Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

80 Jahre und kein bisschen leise

Monika Schmidt / 15.06.2015, 06:55 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Freiwillige Feuerwehr der Clara-Zetkin-Siedlung gilt in den sechs Eberswalder Stadtteilen zwar als Küken. Am Sonnabend konnte sie dennoch auf stolze 80 Jahre zurückblicken. Zum Jubiläum gab es einen Tag der offenen Tür mit Technik zum Anfassen und im Einsatz.

Gefeiert wurde, wie es sich zu einem Runden gehört, mit vielen Gästen, darunter Feuerwehrleuten aus Sommerfelde, Spechthausen, der Schorfheide und eine Abordnung der Stadtjugendfeuerwehr Delmenhorst. Selbst Bürgermeister Friedhelm Boginski ließ es sich trotz Urlaub nicht nehmen, den Jubilaren persönlich zu gratulieren. Als Geschenk hatte er einen Präsentkorb mit allerlei Leckereien mitgebracht. "Ehrenamtliches Engagement kann man gar nicht genug würdigen. 80 Jahre Feuerwehr, das sind auch 80 Jahre im Dienst der Allgemeinheit", hob Boginski hervor. Stadtbrandrat Nikolaus Meier konnte sich dem nur anschließen: "Die Siedlung ist immer ein verlässlicher Partner", sagte der Chef aller Eberswalder Feuerwehren.

Eng verbunden mit der Feuerwehr der Clara-Zetkin-Siedlung ist ihr Wehrleiter Bern Kraft. Seit 1989 hält er die Fäden zusammen. Erste praktische Erfahrungen hat er bereits 1962 als Zehnjähriger gesammelt, in der damaligen Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer. Dorthin hatte ihn sein Vater, selbst viele Jahre lang im aktiven Dienst, gebracht. Sohn Matthias ist längst in Vaters Fußstapfen getreten. Er ist auch einer der vier möglichen Kandidaten, die sich in zwei Jahren um die Nachfolge von Wehrleiter Bernd Kraft bewerben. "Die Entscheidung liegt ganz allein bei der Mannschaft", verweist Vater Kraft.

18 aktive Mitglieder zählt die Freiwillige Feuerwehr Clara-Zetkin-Siedlung, darunter drei Frauen. Jeden Mittwochabend ist für zwei Stunden praktische und theoretische Ausbildung. Dank wetterfester Tischtennisplatte und Volleyballplatz kommt das Fitnesstraining nicht zu kurz. Einmal in der Woche trifft sich auch der Nachwuchs. Dass es in der Zetkinsiedlung wie in den meisten der sechs Eberswalder Stadtteilen Nachwuchssorgen gib, daraus macht Bernd Kraft keinen Hehl. "Zum Glück sind wir in der Siedlung nicht allzu oft gefordert. Das letzte große Feuer hat es in den 1960er-Jahren gegeben. Damals war ein Haus komplett abgebrannt", erinnert sich Bernd Kraft.

Runde Geburtstage sind auch immer Anlass, in der Geschichte zu blättern. "Unsere Feuerwehr verdanken wir im Grunde dem Fabrikanten Gustav Hirsch, der das Siedlungsgelände von Lichterfelde abgekauft hat. Seine Arbeiter hatten hier die Möglichkeit gegen Raten ihr Häuschen zu bauen. Für die Finower Feuerwehr wurde das neue Wohngebiet zu viel. Also traf man sich am 13. Juni 1935 in der Gaststätte Fuhrmann am Großen Stern mit dem Ergebnis, dass die Siedlung eine eigene Wehr gründet. In die Tat umgesetzt wurde das am 20. Juli 1935", weiß der Wehrleiter zu berichten. Das erste Löschgerät war eine Pferdehanddruckspritze, die heute das Foyer der Feuerwache schmückt. In der Siedlung gehören moderne Tanklöschfahrzeuge und ein Mannschaftstransportfahrzeug längst zum Standard.

Davon konnten sich die Besucher bei der Übung am Sonnabend überzeugen. "Ich bin immer dabei, wenn die Feuerwehr einlädt. Mein Vater Karl Bessert war selbst Feuerwehrmann", sagt Lucie Janott, die am Tag der Gründung der Feuerwehr in der Siedlung das Licht der Welt erblickte und am 20. Juli ihren 80. Geburtstag feiert. Elke Heckert war mit den beiden Kindern Shawn (8) und Lilien (4) aus Finow gekommen. "Mal sehen, was so passiert", stürzten sie sich ins Getümmel. Die Palette reichte von Malstraße, Hüpfburg, Tanzeinlagen der Country Ladies zur Partyshowband am Abend.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG