Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Verfolgungsjagd durch Berlin

Szene im Eisenbahnabteil: Auf dem Weg nach Berlin unterhält sich Emil (Leonie Nele Seidlitz, rechts) mit seinen Mitreisenden (Britt Groll, Torsten Munder und Holger Dyhmke, von links)
Szene im Eisenbahnabteil: Auf dem Weg nach Berlin unterhält sich Emil (Leonie Nele Seidlitz, rechts) mit seinen Mitreisenden (Britt Groll, Torsten Munder und Holger Dyhmke, von links) © Foto: MOZ
Sonja Jenning / 01.06.2015, 06:55 Uhr
Erkner (MOZ) Die heiße Phase der Proben für das Theaterstück "Emil und die Detektive" hat begonnen. Premiere ist am 8. Juli auf der Gartenbühne des Gerhart-Hauptmann-Museums. Regisseur Ralf Schlösser erfüllte sich mit der Inszenierung nach dem Kinderbuch von Erich Kästner einen langgehegten Traum.

In seinem Sonntagsanzug, mit Blumen, Koffer und 140 Mark für seine Oma, die er sicherheitshalber mit einer Stecknadel in seiner Tasche befestigt hat, reist der zwölfjährige Emil aus Neustadt nach Berlin. "Sei nicht so frech, benimm dich anständig, schreib mir sofort eine Karte. Und erzähl keinem Menschen, dass du soviel Geld bei dir hast", gibt ihm seine Mutter noch mit auf den Weg. Doch dann wird Emil das Geld im Zug gestohlen und schon steckt der Junge aus der Provinz mitten in einer aufregenden Verfolgungsjagd durch die Hauptstadt, unterstützt von Gustav mit der Hupe und dessen Freunden, sowie seiner Cousine Pony Hütchen.

"Ich wollte schon immer mal den Emil auf die Bühne bringen. Ich mag Kästner sehr und dieses Stück hat eine klare Botschaft: Gemeinsam können wir viel erreichen", sagt Regisseur Ralf Schlösser und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: "Icke als Berliner muss och Berliner Stücke machen." Der Leiter der Erkneraner Schauspielschule Drehbühne hat dazu professionelle Schauspieler wie Kerstin Reimann und Karsten Troyke, in Erkner bereits aus seinem Dornröschen-Film bekannt, engagiert. Die meisten Rollen sind jedoch mit Laien - Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus der Region - besetzt. "Als Schauspieler ist es wichtig, sich die kindliche Freude am Entdecken zu bewahren. Wenn man zeitig damit anfängt, ist es leichter, diese Freude am Spiel bis ins Erwachsenenleben zu bewahren", sagt Schlösser, der selbst im Alter von sieben Jahren das erste Mal auf der Bühne gestanden hat.

Wenn der 58-Jährige seinen jungen Darstellern erklärt, was er von ihnen will, zeigt er vollen Körpereinsatz, springt, stampft und gestikuliert wild auf der Bühne herum. "Macht euch zum Kasper, der Zuschauer will Freude haben", gibt er ihnen mit auf den Weg. Ganz alte Schule werden sich die Darsteller bei der Freiluftaufführung auf der Gartenbühne des Hauptmannmuseums ohne Mikroports gegen die Umgebungsgeräusche durchsetzen müssen. "Das wird eine Herausforderung", gibt Schlösser zu.

"Die Schauspielerei ist ganz schön anstrengend. Vor allem muss man Kritik einstecken können", haben die Hauptdarstellerinnen Leonie Nele Seidlitz (13, Emil) und Angelina-Sophie Zippan (12, Gustav) festgestellt. Die beiden Erkneranerinnen haben schon das eine oder andere Mal für Ralf Schlösser auf der Bühne gestanden. "Vor jedem Auftritt ist das Lampenfieber riesengroß, doch wenn man dann auf der Bühne steht, macht es einfach nur Spaß", sagt Leonie.

Die Vorstellungen finden am 8., 9. und 10. Juli, um 9 Uhr, sowie am 11. und 12. Juli, um 15 Uhr, statt. Karten kosten 14 Euro, ermäßigt 7 Euro.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG