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1000 Beamte, neun Demos

MZV / 29.05.2015, 18:42 Uhr
Neuruppin (dd/dst) Die Polizei in Neuruppin steht vor ihrer bislang größten Herausforderung: 1 000 Beamte sollen für Sicherheit und Ordnung sorgen, wenn am 6. Juni rund 500 Neonazis zum "Tag der deutschen Zukunft" erwartet werden. Mehr Polizisten sind angefordert.

An den bislang acht angemeldeten Gegenveranstaltungen im Stadtgebiet könnten aktuellen Schätzungen zufolge 2 000 Besucher teilnehmen. Die Zahlen gab am Freitag Bernd Halle, Leiter der Polizeidirektion Nord, bekannt. Absichern muss die Polizei am Tag des bundesweiten Neonazi-Aufmarsches, der erstmals in einer Kleinstadt wie Neuruppin stattfindet, noch das Fußballspiel in der Brandenburg-Liga zwischen dem MSV Neuruppin und TuS Sachsenhausen sowie die Abschlussetappe der Tour de Prignitz. Bundesweit erschweren der G7-Gipfel und das Champions-Leage-Finale in Berlin die Lage. Laut Sprecher Rudi Sonntag sei zwar der normale Polizei- und Streifendienst in gleichem Umgang abgesichert. Die Personalverfügbarkeit liege aber "hart auf Kante", räumte Direktionsleiter Halle ein. "Der Einsatz wird uns alles abverlangen."

Die Strecke des rechtsextremen Aufmarsches gibt die Polizei weiter nicht bekannt. "Alle angemeldeten Veranstaltungen können aber unabhängig voneinander stattfinden", ohne dass es Berührungspunkte gibt, so Anja Götze, Leiterin des Stabsbereichs Recht in der Polizeidirektion. Spezielle Auflagen wurden nicht erteilt. In der Stadt ist aber mit weitreichenden Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.

Einsatzleiter Halle nennt zwar einen "friedlichen Verlauf" als Ziel des Polizeieinsatzes, "Störungen" oder "einzelne Aktionen" seien jedoch nicht auszuschließen. Konkrete Hinweise auf besonders gewaltbereite Rechtsextreme sowie Vertreter des linken Spektrums liegen der Behörde bislang nicht vor. Neu sei, dass zahlreiche Flüchtlinge an den Gegendemonstrationen teilnehmen. Sowohl die Polizei als auch die Veranstalter hätten Verantwortung darauf zu achten, dass "die zum Teil bereits traumatisierten Menschen nicht noch mehr traumatisiert werden", so der Einsatzleiter.

(Lesen Sie mehr in der Sonnabend-Ausgabe des Ruppiner Anzeigers)

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Vati 30.05.2015 - 07:48:17

Polizeikontrolle nicht nur beim G7

Wieso wird nirgends darüber berichtet, daß wie in dem Artikel die deutsche Polizei beim G7 aufräumt sondern auch beim Bilderbergtreffenin Tirol. Dem Treffpunkt für die größten Massenmörder und Nasis von der Welt. Das ist das größte und weitreichendste Ereignis jährlich. Viele wissen garnicht was da ab geht und wie die getroffenen Entscheidungen uns alle betrifft. Ob Krieg oder irgendwelche Kanzler.

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