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26-Jähriger will Bürgermeister werden / "Engagiert für Hütte" mit bekannten Namen

Gräsing bestätigt Kandidatur

"Engagiert für Hütte": Aron Mentz (v.l.), Hannelore Guschel und Tim Gräsing, der Bürgermeister werden möchte.
"Engagiert für Hütte": Aron Mentz (v.l.), Hannelore Guschel und Tim Gräsing, der Bürgermeister werden möchte. © Foto: MOZ
Janet Neiser / 10.07.2015, 20:54 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Nun ist es offiziell: Zwei Jahre vor der Wahl bewirbt sich Tim Gräsing als Erster für das Amt des Bürgermeisters in Eisenhüttenstadt. Am Freitag machte er aber nicht nur seinen Plan zur Kandidatur öffentlich, sondern stellte auch seinen Verein "Engagiert für Hütte" vor.

"Ich möchte und werde als Bürgermeister kandidieren für die Wahl 2017." Das sind die entscheidenden Worte, mit denen Tim Gräsing seine Pressekonferenz im Restaurant Rose beginnt. Danach wirkt der 26-Jährige sichtlich erleichtert - nach dem Motto: Endlich ist raus, worüber bereits gemunkelt wurde.

"Ich hatte schon immer eine sehr enge Bindung zu Eisenhüttenstadt", sagt Gräsing, der in der Planstadt aufgewachsen ist, dort sein Abitur am Oberstufenzentrum machte und dort immer noch etliche Freunde und auch seine Familie hat. "Ich mag sie. Ich liebe sie. Meine Stadt!" schrieb er bereits 2009 in einem preisgekrönten Gedicht. Heute sagt er: "Es ist Zeit, der Stadt etwas zurückzugeben." Diese sei nämlich noch immer seine Lieblingsstadt, obwohl der Kulturwissenschaftler mittlerweile in Hamburg lebt, wo er als PR-Berater arbeitet. Und natürlich werde er nach Eisenhüttenstadt zurückkehren, und zwar nicht erst zwei Wochen vor der Bürgermeister-Wahl.

Schnell wird klar, dass die negative Einwohnerentwicklung Gräsing Sorgen bereitet. Die Stadt hatte zur Wende knapp über 50 000 Einwohner, jetzt sind es unter 28 000."Ich denke, es fehlen Ideen und Reizpunkte, sodass junge Leute hier ihren Lebensmittelpunkt sehen können", sagt er. Welche Ideen und Reizpunkte das sind, erklärt er nicht - noch nicht. Da vertröstet er auf die Zeit bis zur Wahl. Das werde jetzt erarbeitet. Außerdem sei die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Stadt zum Erliegen gekommen. Das möchte er ändern.

Die Bekanntgabe seiner Kandidatur sei keineswegs zu früh erfolgt, sagt Tim Gräsing auch mit Blick auf Bürgermeisterin Dagmar Püschel (Linke), die jüngst auf die Frage antwortete, ob sie noch einmal kandidieren wolle: "Das entscheide ich, wenn es soweit ist im Jahr 2017. Jetzt haben wir 2015." Da er als parteiunabhängiger Kandidat antreten werde, sei ein zeitlicher Vorlauf zudem auch wichtig.

Allein geht Gräsing das Ziel Bürgermeisterkandidatur aber nicht an. Er holt sich Hilfe, hat mit dem extra gegründeten Verein "Engagiert für Hütte", dessen Vorsitzender er ist, eine Art Beraterstab um sich herum aufgebaut. Die Gründungsmitglieder sind bei seinem erstem Auftritt als Bewerber für die Bürgermeisterkandidatur dabei. Und die meisten Namen sind in der Stadt keineswegs unbekannt: Hannelore Guschel, die ehemalige Geschäftsführerin des Städtischen Krankenhauses, Mathias Weiß, Geschäftsführer der HKW Autoforum GmbH, Aron Mentz, aktiver Fußballer und Schmelzer am Hochhofen, Marion Henck, niedergelassene Diabetologin und Internistin, Eve Ehrlichmann, Arabistik-Studentin, und Sharline Fischer, Marketing-Expertin und Lebensgefährtin von Tim Gräsing.

