Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

25. Kinder- und Jugendtheatertage beginnen am Dienstag. Es treten auch Gruppen aus Spanien und Polen auf.

Das ewig junge Festival

Warum ich? Eine Szene aus dem Stück der Gastgruppe aus Barcelona, die sich mit dem Thema Mobbing beschäftigt hat.
Warum ich? Eine Szene aus dem Stück der Gastgruppe aus Barcelona, die sich mit dem Thema Mobbing beschäftigt hat. © Foto: Privat
Thomas Gutke / 08.06.2015, 07:20 Uhr - Aktualisiert 08.06.2015, 15:14
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurt im Zeichen der Bühne: Parallel zum heute startenden deutsch-polnischen Theaterfestival Unithea finden ab Dienstag in der Stadt die 25. Kinder- und Jugendtheatertage statt. Bereichert wird das jung gebliebene Festival diesmal von Gastgruppen aus Spanien und Polen.

Es gab Zeiten, sagt Frank Radüg, da boomte die Schultheaterszene in Frankfurt regelrecht. "Wir hatten mal über 600 Theater spielende Schüler in der Stadt", erinnert sich der Leiter des Theater Frankfurt an die lebendige alternative Schauspiellandschaft, die sich vor allem ab dem Jahr 2000 entwickelt hatte. Auch dank solcher Theaterenthusiasten wie Jürgen Barber, Frank Gerber, Frank Paulukat oder eben Frank Radüg.

Doch mit Veränderungen in der Schullandschaft in Brandenburg (weniger Schulen, knappere Ressourcen) habe sich auch die Theaterlandschaft verändert, erklärt der Pädagoge und Regisseur. "Die Unterstützung an einigen Schulen ließ nach, weil sich die Prioritäten änderten, und das, obwohl das Land knapp 300 Theaterlehrer ausgebildet hat."

Und trotzdem: Theater begeistert junge Menschen nach wie vor: egal, ob im Unterrichtsfach Darstellendes Spiel (DS) oder in freien Theatergruppen. "Nach einem kleinen Tiefpunkt hat sich die Schultheaterszene in der Stadt wieder stabilisiert", meint Radüg. Nirgendwo zeigt sich dies deutlicher als bei den Kinder- und Jugendtheatertagen: 250 Teilnehmer werden vom morgigen Dienstag an bis zum Freitag in 14 Aufführungen wieder ein breites Spektrum an Stücken und Inszenierungen vorstellen. Sie reichen von neu erzählten Klassikern wie Shakespeares "Romeo und Julia" bis hin zur Eigenproduktion "Auf Probe", ein DS-Projekt der Klasse 10 vom Liebknecht-Gymnasium.

Das Schultheaterfestival feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Das erste gab es 1990 zusammen mit dem Kleist-Theater Frankfurt. Nach der Schließung der städtischen Bühne fanden die Theatertage dann unter der Organisation des Theaters im Schuppen (Trägerverein des Theater Frankfurt) in anderen Spielstätten ihren Platz.

Aufführungsorte diesmal sind einmal mehr das Theater des Lachens sowie das Theater Frankfurt. Zum Programm gehören dabei erneut auch Gastauftritte weitgereister Gruppen. Ein Jugendtheater aus Barcelona etwa zeigt "Por qué a mi?", übersetzt heißt das: "Warum ich?" Das Thema des Stückes bewegt Schüler überall in der Welt: Mobbing.

Workshops (teilweise verknüpft mit dem Unithea-Festival), ein Konzert des Frankfurter Musikers Thomas Strauch, eine Lesung mit Lehrern sowie Auftritte anderer Amateurtheatergruppen ergänzen die Theatertage. Ein echter Geheimtipp dürfte hier vor allem die Szenencollage "Ich will mein Leben zurück" der Gruppe B-Rührung sein - ein inklusives Schauspielprojekt mit Menschen, die ganz verschiedene psychische Beeinträchtigungen haben.

Die Stadt unterstützt die Theatertage auch diesmal finanziell. Zusammengerechnet seien in den vergangenen 25 Jahren von seiten der Stadt rund 100 000 Euro in die Schultheaterszene geflossen, weiß Frank Radüg. "Für diese Wertschätzung sind wir sehr dankbar."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG