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Kaum Interesse an Schulwegsicherung

Mara Kaemmel / 14.06.2015, 07:23 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Seit Jahren gilt die Schulwegsituation an der Vogelsdorfer Straße als problematisch. Die Solidargemeinschaft Woltersdorf wollte am Donnerstagabend mögliche Veränderungen diskutieren. Das Straßenverkehrsamt war der Einladung gefolgt - Betroffene aber nicht.

Der "Solidargemeinschaft zum Schutz vor Kriminalität" (SSK) hatte für seine öffentliche Mitgliederversammlung in der Alten Schule zum Thema Schulwegsicherung Manfred Schröder vom Straßenverkehrsamt Oder-Spree gewinnen können. Doch das öffentliche Interesse war gering. Lediglich vier Gemeindevertreter waren gekommen - Eltern, Lehrer und Vertreter der Gemeindeverwaltung fehlten ganz.

Siegfried Diez, Vorsitzender der SSK, tat seine Enttäuschung über die geringe Resonanz gleich zu Beginn der Versammlung deutlich kund: "Wir engagieren uns seit Jahren für die Sicherung des Schulweges. Die Zustände sind untragbar, aber es tut sich nichts. Wir wollten heute ein Zeichen setzen, aber die, die es angeht sind nicht da!"

Sorge bereitet den Mitgliedern der SSK besonders das Stück Vogelsdorfer Straße vor dem Schulcampus vom Kreisel bis zum Thälmannplatz. Viele Kinder kommen per Bus oder werden von den Eltern im Auto gebracht - die meisten fahren jedoch mit dem Rad zur Schule. In einem Dia-Vortrag dokumentiertete Eberhard Blätterlein die Gefahrensituationen - Überholmanöver der Autos, schlechte Sicht bei der Ausfahrt aus der Kurzen Straße, das Überqueren der Straße mit dem Rad. "Viele Autofahrer beachten die Vorfahrtberechtigung der Kinder nicht." Die Straße ist zudem mit seinen fünf Metern Breite zu schmal, als dass zwei Busse aneinander vorbeifahren können. Einer muss auf den Fahrradstreifen ausweichen. Moniert wurden fehlende Verbotszeichen für Lkw von mehr als 3,5 Tonnen und Verkehrszeichen für Radwege.

Die Klagen sind für Manfred Schröder vom Straßenverkehrsamt nicht neu. Klar ist für ihn jedoch: Die Vogelsdorfer Straße ist kein Unfallschwerpunkt mit dringendem Handlungsbedarf. Es hat hier in den zurückliegenden vier Jahren keinen Unfall mit Personen gegeben. Dennoch hat er Verständnis für die Sorgen. Und mit relativ einfachen Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich entspannen. Darauf habe er bereits mehrfach aufmerksam gemacht.

"Die Gemeinde muss ihre Hausaufgaben machen und aufräumen." Das blaue Gehwegschild auf der rechten Seite der Vogelsdorfer müsste entfernt werden. Es verbietet den Kindern auf dem Stück mit dem Rad zu fahren. Das Pflaster der Ausfahrt vom Lehrerparkplatz müsste geändert werden, um den Autofahrern zu signalisieren, dass sie über einen Gehweg fahren. Das Ausweisen von Radwegen lehnt Schröder indes ab. Die Straßenverkehrsordnung besage, dass Gehwege auch zum Radfahren genutzt werden dürfen, wenn Fußgänger nicht gefährdet werden. Ebenso seien Verbotsschilder für Lkw überflüssig. "Hier ist eine Tempo-30Zone, da fährt ohnehin nur der Lieferverkehr zu Edeka." Die gepflasterten Holper könnten in die Kreuzungsbereiche versetzt werden, damit die Rechts-vor-links-Regelung beachtet werde. Auch der gelbe Vorwegweiser, der den Verkehr durch die Vogelsdorfer Straße leitet, könnte geändert werden, damit die Autoströme stattdessen über die Rüdersdorfer Straße fahren. Diesen Gedanken griff Jens Mehlitz (Woltersdorfer Bürgerforum) auf: "Wir fordern seit Jahren eine Verkehrsleitplanung."

Für viel wichtiger als diese Maßnahmen hält Schröder aber ein geändertes Verhalten der Eltern. "Sie sollten nicht bis vor den Eingang der Schule fahren, sondern 300 Meter davor anhalten, damit die Kinder gemeinsam zu Schule laufen können." Als gefahrloser Ausstieg eigne sich der Edeka-Parkplatz.

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