Bei der Frage, warum sie bei "Engagiert für Hütte" mitmacht, überlegt Hannelore Guschel nicht lange. "Das ist doch für eine gute Sache. Ich muss mich keiner Richtung fügen und kann Ideen und Erfahrungen einbringen." Auch Unternehmer Mathias Weiß nennt seine Beweggründe: "Infolge von Parteistreitigkeiten gibt es hier keine Gestaltung mehr." Er spricht von Lethargie, die in der Stadt zu spüren sei. "Das muss aufhören", sagt er. "Es geht darum zu gestalten und nicht zu verwalten." Er kenne bereits Unternehmer, die bereit seien, den Verein zu unterstützen.

Von den Menschen, zu denen sein Plan bereits durchgesickert war, habe es bisher nur positive Resonanz gegeben. "Das bestärkt mich", betont Tim Gräsing. Wer Kontakt zu ihm aufnehmen möchte, könne dies über die Internetseite des Vereins tun.

www.engagiert-fuer-huette.de

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andjusticeforall 11.07.2015 - 18:34:34

@ Einer aus der Stadt

Was Sie in 95% Ihrer ellenlangen Beiträge hier für einen Reis schreiben ist man ja mittlerweile gewohnt (wohl ein kleiner Politiker an Ihnen vorbei gegangen). Aber wie kann man denn einen jungen Menschen der sich engagiert und etwas bewegen möchte so diffamieren und aufs Abstellgleis kommentieren ohne, dass dieser die Chance hatte zu zeigen was hinter seinen Worten steckt? Sie tun immer so allwissend und erhaben doch Ihr Gesicht hat mich sicherlich noch nie von einem Wahlplakat oder der Internetseite eines gemeinnützigen Vereins angelacht. Probieren Sie es doch mal. Von einer Gedichteschreiber Karriere würde ich Ihnen jedenfalls abraten.

mk 11.07.2015 - 16:42:31

ein Schmunzler

... gar nicht schlecht, dennoch will das Lächeln nicht so recht - ein Körnchen Wahrheit drinnen steckt.

Einer aus der Stadt 11.07.2015 - 01:47:40

Ein Motto könnte lauten: "Märchenhaft und ohne Sorgen feiern wir mit diesem Kandidaten bis in den Morgen."

Aus Jux und Dollerei loggte ich mich heute Nacht, bei MOZ-Online, wieder mal ein. Doch dann, um 20:54 Uhr, der Schock im Beitrag - "Gräsing bestätigt Kandidatur." Gestern war es nun end­lich soweit. Ein Kandidat soll bald gewählt. Des Eisenhüttenstädter Bürger Stimme wird dann gezählt. Für "Tim Gräsing als Erster Kandidat" für das Amt des Bürgermeisters in Eisenhüttenstadt" soll ein Märchen wahr werden. "Er mag sie. Er liebt sie. Seine Stadt!" (?) Doch reicht das aus, für dieses städtische Narrenhaus? Er denkt, es fehlen Ideen und Reizpunkte? Welche Ideen und Reizpunkte das sind, erklärt er nicht - noch nicht. (!!!) Warum? Was ist der Grund? Lag es an fehlenden Ideen und Reizpunkten zur Abendstund? Sein Beraterstab, aus dem extra gegründeten Verein "Engagiert für Hütte", huldigt ihrem Prinzen, Tim Gräsing, beim kandidieren. Dieser Verein geht die Sache jedenfalls sehr forsch und energisch an und versucht uns allen Ernstes tatsächlich zu verklickern, dass ihr Kandidat das ultimative und nie versagende Rezept hätte. Und das in die­sen Zei­ten, in denen das Schwert des Damo­kles über unseren Häup­tern schwebt und neue gesamtgesellschaftliche Herausforderungen, für diese Stadt, so drin­gend nötig wären. Doch auch der größte Visionär bleibt am Ende erfolglos. Doch die Erfahrung lehrt, Kandidaten würden sich nur vor Wahlen um die Bürger bemühen. Danach werden Beschlüsse gefasst, aber die Betroffenen nicht mehr informiert und oder gar einbezogen. Man gibt seine Stimme ab und kann dann nur macht­los zuschauen. Dann ist die Stimme weg und der Bür­ger hat erst mal nichts mehr zu mel­den. Das kenne Ich hier seit 26 Jahren, muss ich da als Bürger No Name Experimente wagen? Wen soll man wäh­len? Ich weiß es nicht. Doch die Über­ra­schung könnte am Ende sehr schmerz­haft aus­fal­len. Ich glaube... ..."Tim Gräsing mit seiner sehr engen Bindung zu Eisenhüttenstadt,will endlich ran an den Speck."

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