern wird fast zu spät sein,was man tun kann @ Elke?ganz einfach..erstmal die 50 km/h einhalten..wir hatten mal 2 Blitzer im Ort..die Leute bekommt nur übers Geld,wo es wehtut...und 30 nachts von 22 bis 6 Uhr würde schonmal dafür Sorgen das man wenigstens seine gesetzliche Nachtruhe hätte...aber es wird auch in den nächsten 10 jahren nur geredet und nix passieren...egal ob bei Fluglärm oder anderem Lärm

Enttäuscht 19.05.2015 - 22:52:56

Hallo Elke

....wäre schon gut, wenn LKWS zb die 50 einhalten. Die Polizei soll eine 14 tätige Messung gemacht haben....Durchschnitt Über 65 im Ort.Hangelsberg Aber viel schlimmer und wichtiger ist.....wir haben riesige Verwaltungen, vielversprechende Parteien...und? Allein die enormen Verschwendung BER ....diese Verschwendete Gelder hätte viele Bürger helfen können, und die vielen Irrungen und Wendungen ... Das es die Umgehungsstraße für die Autobahn in HangelsBerg gibt...raten Sie mal wer es vor @0 Jahren entschieden hat.....aber nicht zu Ende gedacht...damals und heute!......aber ist auch egal..

Elke 19.05.2015 - 20:37:02

Hangelsberg ist bunter, sorry

Wie wollen Sie denn, lieber anonymer Leser, den Verkehrslärm in Hangelsberg auf ein gesetzesbasiertes Maß bringen? Im Süden ist bis zum Müggelspree-Ufer alles lückenlos bebaut (bravo!) und im Norden befinden sich geschlossene Forsten und die Hangel. Etwa eine Umleitungsstraße für Hangelsberg? Und in Hangelsberg gibt es auch Bauherren, die ganze 4 m vom Müggelspree-Ufer neue Häuser bauen. Noch nie etwas von Hochwasser gehört, geschweige gesehen? In Letschin war einer der Ihrigen "nass Enteigneter" und hat ein auf große Welle gemacht. Bürger, die eine andere Meinung hatten, wurden nicht zugelassen. Sorry, aber Hangelsberg ist bunter. Frau Alter: Diese Person kann noch viel mehr. Bei den letzten Wahlen hat sie beispielsweise in Fürstentown Absprachen mit dem Ordnungsamt getroffen, dass sie zahlreiche Plakate mit ihrem schönen Gesicht in reinen Wohngebiten aufhängen darf. Der OL wurde darauf in mehreren Beschwerden angesprochen, Dienstfahrzeuge wurden u.a. behindert, und gab zur Antwort, Zitat: "Na wo soll sie denn sonst ihre Botschaften anbringen!" Da standen aber keine Botschasften drauf! Upps. Und was in Beeskow mit dieser Frau alles ablief, ist filmreif.

Enttäuschder 19.05.2015 - 20:13:55

SPD?

regiert in diesem Bundesland und Berlin! Sie wollen Macht, naja aber wozu...für wem? Ein Bsp. Frau Alter, Landtagsabgeordnete der SPD, als es für die Wahl gut war, hat sie Schilder für 30kmh im Ort Hangelsberg ganz schnell organisiert...Ruckzuck. ....Presse war auch da, Montesourieschule usw. Als Frau Alter merkte, oh es betrifft nur 100 MENSCHEN....War alles ganz schnell zu Ende.War woll für die Wahl nicht gut......, denn es gab natürlich auch Gegner, aber viele zu viele Uninteressiert. ..Minderheiten sind nicht wichtig oder?Warum auch Verständnis, Solidarität....warum einander helfen, ich bin jâ nicht betroffen...!.In Hangelsberg gibt es Straßen. .., Bahn...und immer mehr Fluglärm, die praktische Lärmbelastung ist weit über die 'zulässigen' Grenzwerten. Wir haben einen Bürgermeister, Herr Christiani ( SPDfreundlich, lässt sich in Lübbenau bei Wahlen immer wieder für die SPD aufstellen... Ergebnisse kann man im Internet nachlesen) , den das auch alles nicht so richtig interessiert. Schreiben mit nicht passenden Inhalten werden nicht beantwortet. Also, was gehen ihm Die Menschen an.....sind ja nur wenige... Aber Was ist mit uns Bürger.....warum helfen wir uns nicht...warum reden wir nicht vernünftig miteinander....und finden gemeinsame Lösungen. Den wir sehen doch was los ist... Irgendwann ist jeder mal betroffen und dann? Oder warum brauchen wir Gewählte ( übrigens gewählt von einer Minderheit! ), warum brauchen wir Verwaltungen?... wenn ich als Bürger mein Recht mit Anwalt erstreiten muss....oder aufgebe Übrigens, in Grünheide gibt es einen Lärmaktionsplan, mit klaren 'Empfehlungen'....ignoriert von Partei und Verwaltung....eben, es ist ja nur eine Minderheit...betroffen....uninteressant. Und so ist es auch bei Euch, Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit, auch Angst vor der Öffentlichkeit ( soweit ist es schon wieder) ist es....

Karl 19.05.2015 - 10:33:29

Gosen

Die Gosener sind selber schuld, haben sie sich nicht gegen den BER gewehrt, als dessen Planung lief. Da gab es nur den BVBB e.V. der mit Klagen aus eigener Finanzierung zumindest ein Nachtflugverbot herausgeholt hat, von dem auch Gosen jetzt profitiert. Wer jetzt noch Schallschutz will und braucht muss ebenso klagen, die Meßwerte geben ihnen ja Recht und sind richtig erhoben auch gerichtsfest.

Anwohner 19.05.2015 - 09:49:31

Lärmpegel

Wir haben täglich Lärmpegel die über 70 dB liegen,durch etwa 700 LKW am Tag.und unsere Gemeinde fand es toll,genau für diese Betroffenen die im Lärmaktionsplan angeforderte Maßnahmen zu streichen,lach..was sind schon 100 Anwohner,die brauchen doch keine Gesundheit ,traurig was im Landkreis der Lärmschutz zählt..nichts....egal ob Straßenlärm,Fluglärm oder Bahnlärm!

Pendler 19.05.2015 - 09:42:05

Jeden stört nur der Lärm der direkt vor seiner Tür ist...

sobald man sein zuhause verlässt ist der Lärm,dem man anderen antut nicht so schlimm..aber wehe jemand mäht mal nebenan Rasen..ja Minderheiten haben keine Lobby,und gegen Lärm schon gar nicht....denn der ist gewollt...Logistik schön alles auf LKW....und der Bahnstreik treibt noch die letzten Pendler auf die Straße,da sagen doch alle Anwohner danke!!Die Betroffenen von Lärm werden erst dann gehört,wenn sie die Mehrheit sind..und das wird bald sein..wenn der Verkehr weiter so zunimmt...es kann ja nicht jeder immer weiter ins Grüne ziehen um immer längere Wege zur Arbeit zu haben und damit immer mehr Lärm zu verursachen,irgentwann stehen die dann Betroffenen zusammen und wehren sich!!

Hangelsberger 19.05.2015 - 08:40:19

der Staat ist nicht für uns Menschen?

....wenn es um uns menschen geht, wird alles theoretisch berechnet. So wird die Wirklichkeit beseitigt, aber warum machen es die Verwaltungen oder die Parteien...... Mit Minderheiten hat man es nicht so in unserem Land. Wir in Hangelsberg haben die L 38.....die Werte sind theoretisch über den Grenzbereich, praktisch viel schlimmer. Aber es sind ja theoretisch nur hundert Menschen betroffen in Hangelsberg...eine Minderheit Deutsche! Es geht nicht um ' Deutsche '.....Hallo Politiker...es geht um Menschen. Verwaltung wacht auf! Das Problem ist Solidarität...kennt man nicht in Deutschland. Die Deutsche Bank verprasst Milliarden...Steuergelder....?.....kein Mensch interessiert das. Aber wenn Lokführer um ihre Rechte kämpfen ......um unsere Rechte!

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