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Bürgerinitiative Crussow weist auf Nachteile durch geplante Windfelderweiterung hin

Windräder am Nationalparktor

Windräder am Horizont: Der weite Blick von Crussow zum Nationalpark ist inzwischen durch Rotoren verstellt.
Windräder am Horizont: Der weite Blick von Crussow zum Nationalpark ist inzwischen durch Rotoren verstellt. © Foto: Rainer Ebeling
Daniela Windolff / 05.06.2015, 05:45 Uhr
Crussow (MOZ) Im Zusammenhang mit der Nationalparkkonferenz, die am Donnerstag in Gartz stattgefunden hat, weist die Bürgerinitiative "Keine neuen Windräder für Crussow" deutlich auf die Problematik des überdimensionierten Windkraftausbaus direkt vor den Toren des Nationalparks hin. "Es geht hier nicht um ein oder zwei Windkraftanlagen, sondern den massiven Zubau von zwanzig, dreißig und mehr Anlagen in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Unteres Odertal", betont Rainer Ebeling von der Bürgerinitiative.

Besonders schwer wiege der geplante Ausbau des Windfeldes Neukünkendorf zwischen den Großschutzgebieten Nationalpark Unteres Odertal und Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Dies stehe auch den Zielen des Nationalparks entgegen in Bezug auf Naturtourismus und Austauschbeziehung zwischen den Schutzgebieten, mahnt die Bürgerinitiative an und fordert die erneute kritische Auseinandersetzung mit den Planentwürfen am Nationalparkrand.

"Von den Windkraftanlagen sind Brut- und Rastvogelvorkommen betroffen", so Rainer Ebeling. Die Bürgerinitiative hatte auch selbst Vogelzählungen durchgeführt, die das bestätigen. Nicht nur die betroffenen Anwohner, auch Ornithologen und Naturschutzverbände fordern deshalb schon lange eine umfassende und unabhängige Untersuchung des Gebietes, bevor es als Windeignungsgebiet ausgewiesen wird.

"Für die Entwicklung des Nationalparks ist es wichtig, nicht nur das Schutzgebiet selbst zu betrachten, sondern auch die Außenwirkung des Nahbereiches", so Rainer Ebeling. Die Bürgerinitiative lehnt eine Erweiterung des Windfeldes Neukünkendorf kategorisch ab. Bis zum Sommer läuft außerdem eine Unterschriftenaktion für eine Volksinitiative in Brandenburg.

http://crussow.bplaced.net

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diesmal noch nicht betroffener 07.06.2015 - 17:22:17

ganz am Rande

Zum einen ist es bereits vorgekommen, das selbst Bestandszahlen einiger dieser Behörden nicht in die regionale Planung und Ausweisung eingebunden wurden, zum anderen kann jemand in direkter Abhängigkeit von der Schaffung neuer Windgebiete, nicht objektiv und wertneutral sein.

A.Ehrenhofer, Teut Windprojekte GmbH 05.06.2015 - 15:01:40

sachlich falsch

Warum werde ich den Eindruck nicht los, dass die BI die schöne brandenburgische Vogelwelt nur als Vorwand für andere Themen nutzt? Nach dem Motto: Wenn meine eigentlichen Gründe nicht gehört werden, nehme ich etwas anderes. Auch das abgebildete Foto zeigt doch etwas ganz anderes: Eben, dass es nicht den Blick in das Untere Odertal gibt, sondern den Blick auf eine eiszeitliche Endmoräne und im Hintergrund einen Windpark. Zur Sache und zurück zur Sachlichkeit auch von meiner Seite: Es ist richtig, dass es zwischen Biospährenreservat und Nationalpark Unteres Odertal, ganz normal wie überall, Austauschbeziehungen gibt. Vögel machen eben nicht an gezogenen Strichen auf einem Plan halt. Und da Windräder per Gesetz auf den sogenannten Außenbereich beschränkt sind, greifen alle Windräder in die Natur ein, so wie jedes Haus und jede neue Straße. Da aber bereits eine Zahl von Windrädern in dem Bereich zwischen Biospährenreservat und Nationalpark Unteres Odertal genehmigt wurden, haben selbstverständlich diese Austauschbeziehungen unabhängige Gutachter untersucht. Regelmäßiges Ergebnis: Es liegt keine erhebliche Beeinträchtigung vor. Es ist aber auch richtig, dass die Regel Schutzabstand zum Schutzabstand – diese Forderung lese ich aus dem Zeitungsbericht heraus - schon seit Jahren gerichtlich gekippt wurde und keine Anwendung mehr findet. Ich finde es gut, wenn echtes Lokalwissen in die Planung einfließt – also Sachen, die nur die Bürger vor Ort wissen. Ansonsten gibt es echte Fachleute – mit der Berufsbezeichnung „Ornithologen“ und mindestens drei Behörden, Obere Naturschutzbehörde des Landes, die Vogelschutzwarte des Landes Brandenburg und Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, die sich intensiv dem Thema Natur- und Artschutz annehmen. Auch die Gemeindeverwaltung hat sicher wichtige Erkenntnisse beizusteuern. Wir sind als Planungsbüro vor Ort bekannt und stehen für den sachlichen Austausch zur Verfügung. Wir wollen einen bürgernahen und ortsverträglichen Windpark. Ich will die Bürgerinitiative, die ich mit keiner Silbe in Frage gestellt wissen will, nicht provozieren, nur an dieser Stelle bitten, den Weg zur Sachlichkeit einzuhalten und zugleich davor warnen, dass falsch gemeldete Vogelzahlen oder Brutplätze kein Kavaliersdelikt ist, sondern strafrechtliche Konsequenzen haben kann.

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